

Kathmandu | ©: www.querrum.de
Als faszinierender Schmelztiegel der asiatischen Kulturen präsentiert sich Nepal seinen Besuchern. Einflüsse aus China und Indien haben sich in Nepal zu einer einmaligen Synthese entwickelt. Und hier wurde sogar der Pagodenbaustil erfunden, der mittlerweile als typisches Stilelement der asiatischen Architektur gilt.
Naturfreunde können auf ausgedehnten Trekkingtouren die faszinierende Bergwelt des Himalajamassivs entdecken. Spezielle Reiseveranstalter bieten mehrtägige, geführte Touren an. Die Besucher können Nepals Natur aber auch bei kürzeren Touren auch auf eigene Faust entdecken. Ein beliebter Ausgangspunkt dafür ist Nagarkot im Osten des Landes.
Kultururlauber dürfen sich in den drei Königsstädten Kathmandu, Patan und Bhaktapur in eine Stadt aus dem 17. Jahrhundert zurückversetzt fühlen. In zahlreichen Geschäften und kleinen Handwerksbetrieben finden sie Kunsthandwerk, etwa Töpferwaren, die seit Jahrhunderten auf traditionelle Weise hergestellt werden.

Dattatreya Square | ©: www.querrum.de
In der pulsierenden aber chaotischen Landeshauptstadt Kathmandu liegen Tradition und moderne oft nur ein paar Schritte auseinander. Während in den engen und verwinkelten Gassen der Metropole der motorisierte Verkehr kaum eine Chance hat, präsentiert sich die New Road als pulsierendes Zentrum mit modernen Restaurants und Geschäften. Ganz in der Nähe zeugt die Freak Road von den stürmischen 1960er und 1970er Jahren, als Sinn suchende und Hippies auf Sinnsuche Nepal als Reiseziel entdeckten.
Die Herzen der drei Königsstädte bilden die imposanten Palastanlagen der Herrscher mit ihren Plätzen, monumentalen Bauten und Tempeln. Die Gäste schätzen vor allem Patan, das etwas ruhiger ist als die Schwesterstadt Kathmandu.
Am unmittelbarsten erleben die Gäste den historischen Flair in der ehemaligen Königsstadt Bhaktapur. Nachdem die Stadt 1934 von einem Erdbeben verwüstet wurde, baute man sie auch mit finanzieller Hilfe aus Deutschland in den folgenden Jahrzehnten neu auf. Und während in Kathmandu und Patan historische Gebäude durch moderne Betonbauten ersetzt wurden, ist in Bhaktapur der ursprüngliche Charakter der Stadt bis heute erhalten.

Nepalese | ©: www.querrum.de
Die abgeschiedene Lage im Herzen des Himalaja ermöglichte es Herrschenden und dem Volk, sich weitgehend auf Spiritualität zu konzentrieren und zu Ehren der Götter prächtige Tempel wie den Taleju-Tempel oder den Jagganath-Palast zu errichten.
Die Besucher erleben in Nepal die Zeugnisse zweier Weltreligionen. Die wichtigste Religion ist mit einem Bevölkerungsanteil von mehr als 80 Prozent der Hinduismus. Allerdings gibt es auch zahlreiche Buddhisten, sodass sich beide Religionen zu einer wohl einzigartigen Synthese vereinigt haben.

Kathmandutal | ©: www.querrum.de
Das Kathmandu Valley nimmt auf einer Höhe von rund 1.400 Metern eine Fläche von etwa 950 Quadratkilometern ein. Das Tal - ein ehemaliges Seebecken gilt als Keimzelle der nepalesischen Kultur. Die Berge, welche das Valley umgeben, erreichen Höhen bis zu 3.000 Meter.
Besiedelt ist das Kathmandu Valley seit mindestens 2.000 Jahren. Seit jeher gilt das Tal als Schmelztiegel der Kulturen. Am meisten geprägt wurde das Tal jedoch von den Newar, aber auch von Buddhisten und Hindus.
Auf die Spuren der Vergangenheit, seien es sakrale oder profane Bauten, stoßen die Besucher fast überall im Tal. Allerdings lassen sich kaum Bauten finden, die älter als ein paar Jahrhunderte sind. Der Grund dafür liegt in der traditionellen Bauweise mit Holz.
Kathmandu Valley ist seit 1979 als Weltkulturerbe eingestuft. Dieser Status ist allerdings wegen der raschen Ausbreitung der Siedlungen und der damit einhergehenden Umweltverschmutzung massiv gefährdet. Deshalb steht es mittlerweile auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes.

Kathmandu (Nepal), Blick vom Affenberg | ©: XtravaganT - Fotolia
Sobald die Besucher die nepalesische Hauptstadt Kathmandu im Herzen des Kathmandu Valley betreten, tauchen sie in eine andere Welt ein: Kathmandu dürfte eine der wenigen Hauptstädte sein, die sich ihren mittelalterlichen Charme bis heute bewahrt hat. Enge und verwinkelte Straßen und Gassen prägen das Bild der Altstadt. Zahlreiche Gebäude sind noch aus früheren Zeiten erhalten und werden von kunstvoll geschnitzten Fenstern, der charakteristisch für den newaresischen Baustil ist. Faszinierend für Besucher aus dem Westen sind die zahlreichen hinduistischen Tempel. Ebenso wie Schreine sind sie überall in der Stadt anzutreffen, vor allem aber am Durbar Marg.

Kathmandu; Blick aus der obersten Etage eines Tempels
©: www.querrum.de
Dank der abgeschiedenen Lage in einem Bergkessel auf einer Höhe von 1.300 Metern konnten es sich die früheren Einwohner Kathmandus leisten, weltabgeschieden zu leben. Sie konzentrierten sich auf die Verehrung der zahlreichen Hindu-Götter und setzten den Gründungsmythos fort. Denn nachdem König Gunakamadeva I. im zehnten Jahrhundert Mahalaksmi, die Göttin des Wohlstands und des Glücks, erschienen war, verlegte er die Hauptstadt ins Herz des Kathmandu Valley. Der Ort galt schon zuvor als heiliger Ort, an dem sich die Götter täglich versammelten. Der Herrscher ließ die Stadt in Form des heiligen Schwertes der Göttin anlegen.

In Kathmandu gibts an allen Ecken und Enden sehenswerte Tempel
©: www.querrum.de
Tradition und Moderne liegen in nächster Nähe. Das pulsierende Herz der Stadt, die New Road mit ihren zahlreichen modernen Restaurants und Geschäften liegt nur zwei Gehminuten vom Durbar Square entfernt. Neben dem alten Königspalast stehen hier zahlreiche Tempel, die seit Jahrhunderten stehen. Zu den sehenswertesten Tempeln gehört der Swayambhunath Tempel, der für die zahlreichen Affen auf dem Gelände weltbekannt ist. Wer die Stimmung des heiligen Ortes einfangen möchte, sollte diesen Tempel abends besuchen, wenn nur noch Einheimische und Mönche den Tempel besuchen.
Östlich der Altstadt präsentiert eine große Grünfläche die Fauna des Bergstaates und dient zur Naherholung. Die Altstadt erstreckt sich über die Fläche im Norden und Osten des Durbar Square und besteht in dieser Form seit dem 16. Jahrhundert.

Nepal | ©: Galyna Andrushko - Fotolia
Zwischen der New Road und dem historischen Zentrum liegt die Freak Street, die in den 1960er und 1970er Jahren eine Hochburg für Sinn suchende aus dem Westen waren. Denn Kathmandu war eine Station auf dem legendären Hippie Trail, auf dem die Hippies Südostasien bereisten, um ihren Horizont zu erweitern. Heute finden Gäste dort günstige Hotels, ebenso wie auf der Maru Tole. Zu Hippie-Zeiten, als Nepal als Reiseziel entdeckt wurde, war diese auch als Pig Alley oder Pie Alley bekannt. Der Grund waren die zahlreichen Schweine und Kuchenshops, die die es seinerzeit hier gab.
Das Touristenviertel von Kathmandu ist Thamel im Norden der Altstadt. Die Gäste der Stadt können sich hier mit Reiseandenken eindecken. Reisende, die ihren Aufenthalt in Nepal mit ausgedehnten Trekkingtouren bereichern wollen, finden hier ebenso die erforderliche Ausrüstung.

belebte Strassen in Kathmandu | ©: www.querrum.de

Einkaufsbummel in Kathmandu | ©: www.querrum.de

Verkaufsladen in Kathmandu | ©: www.querrum.de
Wie aus einer anderen Zeit wirkt auch die Infrastruktur in Kathmandu. Die Stadt besitzt nämlich nur wenige große und gut ausgebaute Straßen, etwa die Straße zum Flughafen oder die Kantipath, die von Süden nach Norden führt. Gäste, die ein edles Hotel oder ein exquisites Restaurant suchen, finden beides mit Sicherheit an der Durbar Marg. Der "Weg zum Königshof" darf als Kathmandus Prachtmeile gelten.

Gebetsmühlen | ©: ivan kmit - Fotolia
Die meisten Straßen im gesamten Stadtgebiet sind eng und meist nur einspurig. Der Grund: Anders als im Westen üblich werden in Kathmandu zunächst neue Häuser errichtet. Erst dann werden die schmalen Pfade zwischen den Fassaden notdürftig zu Straßen ausgebaut, die gleichzeitig von Fahrzeugen und Fußgängern benutzt werden. Deshalb sind Kathmandus Stadtpläne auch sehr ungenau. Besucher, die durch die Stadt bummeln, sollten sich nicht auf den Plan verlassen, sondern sich besser an markanten Gebäuden orientieren.

Enge Gassen in der Altstadt von Kathmandu
©: www.querrum.de
Von öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen ist abzuraten, diese sind meist völlig überfüllt. Eine gute Alternative bieten Fahrradrikschas und Taxis. Die Fahrer versuchen allerdings gern, einen besseren Preis herauszuholen und wollen meist auf das Taxameter verzichten. Eine gute und günstigere Alternative stellen Tuk-Tuks, also motorisierte Rikschas. Auf jeden Fall lohnt es sich, das Hotel schon vor der Reise nach Kathmandu fix zu buchen. Zum Service der besseren Häuser gehört es, die Gäste vom Flughafen abholen zu lassen. Fahren die Gäste mit dem Taxi in die Stadt, sollten sie sich nicht auf die Empfehlungen des Fahrers verlassen. Diese bekommen nämlich oft eine Provision für die Vermittlung von Gästen, geben also keine seriösen Tipps.

Durbar Square - Kathmandu (Nepal) | ©: XtravaganT - Fotolia
Das historische Herz von Kathmandu, auf dem auch der Palast der Könige steht, ist der Durbar Square. Mehr als 50 Pagoden und Tempel säumen den Platz. Besucher, welche diese Hauptattraktion in Kathmandu besichtigen, sollten genügend Zeit einplanen, denn schon das bunte Leben auf dem Platz ist sehenswert. Nachdem alle wichtigen Götter des hinduistischen Kosmos ihren eigenen Tempel haben, bringen hier auch zahlreiche Gläubige ihre Opfer dar. Der Eintritt auf den autofreien Platz, der Mitte der 1970er Jahre von der UNESCO restauriert wurde, kostet 200 Rupien.
Eine Statue des Affengottes, der von den alten Kriegern verehrt wurde, bewacht den Eingang des Palastes. Zahlreiche Hindus verehren ihn noch heute. Zum Gebetsritual gehört es, die Statue mehrfach gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden. Das Goldene Tor gegenüber ist der Eingang zum alten Palast und wird von zwei weißen Löwen aus Stein flankiert. Auf den Löwen reiten die Götter Shiva und Parvati. In der Mitte des Tores, das aus Messing gefertigt ist, werden Szenen aus dem hinduistischen Epos Mahabharata dargestellt. Unmittelbar hinter dem Tor steht die Narasinha-Statue. Sie stellt den Gott Vishnu in Gestalt eines Löwenmenschen im Kampf gegen einen Dämonen dar.

Kathmandu | ©: www.querrum.de

Kathmandu | ©: www.querrum.de
Rechter Hand öffnet sich die Gaddi Baithak. Dabei handelt es sich um die Audienzhalle der Malla-Könige, die vom 12. bis 18. Jahrhundert über Nepal herrschten. Die heutige Form erhielt die Halle 1908 unter Premierminister, der bei einer Reise nach England vom viktorianischen Baustil beeindruckt war.

Kathmandu | ©: www.querrum.de
Der Innenhof nördlich dieser Halle, der "Tanz-Hof", wurde zunächst nur für Theater- und Tanzdarbietungen genutzt. Später wurden hier auch die Könige gekrönt. Von einer Plattform in der Mitte des Platzes, auf der beim Indra Jata die Figur des Gottes Indra verehrt wird, sind über der Gaddi Baitak zwei Türme zu sehen: Im westlichen befindet sich der Privatschrein der Malla-Könige. Der östliche gehört zum 1655 errichteten Pancha-Mukhi-Hanuman-Tempel. Beide sind nicht zugänglich.

Kathmandu | ©: www.querrum.de
Die Wohngebäude der Malla-Könige befinden sich nördlich des Tanz-Hofes. Ausländer haben in diesen Teil des Palastes allerdings keinen Zutritt. Ebenfalls verschlossen ist der Mul Chowk. Einst wurden dort Tieropfer dargebracht, heute dient er für religiöse Feierlichkeiten und Staatsakte. Im Süden schließt sich ein weiterer Hof an, dessen Ecken von vier Türmen gesäumt werden.

Detailansicht einer Tempelanlage in Kathmandu | ©: Jiri Foltyn - Fotolia
Direkt gegenüber des Palastes steht der Jagannath-Tempel mit seiner charakteristischen, rostroten Farbe. Der 1563 errichtete Tempel beherbergt einen Schrein des "Viergestaltigen Vishnu". Markant sind an diesem Tempel die erotischen Schnitzereien an den Stützbalken des Daches, die auf den Tantra-Kult zurückgehen.

Holzschnitzereien am Durbar Square Kathmandu | ©: wusuowei - Fotolia
Nahe des Tempels ragt eine Säule mit der Statue des Königs Pratap Mallas mit seinen vier Söhnen empor. Nur wenige Meter weiter steht der verhüllte Kopf des Sveta Bhairav. Er wird nur während des Indra-Jata-Festes enthüllt. Dann strömt Reisbier aus seinem Mund, das von den Festteilnehmern begehrt wird. Ein etwa drei Meter hohes Wandfresko zeigt den Gott farbenfroh und schwertschwingend. Einst schworen die Angestellten des Hofes hier ihren Treueeid, Zeugen mussten hier ihre Aussagen machen. Eine Falschaussage wurde mit dem Tod bestraft.
Der 35 Meter hohe Taleju-Tempel überragt die anderen Gebäude des Komplexes. Ein bemerkenswertes Kennzeichen ist der fünfstufige Sockel mit einem dreistöckigen Dach, das filigran verziert ist. Die Malla-Könige huldigten hier der Göttin Kali, die auch den Besuchern aus dem Westen ob ihrer Blutrünstigkeit ein Begriff ist.

Klangschalen | ©: Sulabaja - Fotolia
Die nepalesische Geschichte erleben die Besucher Kathmandus hautnah in der quirligen Altstadt nördlich und südlich des Durbar Square. Charakteristisch für die Bebauung sind die sogenannten Tols, Wohnblocks, die um Innenhöfe herum errichtet wurden. Diese wurden einst von größeren Familienclans oder Kasten bewohnt. Die Besucher dieses Viertels finden Sehenswertes und scheinen in einen mittelalterlichen Markt einzutauchen. Beliebt bei den Einwohnern von Kathmandu sind die Musikhäuser der Altstadt. Hier treffen sie sich morgens und nachmittags, um gemeinsam zu musizieren und zu rauchen.
Traditionelles Kunsthandwerk aus Nepal finden die Besucher im Makhan Tol nördlich des Durbar Squares. Der Name des Viertels deutet auf eine lange Tradition als Handelsort hin. Die meisten Gebäude hier stammen aus dem 19. Jahrhundert. Ein Zeuge älterer Vergangenheit eine Garuda-Statue, die wohl den früheren Standort eines Vishnu-Tempels markiert.

Kathmandu | ©: Galyna Andrushko - Fotolia
Im Nordosten befindet sich der Akash-Bhairav-Tempel, in dem sich eine Figur des Akash Bhairav aus silber befindet. Die Öffentlichkeit bekommt diese Figur an besonderen Feiertagen zu sehen. Der metallbeschlagene Tempel wird von zwei Löwen aus Messing bewacht.

Altstadt von Kathmandu - Gemüsemärkte
©: www.querrum.de
Der Indra Chowk war eigentlich eine Art Vorhof des Tempels. Heute bieten Blumenhändler ihre Waren feil. Ihre Kunden sind vor allem gläubige Hindus, welche bei ihnen Blumengirlanden für den Besuch im Tempel kaufen. Indische Händler, die per Fahrrad Obst verkaufen, machen das quirlige Treiben komplett. Nur einen Katzensprung entfernt bieten Händler am Khel Tol traditionelle Nepal-Kapppen, aber auch Saris und Stoffe an.

Kathmandu | ©: www.querrum.de

Töpfermärkte in Kathmandu | ©: www.querrum.de
Der Sato-Machhendrath-Tempel ist sowohl für Hinduisten als auch Buddhisten ein heiliger Ort. Sie verehren dieselbe Gottheit, allerdings in unterschiedlicher Gestalt. Der Tempel wurde im späten 16. Jahrhundert errichtet, im 19. Jahrhundert größtenteils restauriert.

Enge Gassen in Kathmandu | ©: www.querrum.de

Leben in Kathmandu | ©: www.querrum.de
Tausende Gefäße, Schüsseln, Figuren und symbolträchtige Tiere werden auf dem Töpfermarkt angeboten. Am westlichen Tor, das in den Hof des Machhendranath Tempels führt, befindet sich der Markt, auf dem die Besucher das Markttreiben beobachten und günstige Souvenirs kaufen können.

Kupfer und Metallwaren in Kathmandu | ©: www.querrum.de

fahrender Obsthändler in Kathmandu | ©: www.querrum.de

Affe im Affentempel von Swayambhunath | ©: wusuowei - Fotolia
Als eines der Wahrzeichen von Kathmandu gilt die Stupa von Swayambhunath. Ein Alter von mehr als 2.000 Jahren macht den Stupa zu einem der ältesten Heiligtümer des Kathmandu Valley und liegt auf einem sagenumwobenen Berg etwa zwei Kilometer westlich von Kathmandu. Mehrere Wege führen auf den Tempelkomplex, dessen Herz der buddhistische Stupa ist. Am spektakulärsten ist die Große Treppe, aber es existiert auch ein kurzer Aufstieg zwischen dem Manushi-Stupa und dem großen Stupa. Bekannt ist die Tempelanlage auch als Affentempel.

Tempelanlage Swayambhunath in Kathmandu
©: www.querrum.de
Ursprünglich wurden die Grabhügel der indischen Könige Stupa genannt. Heute versteht man unter dem Begriff ein Denkmal sowohl für den Buddha als auch den Dharma. Dieser Begriff umfasst Ethik und Moral und wird sowohl im Buddhismus als auch im Hinduismus verwendet.

Klosterschüler in Kathmandu | ©: www.querrum.de
Seinen unheiligen Spitznamen verdankt einer der heiligsten Orte des Kathmandu Valley der großen Population einer Horde wilder Affen, welche die Anlage bevölkert. Weil die Tempelanlage ein beliebtes Ziel für Pilger und Touristen ist, haben sie ihre Scheu vor den Menschen längst verloren. Wittern sie Essbares, sind die Besucher auch nicht davor gefeit, von den Affen beklaut zu werden.
Die Tempel von Swayambhutha gehören mit Borobodur auf der Insel Java zu den ältesten buddhistischen Tempeln weltweit. Das Innere des Tempels wird auf ein Alter von bis zu 2.500 Jahren geschätzt. Ein Tempel dürfte im 5. Jahrhundert unter der Herrschaft des Königs Manadeva errichtet worden sein. Die ältesten erhaltenen Inschriften stammen aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Diese Anlage wurde jedoch um 1450 von Moslems zerstört. Der größte Teil der heute sichtbaren Anlage stammt aus dem anschließenden Wiederaufbau.

Detailansicht Tempelanlage Swayambhunath in Kathmandu
©: www.querrum.de
In grauer Vorzeit soll das gesamte Kathmandu Valley ein riesiger See gewesen sein. Satya Yuga soll in diesem "Zeitalter der Wahrheit" vom Berg Nagarjun einen Samen der Lotusblüte in den See geworfen haben. Ein blaues Licht soll die Blüte umgeben haben. Sikhi Buddha hatte von diesem Licht erfahren und begab sich auf einen Berg, um so lange zu meditieren, bis er Eins mit dem Licht geworden war. Im folgenden Zeitalter beobachtete ein heiliger Mann zunächst und beschloss, das Wasser abfließen zu lassen. Dafür teilte er am südlichen Ufer mit einem Schwert die Berge. Noch heute fließt der Bagmati an dieser Stelle durch die Chobar-Schlucht. Die Lotusblüte fand ihren neuen Platz auf dem Sawayambhunath-Hügel. Verehrt wird bis heute das Symbol des "Selbstgeborenen Buddha".

Tempelanlage Swayambhunath in Kathmandu
©: www.querrum.de

Kathmandu | ©: www.querrum.de

Die große Treppe in Kathmandu | ©: www.querrum.de

Affen auf der großen Treppe | ©: www.querrum.de
Der beschwerlichste, aber auch eindrucksvollste Weg zur Tempelanlage auf dem heiligen Berg Sawayambhunath ist die große Treppe. Sie führt direkt zum Eingang der Tempelanlage, wo den Besucher eine vergoldete Vajra und zwei Löwen den Eingang bewachen. Die Vajra ruht auf einem Mandala, der von Symbolen des tibetischen Kalenders verziert wird. Empfangen wird er außerdem von den drei Augen, die auf jeder Seite der Anlage angebracht sind. Während das Augenpaar das göttliche All-Sehen symbolisiert, steht das dritte Auge für die Weisheit.

Auf dem Weg zur großen Treppe über Vishnumati-Fluss.
Menschen und Schweine suchen im Müll nach Verwertbarem.
©: www.querrum.de
Von Kathmandu aus erreichen Wanderer die große Treppe über den Ortsteil Swayambhu, jenseits des Vishnumati-Flusses. Auf der Straße, die zur Treppe führt, steht zur Linken eine buddhistische Tempelanlage mit zahllosen Gebetsfahnen und einer riesigen Gebetsmühle.

Kathmandu | ©: www.querrum.de
Gebetsmühlen sind vor allem im tibetischen Buddhismus verbreitet. Dabei handelt es sich um Räder oder Walzen, deren Außenseiten mit Mantras und Gebeten verziert sind. Körperliche Aktivität und Spiritualität sollen mit ihnen vereinigt werden. Die Gläubigen sind davon überzeugt, dass sie mit dem Benutzen der Gebetsmühle gutes Karma anhäufen können.
Ein großes Tor führt Wanderer und Pilger von hier aus zum Fuß der großen Treppe. Sie führt auf 365 Stufen, teilweise sehr steil, auf den heiligen Hügel.

Am Fuße der großen Treppe | ©: www.querrum.de
Aber dieser Weg lohnt sich für den Besucher. Denn zahlreiche Statuen von verschiedenen Tieren säumen den Weg nach oben. Vor allem passieren die Pilger und Wanderer aber Darstellungen des Buddhas des Ostens. Eine Dreiergruppe steht am unteren Drittel der großen Treppe, eine weitere Dreiergruppe folgt im Mittelteil. Sobald die zweite Dreiergruppe passiert ist, beginnt der steilste Teil des Anstiegs. Während des Aufstiegs bekommen die Gäste bereits die ersten Tempelaffen zu sehen.

Bodhnath, Stupa | ©: dzain - Fotolia
Bekannt ist der Vorort Bodnath, etwa sechs Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Kathmandu gelegen, vor allem für seinen Stupa. Es handelt sich neben Swayambhunath um das wichtigste Heiligtum des Buddhismus in Nepal. Ein Durchmesser von 40 Metern und eine Höhe von 36 Metern machen den Stupa außerdem zu einem der größten Heiligtümer des Buddhismus weltweit. 1959 entstand nach der Flucht des Dalai Lama aus Tibet hier ein neues Glaubenszentrum für den tibetischen Buddhismus. Mit dem Cini Lama residiert hier außerdem der dritthöchste religiöse Würdenträger der Tibeter.
Errichtet wurde dieser Stupa zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert. Wie so vieles mischen sich auch bei der Entstehung dieses Stupa Legenden und Fakten zu einer untrennbaren Einheit.

Stupa in Bodnath | ©: www.querrum.de
Eine dieser Legenden besagt, dass Kangma einst ein überirdisches Wesen war, als Strafe für einen Diebstahl jedoch zur Sterblichkeit verdammt war: Sie wurde in die Familie eines Schweinehirten geboren. Sie verwitwete früh und erwarb sich mit dem Hüten von Gänsen einen gewissen Wohlstand.

Gebetsfahnen bei der Stupa in Bodnath | ©: www.querrum.de
Sie wollte ein Heiligtum errichten und bat den König um ein Stück Land, das sie mit dem Fell eines Büffels eingrenzen könnte. Nach der Zusage Schnitt sie ein Fell in dünne Streifen, mit welchen sie ein großes Gelände absteckte. Der Bau, den die Gänsehirtin begonnen hatte, wurde schließlich von ihren Söhnen vollendet.

Kinder in Bodnath | ©: www.querrum.de
Als Erbauer gelten die Licchavi, die in der spätvedischen Zeit eine Dynastie auf dem Gebiet des heutigen Bihar begründet hatten. In jener Zeit entwickelte sich das soziale System wie das Kastenwesen in Nordindien. Sowohl Siddhartha Gautama Buddha als auch Mahavira, der den Jainismus begründet hatte, hatten in ihrem Gebiet gelehrt. Der Stupa von Bodnath liegt an einer alten Handelsstraße und wurde wohl von den Händlern vor Beginn der langen Reise zum Gebet genutzt.
Ein vierstufiger Sockel, der vom Grundriss her einem tibetischen Mandala ähnelt, bildet den Sockel des Stupa. Über Treppen erreichen die Pilger den glockenförmigen Bau des Stupa. Darauf ruht ein 13stufiger Turm, der sich mit zunehmender Höhe verjüngt. Die Spitze des Turms bildet ein Schirm. Symbolisch steht der Turm für die 13 Stadien der Erkenntnis, die zur Erleuchtung führen. Die Augen des Buddha sind ebenso an den vier Seiten des Turmes angebracht wie das dritte Auge, das für die Erkenntnis steht.

Stupa in Bodnath | ©: www.querrum.de

Stupa in Bodnath | ©: www.querrum.de
Die Basis des Stupa wird von 108 kleinen Statuen eingesäumt. Sie stellen den Amitabha-Buddha dar, 108 gilt für Hindus und Buddhisten als heilige Zahl. Am Rand des Wandelgangs, auf dem die Gläubigen um den Stupa pilgern, ist, stehen Hunderte von Gebetsmühlen. Auf der nördlichen Seite des Stupa steht ein Schrein, welcher der Göttin der Pocken geweiht ist.
Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung ist der Stupa das Ziel der buddhistischen Gläubigen. Anlässlich des Vesakh-Festes werden auf den Terrassen des Stupa in Vollmond-Nächten Zigtausende von Butterlämpchen angezündet.
Unmittelbar neben dem Stupa stehen mehrere Klostergebäude, die von den Mönchen sowohl als Wohn-, als auch als Gebetsraum genutzt werden. Geschmückt sind diese Gebäude mit prächtigen Wandgemälden sowie Rollbildern.
Weil nach der Flucht aus Tibet vor den chinesischen Machthabern viele Tibeter geflohen sind, hat sich in Bodhnath auch eine tibetische Siedlung etabliert.

Totenverbrennung in Pashupatinath | ©: Przemyslaw Moranski - Fotolia
Das wichtigste hinduistische Heiligtum Pashupatinath liegt etwa fünf Kilometer östlich der Innenstadt von Kathmandu. Die Pilger reisen teilweise von sehr weit an. Das Gelände rund um den Tempel ist auch für Touristen frei zugänglich, den Tempel dagegen dürfen nur Hindus betreten. Geweiht ist der Tempel Shiva in der Inkarnation als "Herr der Tiere". Am Ufer des schmalen Bagmati-Flusses, der direkt neben Pashupatinath liegt, werden die Toten verbrannt.
Schon in vorchristlicher Zeit existierte am Standort des Pashupatinath-Tempels eine heilige Stätte. Der erste Tempel wurde im 5. Jahrhundert errichtet. Unter der Malla-Dynastie um 1696 erhielt er sein heutiges Gesicht. Der Tempel wurde in Form einer Pagode erbaut, die zwei Dachebenen mit vergoldetem Kupfer aufweist. Silberne Platten verkleiden die vier Eingangstore. Der Haupteingang ist das westliche Tor, an dem ein großer Bulle steht, dessen Hinterteil nach außen weist. Das zentrale Heiligtum ist ein Fruchtbarkeitssymbol des Gottes, welches für die Vereinigung von Mann und Frau steht.
Ausländische Besucher, welchen der Zutritt zum Tempel verweigert ist, finden eine verkleinerte Darstellung des Heiligtums bei Souvenirhändlern. Einen Eindruck bekommen sie allerdings im Pancha Deval im Südosten der Anlage. Dort befindet sich eine verkleinerte Kopie des Heiligtums. Der Hintergrund: Das Original darf nur von vier Priestern berührt werden. Alle anderen Gläubigen streuen Blumen über die Kopie und können diese auch kurz berühren.

Pashupatinath, Feuerbestattungen | ©: XtravaganT - Fotolia

Pashupatinath | ©: www.querrum.de
Direkt gegenüber des Haupteingangs befindet sich eine kleine Gasse, in der zahlreiche Händler ihre Waren feilbieten. Sie bieten Götterbilder, verschiedene Souvenirs und Blumengirlanden an. Bevölkert wird diese Gasse außerdem von Musikern und Bettlern.
Eine sehr gute Aussicht über den gesamten Komplex von Pashupatinath bietet eine Plattform, die sich in der Nähe des Haupteingangs auf einem Hügel befindet.

Pashupatinath | ©: www.querrum.de
Rund um die Tempelanlage von Pashupatinath befinden sich zahlreiche weitere Tempel und Schreine zu Ehren der Götter. Etwa ein Bachhareshvari-Tempel, ein Ram-Tempel und ein Gorakhnath-Tempel.

Pashupatinath: Scheiterhaufen zum Verbrennen der Toten | ©: www.querrum.de

Pashupatinath | ©: www.querrum.de
Südöstlich des Heiligtums überspannen zwei kleine Brücken den Bagmati. Unterhalb des Hauptgebäudes liegt das "Ufer der Adligen". Hier werden alle verstorbenen Mitglieder der Königsfamilie verbrannt. Ein Ehrenbataillon der Armee steht während dieser Zeremonie am gegenüberliegenden Ufer.

Pashupatinath | ©: www.querrum.de

Pashupatinath | ©: www.querrum.de
Gewöhnliche Sterbliche werden südlich der Brücken am "Ufer der Sonne" verbrannt. Für diese Zeremonie werden die Leichen in gelbe Tücher zu den Scheiterhaufen auf speziellen Plattformen getragen, wo der Scheiterhaufen errichtet wird. Bevor die Leiche verbrannt wird, wird sie mit Wasser aus dem heiligen Fluss bespritzt oder ihre Füße darin gewaschen. Mit feuchtem Stroh wird der Leichnam anschließend bedeckt. Der älteste Sohn, die älteste Tochter oder ein Priester schreitet fünfmal im Uhrzeigersinn um den Scheiterhaufen, bevor er den Scheiterhaufen mit einem Strohbüschel, das mit Butter getränkt ist, entzündet. Sobald die Leiche verbrannt ist, wird die Asche in den Fluss geschüttet.
Der Brauch des Sati wurde früher ebenfalls an dieser Stelle gepflegt, ist mittlerweile aber verboten. Verwitwete Frauen starben an der Seite ihrer verstorbenen Männer in den Flammen.
Als wichtiger Feiertag gilt die "Nacht des Shiva", die am Neumondtag im Februar/März gefeiert wird. Für dieses Ereignis strömen Tausende von Pilgern nach Pashupatinath. Weitere Festtage sind das Ekadashi am elften Tag nach Voll- und Neumond, das Frauenfest Tij sowie im Januar/Februar das Magh Sankranti.

Händler rund um Pashupatinath | ©: www.querrum.de

Blumenschmuck für die Bestattungen | ©: www.querrum.de

Patan (Lalitpur - Nepal) | ©: XtravaganT - Fotolia
Patan, als die ehemalige Königsstadt Nepals ist auch unter dem Namen Lalitpur bekannt. Anders als die Schwesterstadt Kathmandu, von der sie nur der heilige Fluss Bagmati trennt, ist Patan buddhistisch geprägt. Vom reichen buddhistischen Erbe zeugen heute noch mehr als 150 ehemalige Klöster. Ausländische Botschaften und Hilfsorganisationen siedeln sich meist lieber in Patan an, weil die Schwesterstadt sehr viel ruhiger ist als die Landeshauptstadt.
Einer Legende nach gründete der buddhistische Kaiser Ashoka Patan im 3. Jahrhundert. Er soll auch vier Stupen errichtet haben, von welchen einer bis heute erhalten ist. Allerdings macht der schlichte Bau des Ashoka-Stupa eine Datierung unmöglich, entsprechende Ausgrabungen wurden bislang nicht gestattet.

Patan (Lalitpur - Nepal) | ©: XtravaganT - Fotolia
Vor allem Tempel gehören neben den alten Palastanlagen rund um den Durbar Square zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Schließlich war Patan über Jahrhunderte die Residenzstadt der Herrscher, bis im 10. Jahrhundert die Schwesterstadt Kathmandu gegründet wurde.

erotische Holzschnitzereien und Figuren | ©: www.querrum.de

erotische Holzschnitzereien und Figuren | ©: www.querrum.de
Der älteste Tempel im historischen Zentrum von Patan ist der Char-Narayan-Tempel, der 1566 errichtet wurde. Geweiht ist er den vier Vishnus, seine Dachstreben sind mit Schnitzereien verziert, welche Vishnu in verschiedenen Darstellungen zeigen.
Die Statue des Königs Yoganarendra Malla, die 1700 angefertigt wurde, schmückt den Herrscher mit einem göttlichen Zeichen. Denn eigentlich ist die Haube einer Kobra, die sich schützend über seinen Kopf ausbreitet, ist eigentlich den Darstellungen des Gottes Vishnu vorbehalten.
Kva Bahal gilt als schönstes und bekanntestes Kloster in Batan. Aus seinem ursprünglichen Sanskritnahmen wurde der heute gebräuchliche Begriff "Goldener Tempel".
Zwei Löwenstatuen bewachen den Eingang. Sobald der Besucher hindurchtritt, erwarten ihn zahlreiche goldene Statuen und vergoldete Dächer aus Kupfer, welchen das Kloster seinen Namen verdankt.
Diese Pracht konnte sich das Kloster erlauben, weil es einst einen regen Handel mit Tibet betrieb. Von diesen Beziehungen zeugt heute noch ein tibetisches Kloster, das im Obergeschoss der Klosteranlage untergebracht ist. Eine Figur des Buddha Shakyamuni ist das wichtigste Heiligtum des Klosters. Dieses darf allerdings nicht fotografiert werden.

Patan (Lalitpur - Nepal) | ©: XtravaganT - Fotolia
"Markt des Glücks" lautet der Beiname des Pataner Durbar Square vor dem alten Königspalast und zahlreichen Tempeln. Der Grund dafür ist der Markt, der hier mit Dutzenden von Marktanbietern abgehalten wird. Verkauft werden frisches Obst und Gemüse, aber auch Stoffe und Saris.

Patan | ©: www.querrum.de
Bei einem Rundgang über den Durbar Square sehen die Besucher zunächst den Bhai Dega-Tempel. Er ist Shiva in der Form als Bisheshvar geweiht und beherbergt ein Schiva-Lingam.
Der Krishna-Tempel im Westen des Durbar Square ist einer der wenigen Tempel dieser Art mit einem achteckigen Grundriss. Im Unterschied zu den anderen Krishna-Tempeln besteht dieser außerdem komplett aus Stein. Markant ist der Einfluss der Moghuhl-Architektur aus Indien. Vor dem Tempel treffen sich heute die Lastenträger des Marktes zum Ausruhen oder zum Kartenspielen.
Das südlichste Palastgebäude, der Sundari Chowk, steht direkt gegenüber dem Tempel. Neben dessen Eingang sehen die Besucher Wandgemälde von Ganesha, Narasinha und Haruman. Für ein Erinnerungsfoto gesellt sich hier oft auch ein Sadhi dazu, der vor den Touristen Haschisch raucht und dafür ein Trinkgeld kassiert.
In der Mitte des Sundari Chowk steht der Tusha Hiti, ein Badetank aus Stein, der mit zahlreichen Gottheiten verziert ist. Gespeist wurde dieser Tank einst von den umliegenden Bergen durch ein Leitungssystem.

Patan | ©: www.querrum.de

Erotische Darstellungen der Holzschnitzereien
©: www.querrum.de
Wegen der großen Vielfalt an Figuren, die sich zu einem Gesamtkunstwerk vereinigen, gilt der Tank als eine der schönsten Steinmetzarbeiten des Landes. Unter anderem werden acht Matrikas, acht Nags und die acht Bhairavs dargestellt. Eine Muschel, die mit Metall überzogen ist, bildet den Wasserhahn. Umrahmt wird der Tank von zwei Schlangen, die sich um ihn herum schlängeln.
Gesäumt wird der Sundari Chowk von einem Gebäude mit drei Stockwerken. In dem reich verzierten Gebäudekomplex mit den kunstvoll geschnitzten Fenstern residierte einst die königliche Familie. Der König thronte auf einer Steinplatte neben dem Wassertank. Das Berühren der Platte ist verboten.

Ein ähnliches Tor aus Gold | ©: www.querrum.de
Das prächtige Goldene Tor bildet am dritten Palasthof auf dem Durbar Square den Eingang in den Palast. Das Tor ist verziert mit zahlreichen Bildnissen der Götter Shiva, Parvati, Kumar und Ganesha.
Der König zeigte sich dem Volk aus den nebenan liegenden, ebenso prächtigen Fenstern. Dieser Teil des Komplexes rund um den Durbar Sqaure gilt als der wichtigste. Der Bau wurde 1674 unter König Shrinivasa Malla begonnen und nach 60 Jahren Bauzeit 1734 unter Shrivishnu Malla vollendet. Der Palast wurde auf historischem Boden errichtet, denn schon im 7. Jahrhundert hatte sich hier ein Palast der Licchavi befunden. Das buddhistische Kloster Harkhushi wurde für den Palast an einen anderen Ort verlegt.

Patan | ©: www.querrum.de
Shiva ist einer der wichtigsten Götter im Hinduismus und gilt als herausragende Manifestation des Höchsten. Shiva verkörpert im hinduistischen Glauben sowohl Schöpfung, als auch Neubeginn, er steht aber auch für den Erhalt und die Zerstörung. Mehr als 1.000 Namen sind Shiva zugeordnet, jeder Name steht dabei für eine andere Facette des Gottes. Er wird oft mit seiner Frau Parvati, einem Reittier oder seinen Söhnen abgebildet. Zusammen mit Ganesha und Parvati bildet er eine Trinität als göttliche Familie.
Die Muttergöttin Parvati verkörpert die treue, hingebungsvolle und ideale Ehe. In der Dreiheit mit dem Gatten Shiva und dem Sohn Ganesha ist sie das Beispiel einer perfekten hinduistischen Familie. Die Göttin erscheint in mehreren Formen, die düstere Variante ist als blutrünstige Göttin Kali bekannt.
Ganesha ist eine der beliebtesten Gottheiten im Hinduismus. Er ist der Hüter der Hindernisse, der diese für den Menschen beseitigt oder sie in den Weg legt. Zudem fungiert Ganesha als Götterbote zu seinem Vater Shiva.
Die letzte Götterfigur auf dem Goldenen Tor stellt schließlich Kunar, den Sohn des hinduistischen Kriegsgottes Skanda, dar. Laut der göttlichen Genealogie ist Kunar Shivas Enkel.

Patan (Lalitpur - Nepal) | ©: XtravaganT - Fotolia
Der dem Gott des Handels geweihte Bhimsen-Tempel liegt schräg gegenüber dem Mandi Mandap. In diesem Pavillon aus dem 18. Jahrhundert wurden Krönungszeremonien durchgeführt.
Das Hauptheiligtum befindet sich im ersten Stock des dreistöckigen Gebäudes. Hier befindet sich eine kunstvoll angebrachte Balustrade auf der östlichen Fassade. Nachdem der Tempel ursprünglich 1681 erbaut wurde, restaurierte man ihn in den folgenden Jahrzehnten mehrfach. Die jüngste Sanierung erfolgte 1967.
Vom Dach des Bhimsen-Tempels hängt ein überdimensionales Pendel, das mit kunstvollen Schmiedeeisenarbeiten verziert ist und von verschiedenen Mantra-Inschriften verziert wird. Dieses Pendel wurde dem Tempel von einem reichen Gönner gestiftet.
Bei der Art der Verzierung handelt es sich um eine sogenannte Repoussée-Arbeit. Dabei werden verschiedene Metalle zu verschiedenen Schmuck- oder Kunstobjekten gehämmert. Dieses besondere Kunsthandwerk hat in Nepal eine lange Tradition, die bis zum Anfang des 7. nachchristlichen Jahrhunderts zurückreicht. Die Europäer kennen dieses Handwerk unter dem Begriff Treiben. Das Metall wird dabei vorwiegend im kalten Zustand bearbeitet. Weiche Metalle wie Bronze, Silber und Gold eignen sich hervorragend für diese Art der Bearbeitung. Schon im Altertum wurden auf diese Art Grabbeigaben hergestellt. Weit verbreitet ist das Handwerk auch heute noch, wenn es darum geht, Kunst und Architektur zu kombinieren oder für die Herstellung von Unikaten.
Dieser Tempel wird vor allem von den Händlern und Gewerbetreibenden in Patan oft besucht. Zahlreiche Händler bieten außerdem rund um den Tempel ihre Waren feil. Diese erhoffen sich göttlichen Beistand für ihre Geschäfte. Der Bhimsen-Tempel steht in nächster Nachbarschaft zum Vishavanath-Tempel.

Patan | ©: www.querrum.de

Patan | ©: www.querrum.de
Der größte von drei Innenhöfen schließt sich im Norden dieses Hofes an. Den Zugang zum Mul Chowk bewachen zwei steinerne Löwen. Zwei Jahre nach dem Bau wurde er 1662 von einem Brand zerstört und Mitte der 1660er Jahre restauriert wurde.

Patan | ©: www.querrum.de
Ein Schrein zu Ehren der Göttin Bidya steht in der Mitte des Platzes. Der Schrein mündet in eine spitze, mit Metall beschlagene Spitze.
Gegenüber des Taleju-Tempels befindet sich im Süden des Mul Chowk ein Schrein der Göttin zwischen zwei lebensgroßen Statuen der Flussgöttinnen Ganga und Yamuna. Die Göttinnen stehen auf einer Schildkröte, respektive einem Krokodil. Die beiden Göttinnen repräsentieren den heiligen Fluss Ganges sowie den Ganges-Nebenfluss Yamuna. Die rechten Handflächen der Göttinnen ziert eine metallene Spitze, die den Lauf des Wassers symbolisieren sollen.

Patan | ©: www.querrum.de
Die Gebäude rund um den Innenhof dienten einst den Priestern als Wohnung. Diese Priester waren für die Durchführung der religiösen Zeremonien am Hof des Königs verantwortlich.
Der Taleju-Tempel hat fünf Stockwerke, ein dreistöckiges Dach und weist einen achteckigen Grundriss auf. Errichtet wurde dieser Tempel unter Shrinivasa Malla, der den Bau auf einem schon vorhandenen, dreistöckigen Gebäude errichten ließ. Zum Taleju-Tempel gehört auch die Taleju-Glocke, die auf der gegenüberliegenden Seite der Straße angebracht ist. Die Glocke wurde anno 1737 gegossen.

Patan | ©: www.querrum.de
Nur für Priester zugänglich ist dagegen der Degutaleju-Tempel, der 1671 nebenan, ebenfalls auf einem schon vorhandenen Gebäude, errichtet wurde. Hier ließ sich der Bauherr, Siddhi Narasinha Malla einen eigenen Raum zum Beten einrichten. Geweiht ist dieser Tempel Taleju Bhawani.
Vor allem hochwertiges Kunsthandwerk wird in den Geschäften rund um den Mul Chowk angeboten. Besonders beliebt sind die Thangkas, buddhistische Rollbilder, die von den Künstlern in oft monatelanger Arbeit gefertigt werden. Denn die Farbe wird mit sehr feinen Pinselchen auf den Untergrund aufgetragen. Mit etwas Glück können Touristen den Künstlern bei der Herstellung der aufwendigen Gemälde über die Schulter schauen.
[ © Das Copyright liegt bei www.querrum.de | QUERRUM - QUER RUM gedacht, geschrieben, notiert]