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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)


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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die Leitbilder der westlichen Medizin und die der Traditionellen Chinesischen Medizin unterscheiden sich ganz deutlich voneinander. Erstere orientiert sich sehr stark an der Naturwissenschaft. Alles wird auf das Gegenständliche bezogen, nicht greifbare Dinge finden schlichtweg nicht statt. Mit diesen Eigenschaften ist die westliche Medizin gut für akute, schwere Krankheitsbilder geeignet, zur Vorbeugung gegen Krankheiten oder zur sanften Heilung von Fehlfunktionen dagegen eher nicht.

In der modernen westlichen Medizin muss alles messbar sein. Jede Krankheit wird als Veränderung der biologischen, chemischen oder physikalischen Prozesse im Körper angesehen. Durch den entsprechenden Eingriff in den Organismus können diese Veränderungen wieder korrigiert werden.

Anders in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Hier steht die Gesamtheit von Körper, Geist und Seele im Mittelpunkt. Jeder Mensch besitzt laut der Meinung der TCM ein gewisses Potential an Lebensenergie, genannt Qi. Wenn diese Lebensenergie aufgebraucht ist, stirbt der Mensch. Das Qi fließt in vorgegebenen Bahnen – Meridiane genannt – durch den ganzen Körper und durchdringt so den Menschen. Krankheiten entstehen nach der Meinung der TCM immer durch eine Blockade der Wege, auf denen das Qi transportiert wird. Im Umkehrschluss bedeutet das: wenn irgendeine Stelle im Körper nicht mit Qi versorgt wird, wird der Mensch an dieser Stelle krank.

Aufgrund dieser Herangehensweise ist die Traditionelle Chinesische Medizin insbesondere für chronischen Krankheiten und Funktionsstörungen des Körpers ein wirkungsvolles Mittel und ergänzt die westliche Medizin in idealer Weise. Eine Kombination aus beiden Medizinformen sorgt dafür, dass der Körper stets im Gleichgewicht gehalten wird, bei akuten Beschwerden aber trotzdem schnelle und effektive Hilfe angeboten werden kann.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß hier keine Heil- oder Gesundheitsberatung durchgeführt wird, noch irgendwelche Fragen diesbezüglich beantwortet werden. Wenden Sie sich in allen Fragen an Ihren Arzt, bzw. Heilpraktiker oder fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

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Das Qi

Wie bereits angedeutet, ist das Qi (gesprochen: Tschi) eine der wichtigsten Grundlagen in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Woraus die Lebensenergie Qi besteht, können die Mediziner der westlichen Welt immer noch nicht hundertprozentig nachvollziehen. Oft wird der Begriff mit „Energie“ übersetzt, was allerdings nur unzureichend zutrifft.

Laut chinesischer Definition setzt sich das Schriftzeichen Qi aus zwei verschiedenen Wörtern zusammen, welche einerseits mit „Dampf“, andererseits mit „Reis“ übersetzt werden können. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Qi sowohl eine materielle Komponente (Reis), als auch eine immaterielle Komponente (Dampf) besitzt. Dabei geht man davon aus, dass sich das Qi nicht nur im menschlichen Körper befindet, sondern überall vorhanden ist – in der Luft, der Erde, dem Wasser usw. Indem es sich zusammenzieht, formt es den menschlichen Körper, vergleichbar mit Wasser, das zu Eis erstarrt.

Yin und Yang

Eine sehr wichtige Rolle hinsichtlich des körperlichen Gleichgewichts spielen neben dem eigentlichen Energiefluss des Qi auch die Elemente Yin und Yang. Sie verkörpern die Gegensätze, welche in jeder Materie enthalten sind. Ein Körper kann sich nur dann im Gleichgewicht befinden, wenn von beiden Elementen ausreichend Anteile in ihm vorhanden sind. Yin und Yang lassen sich dabei mit vielem vergleichen, zum Beispiel Gut und Böse, Männlich und Weiblich etc.

Qi Gong

Die Bezeichnung Qi findet sich auch im Begriff Qi Gong wieder. Dabei handelt es sich um Übungen und Mechanismen, mit denen der Fluss des Qi im Körper bearbeitet beziehungsweise gesteuert werden kann. Grundsätzlich fließt das Qi im menschlichen Körper auf genau bestimmbaren Bahnen, die Meridiane genannt werden. Eine genaue Erklärung dazu erhalten sie im Folgenden.

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Die Meridiane

Die Meridiane spielen in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine sehr wichtige Rolle für den korrekten Fluss der Lebensenergie - des Qi - im Körper. Der Begriff Meridiane stammt eigentlich nicht aus China, sondern es handelt sich dabei um einen aus der westlichen Astronomie bekannten Begriff für die Umlaufbahn eines Sterns oder Planeten. Mit der Zeit bürgerte sich dieser jedoch für die Bahnen im Körper, in denen das Qi transportiert wird, ein. Die korrekte Bezeichnung für diese Bahnen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin lautet qingluo. Sie wird jedoch heute kaum noch verwendet.

In der westlichen Medizin wurden und werden die Meridiane oft falsch verstanden. Man vergleicht sie mit den Adern im Körper des Menschen, in denen das Blut fließt. Bei den Meridianen dagegen handelt es nicht um physisch vorhandene Elemente im Körper, sondern lediglich um gedachte Laufbahnen beziehungsweise Linien.

365 Therapiepunkte

Um den Fluss der Lebensenergie in den Meridianen zu beeinflussen, legte die Traditionelle Chinesische Medizin eine ganze Reihe verschiedener, so genannter Therapiepunkte fest. Die Anzahl dieser Punkte variierte immer wieder, heute hat man sich auf 365 feste Punkte geeinigt. In der TCM können diese Punkte mittels Akupunktur, Akupressur oder anderer Verfahren stimuliert beziehungsweise gereizt werden, um den Fluss des Qi an dieser Stelle zu verbessern und damit Störungen beim Patienten zu beseitigen.

Obwohl die angesprochenen Therapiepunkte auf den Meridianen (wie auch die Meridiane selbst) nicht sichtbar sind, können erfahrene Mediziner diese anhand eines, verglichen mit anderen Körperstellen, größeren Gewebewiderstandes erspüren. Bei besonders sensiblen Patienten funktioniert dies ebenfalls, sie spüren beim Reizen der Therapiepunkte oftmals deutliche Auswirkungen wie zum Beispiel Kribbeln, Schmerzen oder ähnliches.

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Die fünf Elemente

Eine sehr große Rolle in der Traditionellen Chinesischen Medizin spielen die fünf Elemente. Sie werden auch als Funktionskreise bezeichnet. Zusammengenommen bilden alle fünf Elemente in der TCM - ähnlich wie bei Yin und Yang - ein Gleichgewicht, bei dem jedes einzelne Element Auswirkungen auf alle anderen Elemente hat und diese damit unterstützt.

Holz - Feuer - Metall - Wasser - Erde

Jedem Element ist eine Jahreszeit, ein Körperorgan, ein bestimmtes Gefühl, teilweise ein Geschmack sowie eine meteorologische Komponente zugeordnet. Hier eine Auflistung der einzelnen Elemente mit den ihnen zugeordneten Komponenten:

Jedem Element sind feste Krankheitssymptome zugeordnet

In der Traditionellen Chinesischen Medizin kommen die Elemente zum Einsatz, indem ihnen feste Krankheitssymptome zugeordnet sind. Darüber hinaus sind auch die Therapiepunkte, welche auf dem Meridianen im Körper liegen, jeweils einem beziehungsweise mehreren Elementen zugeordnet. Wenn also ein Patient über bestimmte Probleme klagt, kann der Arzt anhand dieser Informationen herausfinden, welches Element im Körper beeinträchtigt ist. Anschließend kann er mit der geeigneten Maßnahme dieses Element beeinflussen.

Wichtig zu wissen ist, dass keines dieser Elemente, wenn es im Körper des Patienten einen Schaden aufweist beziehungsweise beeinträchtigt ist, von außen wiederhergestellt beziehungsweise repariert werden kann. In der Traditionellen Chinesischen Medizin kann lediglich die Selbstheilungskraft des Körpers in soweit gestärkt werden, dass dadurch das Gleichgewicht aller Elemente automatisch wiederhergestellt wird.

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Akupunktur

Die Akupunktur ist heute die mit Abstand bekannteste und wichtigste Heilmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie wurde vor mehr als zweitausend Jahren entwickelt und hat sich seitdem in unzähligen Fällen sehr gut bewährt.

Grundlage der Akupunktur

Grundlage der Akupunktur ist das Einstechen von sehr dünnen Nadeln in festgelegte Punkte am menschlichen Körper, wodurch die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden sollen. Damit können Ungleichgewichtzustände im Körper, die Krankheiten auslösen beziehungsweise auslösen können, wieder ins rechte Lot gebracht werden.

Mit Hilfe der Akupunktur wird der Fluss das Qi - die Lebensenergie im menschlichen Körper - gesteuert. Dieses Qi fließt in festgelegten Bahnen, den so genannten Meridianen. Ist eine körperliche Störung beziehungsweise eine Krankheit vorhanden, so kann das Qi an bestimmten Stellen des Körpers nicht mehr gelangen, da die Bahn an diesem Punkt blockiert ist. Durch die Akupunktur wird die Blockade gelöst, so dass die Lebensenergie wieder in das kranke Körperteil fließen kann. Es kann somit durch die Selbstheilungskräfte wieder geheilt werden.

Wie bereits angedeutet, sind die speziellen Nadeln, welche für die Akupunktur-Behandlung benutzt werden, sehr dünn. Sie werden durch eine leichte Drehbewegung in den Körper eingestochen, so dass der Patient dabei in der Regel keinerlei Schmerz verspürt. Eine durchschnittliche Akupunktursitzung dauert etwa 30 Minuten. Akupunktur kann übrigens auch bei Kindern angewandt werden, bei ihnen verkürzt sich die Behandlungszeit auf etwa die Hälfte.

Welche Krankheiten beziehungsweise Ungleichgewichtzustände können durch eine Akupunktur behandelt werden?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Akupunktur für alle körperlichen Ungleichgewichtzustände beziehungsweise Arten von Krankheiten angewendet. In der westlichen Medizin hat es sich jedoch eingebürgert, die Akupunktur entweder als Unterstützung zu einer schulmedizinischen Behandlung hinzuzuziehen, oder sie zur Behandlung von nicht akuten, oft chronischen Erkrankungen zu nutzen. Solche Erkrankungen können zum Beispiel sein: Migräne, Schlaflosigkeit, Allergien, Arthritis, Entzündungen, Koliken, Stresserkrankungen sowie Autoimmunkrankheiten. Aber auch leichtere akute Erkrankungen wie zum Beispiel Erkältungen oder zahlreiche Kinderkrankheiten können mittels Akupunktur behandelt werden.

Doch nicht nur Krankheiten, die sich an konkreten körperlichen Symptomen zeigen, lassen sich mit Hilfe der Akupunktur behandeln. Auch Suchtkrankheiten sowie psychische beziehungsweise seelische Leiden eignen sich sehr gut für eine Akupunkturbehandlung. Vielfach bewährt hat sich die Akupunktur dabei zur Behandlung von Nikotin- und/oder Alkoholsucht. Hier wurden bereits in der Vergangenheit sehr gute Erfolge erzielt.

Wichtig zu wissen ist, dass bei der Akupunktur niemals nur die Symptome einer Krankheit behandelt werden. Nach dem Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin wird immer der komplette Mensch behandelt. Daraus ergibt sich, dass jeder Kranke anders behandelt werden muss. Kommen zwei Menschen mit den gleichen Krankheitssymptomen zur Akupunktur, wird der Mediziner höchstwahrscheinlich nicht die gleichen Akupunkturpunkte bei beiden Patienten ansprechen.

Weiterhin eignet sich die Akupunktur auch in besonderem Maße dafür, vorbeugend gegen alle möglichen Arten von Krankheiten eingesetzt zu werden. Durch das ganzheitliche Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin ergeben sich umfangreiche diagnostische Möglichkeiten, mit denen sich anbahnende körperliche, psychische oder seelische Ungleichgewichtzustände sehr frühzeitig feststellen lassen. So ist es z. B. möglich, mittels der Akupunktur eine sich anbahnende Allergie zu behandeln, auch wenn der Patient hiervon noch gar keine Kenntnis hat.

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Moxibustion

Die Moxibustion ist - ähnlich wie die Akupunktur - ein über Jahrtausende bewährtes Verfahren zur Stimulation spezieller Therapiepunkte, welche sich auf den Meridianen im Körper befinden. Bei der Moxibustion wird dies jedoch nicht durch das Einstechen von Nadeln erreicht, sondern durch das gezielten Erwärmen der betreffenden Körperstellen.

In Fachkreisen nennt man die Moxibustion auch Moxa-Therapie. Im umgangssprachlichen Bereich wird die Anwendung der Moxibustion meist kurz „moxen“ genannt.

Die Therapiepunkte, welche bei einer Moxibustion angesprochen werden, können mit denen bei der Akupunktur übereinstimmen, in einigen Fällen unterscheiden sie sich jedoch auch von diesen. Im Gegensatz zur Akupunktur ist die Moxibustion allerdings im westlichen Raum immer noch relativ unbekannt und wird wesentlich seltener angewandt. Und das, obwohl die Methode bereits im 17. Jahrhundert durch das Veröffentlichen eines Buchs des Pfarrers Hermann Buschoff bekannt gemacht wurde.

Wie läuft eine Moxibustion genau ab?

Grundlage der Moxibustion ist, die entsprechenden Therapiepunkte durch den Einfluss von Wärme zu reizen. Die Punkte werden also lediglich äußerlich gereizt, nicht, wie bei der Akupunktur, durch einen Eingriff in den Körper.

Die traditionelle Methode der Moxibustion in China wird angewandt, indem der Arzt zunächst Ingwerscheiben auf die Haut über die entsprechenden Therapiepunkte legt. Auf diese Ingwerscheiben werden nun kleine Kegel gesetzt, die aus getrocknetem Beifußkraut bestehen. Diese Kegel werden im Anschluss angezündet und brennen dann ganz langsam ab. Der Patient wartet ab, bis er ein deutliches Hitzegefühl am entsprechenden Therapiepunkt spürt. Anschließend kann der Kegel abgenommen werden, oder - wenn nur ein Kegel verwendet wird - dieser zum nächsten Therapiepunkt weitergesetzt werden. Die Therapie sieht dabei vor, jeden Therapiepunkt mehrmals zu erhitzen, bis eine Rötung der Haut sichtbar wird.

Neben dieser traditionellen Methode der Moxibustion haben sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Abwandlungen davon gebildet. So setzen einige chinesische und japanische Mediziner bei sehr starken und akuten Beschwerden die Beifußkraut-Kegel direkt auf die Haut, das heißt ohne Unterlegen einer Ingwerscheibe. Der Therapiepunkt wird dadurch wesentlich intensiver erhitzt, wodurch auch Brandblasen entstehen können. Diese sind allerdings beabsichtigt und stellen einen Teil der Behandlung dar.

In Anlehnung an die Akupunktur werden heute bei der Moxibustion teilweise auch Nadeln verwendet. Sie werden in den entsprechenden Therapiepunkt eingestochen und sollen die Hitze des brennenden Beifußkrauts nicht nur äußerlich auf die Haut leiten, sondern auch direkt in den Körper zum Therapiepunkt.

Moxibustionspflaster

Als etwas mildere Methode gibt es inzwischen auch Moxibustionspflaster, die völlig ohne Feuer auskommen und einfach auf die Haut geklebt werden. Diese Pflaster enthalten eine Füllung aus verschiedenen Heilkräutern, die in Verbindung mit der Körperwärme eine Wärmereaktion erzeugen sollen. Die Wirkung dieser Pflaster wird jedoch als wesentlich geringer beschrieben, als beim traditionellen Verfahren der Moxibustion.

Anwendungsgebiete der Moxibustion

Die Anwendungsgebiete der Moxibustion ähneln denen der Akupunktur, unterscheiden sich jedoch in einigen Details. So soll die Moxibustion beispielsweise nicht bei Entzündungen und Fieber angewandt werden. Auch bei Schlaflosigkeit ist sie aufgrund der anregenden Wirkung eher nicht zu empfehlen. Darüber hinaus empfiehlt es sich nicht, eine solche Behandlung im Gesicht beziehungsweise am gesamten Kopf des Patienten durchzuführen. Am besten geeignet ist die Moxibustion zur vorbeugenden oder akuten Behandlung von Erkrankungen der Atemwege, sowie bei allen chronischen Erkrankungen.

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Akupressur | Shiatsu

Bei der Akupressur und beim Shiatsu handelt es sich um spezielle Massagetechniken aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Während die Akupressur in China entwickelt und schon immer dort eingesetzt wurde, stammte die Shiatsu Massage ursprünglichen aus Japan, wird aber heute im gesamten asiatischen Raum im Rahmen der Medizin angewendet. Auch in Europa sind beide Massagetechniken inzwischen sehr beliebt und verbreitet.

Was ist der Unterschied zwischen Akupressur und Shiatsu?

Die Akupressur lehnt sich sehr stark an die Akupunktur an. Es handelt sich dabei weitgehend um die gleichen Therapiepunkte, die allerdings nicht der mittels dem Einstechen von Nadeln stimuliert werden, sondern durch das gezielte Massieren mit den Fingern. Die Shiatsu Massage wird ebenfalls mit den Fingern durchgeführt, allerdings erstreckt sich diese auf den ganzen Körper und nicht nur auf die Therapiepunkte auf den Meridianen.

Anwendungsgebiete der Akupressur

Die Anwendungsgebiete der Akupressur decken sich fast hundertprozentig mit denen der Akupunktur. Die Behandlung ist jedoch durch die gezielte Massage der Therapiepunkte mit den Fingern etwas sanfter, als das Einstechen der Nadeln bei der Akupunktur. Deshalb wird Akupressur oft bei empfindlichen Menschen sowie Kindern angewendet. Die Wirksamkeit der Akupressur soll allerdings nicht ganz so hoch sein, wie bei einer Akupunktur.

Vorgehensweisen bei der Shiatsu Massage

Bei der Shiatsu Massage dagegen gibt es mehrere Vorgehensweisen. Die so genannte „meridianfreie Shiatsu Massage“ bezieht den gesamten Körper mit ein und ist mit einer aus der modernen westlichen Welt bekannten Entspannungsmassage zu vergleichen. Weiterhin gibt es die klassische Shiatsu Massage, bei der ebenfalls der gesamte Körper massiert wird, wobei die Massagebewegungen allerdings immer entlang der Meridiane ausgeführt werden. Diese Massageform ist also eher als medizinische Maßnahme zu verstehen und nicht als Entspannungsmassage und ist auch nicht als eine Art Massage für mehr Schönheit zu verstehen.

Durch eine Shiatsu Massage sollen nicht nur die auf den Meridianen gelegenen Therapiepunkte angesprochen werden, sondern es soll der gesamte Körper des Patienten stimuliert und mobilisiert werden. Gleichzeitig werden die Meridiane angeregt, so dass die Lebensenergie besser und schneller fließen kann. Muskeln und Sehnen werden gelockert, so dass der ganze Körper geschmeidiger und weniger anfällig gegen Verhärtungen ist. Durch die wohltuende Massage soll außerdem das geistige und emotionale Wohlbefinden das Patienten gefördert werden.

Im Gegensatz zur Akupressur und auch zur Akupunktur eignet sich Shiatsu weniger zur Behandlung von Krankheiten an den inneren Organen des menschlichen Körpers als eher dazu, Beschwerden am Bewegungsapparat zu behandeln. Insbesondere Rückenschmerzen, Schulter- und Nackenschmerzen sowie alle Probleme beim Stehen und Gehen können damit wirkungsvoll behandelt werden. Durch das Lösen von Verspannungen können in der Folge auch andere Beschwerden abklingen, zum Beispiel bei einer Verspannung im Nacken die damit einhergehenden Kopfschmerzen.

Während die Akupressur meist auf einer Liege oder im Sitzen praktiziert wird, liegt der Patient bei einer Shiatsu Massage normalerweise auf einer Matte, die sich direkt auf dem Boden befindet. Der Masseur benutzt nicht nur die Fingerspitzen, sondern vollzieht die Massage unter dem Einsatz seines gesamten Körpers. Dazu gehört auch das Massieren mit Knien, Ellenbogen oder Füßen.

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Tuina

Ähnlich wie bei Akupressur und Shiatsu handelt es sich bei Tuina (auch „Tui Na“ oder „Tui-Na“ geschrieben) um eine spezielle Massagetechnik aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie ist allerdings wesentlich umfassender als die beiden vorher genannten Methoden und bezieht einzelne Elemente dieser mit ein. Zusätzlich fließen auch Techniken der Chiropraktik mit in die Tuina ein.

Die grundsätzlichen Massagegriffe bei der Tuina lassen sich bereits von der Bezeichnung ableiten. Die Wörter „tui“ und „na“ bedeuten übersetzt „drücken“ oder „schieben“ sowie „ziehen“ und „greifen“.

Tuina Massage zielt auf Körper, Geist und Seele

Wie alle Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin zielt auch die Tuina Massage auf den gesamten Körper, den Geist und die Seele des Patienten. Mittels der speziellen Massagetechniken sollen sowohl die Lebensenergie - das Qi - als auch das Blut des Patienten wieder besser fließen können. Blockaden der Meridiane können damit aufgelöst werden, so dass wieder alle Körperteile optimal mit Qi und Blut versorgt werden. Durch die Stimulation der bereits aus der Akupunktur und Akupressur bekannten Therapiepunkte können außerdem innere Organe angesprochen werden. Insgesamt sollen durch die Tuina Massage die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt werden, so dass sich dieser von allein wieder ins Gleichgewicht bringen kann. Grundsätzliches Ziel ist es, die Funktionskreise aller fünf Elemente in ein optimales Gleichgewicht zu bringen.

Tuina Massage bei welchen Krankheiten?

Durch die umfassende Ausrichtung dieser Therapieform können zahlreiche Krankheiten und körperliche Funktionsstörungen damit behandelt werden. Wie bei der Akupressur und der Shiatsu Massage lassen sich mit der Tuina beispielsweise Beeinträchtigungen am Bewegungsapparat des menschlichen Körpers wirkungsvoll behandeln. Darüber hinaus können chronische Erkrankungen wie Migräne, Asthma und Hyperaktivität gelindert werden. Im Bereich der inneren Organe bietet sich die Tuina Massage zur Behandlung von Gastritis, Hypertonie, Verstopfung sowie zahlreichen gynäkologischen Erkrankungen an.

Durch die teils sehr kraftaufwändigen Massagegriffe sollte die Tuina allerdings nicht bei Hautdefekten, Entzündungen und akuten Infektionen, Tumoren und sonstigen akuten Verletzungen angewandt werden.

Behandlungsdauer

Für eine Tuina Massage wendet der Therapeut zahlreiche verschiedene Griffe und Behandlungstechniken an. Insgesamt besteht die Massagetechnik aus über 300 einzelnen Griffen, darüber hinaus gibt es 18 verschiedene Grundgriffe. Eine Therapie mit der Tuina Massagetechnik sollte mindestens zehn Behandlungssitzungen beinhalten, damit sich die Wirksamkeit optimal entfalten kann. Jede Behandlungssitzung dauert im Durchschnitt etwa 30 Minuten. Die verschiedenen Massagegriffe reichen vom Drücken der aus der Akupressur bekannten Therapiepunkte über das Klopfen und Reiben entlang der Meridiane bis hin zum Rollen und Drehen von Hautpartien, um Verspannungen zu lösen. Für den Patienten kann die Tuina Massage mitunter relativ schmerzhaft sein, da die Massagegriffe in der Regel unter relativ großem Druck erfolgen.

Aus diesem Grund sollte eine Tuina Massage ausschließlich von geschultem Fachpersonal vorgenommen werden. Andernfalls können irreparable Schäden an Haut, Gelenken und dem gesamten Bewegungsapparat entstehen. Obwohl es zahlreiche Bücher gibt, die Anregungen für selbstständige Übungen und Massagetechniken geben, raten die Mediziner generell von einer Selbstbehandlung ab.

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Schröpfen

Das Schröpfen wird als ausleitendes Therapieverfahren seit vielen Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) angewendet. Grundlage dabei ist, dass mittels spezieller Schopfgläser, denen die Luft entzogen wird, ein Unterdruck erzeugt wird. Konkret bedeutet das: die Schröpfgläser werden direkt auf die Haut gesetzt und anschließend wird mittels einer Pumpe oder einer Verbrennung die darin vorhandene Luft entzogen. Durch den Unterdruck saugt sich die Haut in das Glas hinein und die Durchblutung an der betreffenden Stelle wird verbessert.

Zwei Arten des Schröpfens

Grundsätzlich gibt es das Schröpfen auf zwei verschiedene Arten. Beim trockenen Schröpfen werden die Gläser auf unversehrte Hautstellen gesetzt, wodurch keinerlei Wunden entstehen. Die einzigen bleibenden Merkmale beim trockenen Schröpfen sind eventuell Blutergüsse, die nach der Behandlung zurückbleiben können.

Beim so genannten blutigen Schröpfen wird die Haut dagegen angeritzt, bevor das Schröpfglas aufgesetzt und diesem die Luft entzogen wird. Durch den Unterdruck tritt verstärkt Blut an der Schröpfstelle aus. Diese Methode des Schröpfens geht zurück auf die seit mehreren tausend Jahren angewandte Technik des Aderlasses. Man möchte damit bewirken, dass negative Körpersäfte, die sich laut Überlieferung an Stellen befinden, an denen beim Patienten Probleme auftreten, ausgeleitet werden. Heutzutage wird das blutige Schröpfen jedoch nicht mehr so oft angewendet, da hierbei durchaus Probleme entstehen können. Dies könnten zum Beispiel Entzündungen oder die Bildung von Narben sein. Auch Blutvergiftungen sind bei unsachgemäßer Behandlung und mangelnder Hygiene schon aufgetreten.

Wie bereits angedeutet, werden beim trockenen Schröpfen spezielle Gläser auf die Hautoberfläche gesetzt. Oft geschieht dies auf dem Rücken des Patienten. Um die Luft aus diesen Gläsern auszuleiten und dadurch einen Unterdruck zu erzeugen, gibt es verschiedene Verfahren. Traditionell wird die Luft mittels einer Flamme vorher erhitzt und ihr dadurch der Sauerstoff entzogen. Wird das Glas nun auf die Hautstelle gesetzt, bildet sich ein Unterdruck von selbst. Mittlerweile gibt es jedoch auch Schopfgläser, an die eine Unterdruckpumpe angeschlossen werden kann. Mittels dem Pumpen von Hand kann diesen Gläsern nach dem Aufsetzen die Luft manuell entzogen werden.

Bei den Körperstellen, auf die die Schröpfgläser aufgesetzt werden, handelt es sich in der Regel um die aus der Akupunktur beziehungsweise Akupressur bekannten Therapiepunkte, welche auf den Meridianen liegen. Dadurch können körpereigene Funktionen gestärkt und Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Auch Verspannungen von Muskeln und Sehnen können durch diese Therapie gelöst werden. Beim blutigen Schröpfen können dann darüber hinaus auch Schlacken, die sich durch den Stoffwechsel im Körper bilden und Giftstoffe enthalten können, ausgeschwemmt werden.

Wirksamkeit des Schröpfens

Die moderne westliche Medizin konnte bisher keinen eindeutigen Nachweis über die Wirksamkeit des Schröpfens erkennen. Jedoch hat sich in der Vergangenheit schon oft gezeigt, dass dieses Verfahren sehr wohl positive Wirkungen auf den Körper haben kann. Traditionell wird es sehr gerne bei Bluthochdruck, Migräne, Rheuma, Lungenproblemen, Nierenschwäche sowie bei allen körperlichen Beeinträchtigungen, welche mit der Muskulatur beziehungsweise den Bandscheiben im Rücken in Zusammenhang stehen, angewendet.

Insbesondere das blutige Schöpfen sollte ausschließlich von geschulten Fachpersonal durchgeführt werden. Menschen, die Probleme mit der Blutgerinnung haben, dürfen keinesfalls blutig geschröpft werden. Dies trifft ebenso auf Patienten zu, welche Probleme mit Hautkrankheiten, wie z. B. Ekzeme, Neurodermitis oder extreme Akne haben. In der Regel bleiben nach dem Schröpfprozess Hämatome an den betroffenen Hautstellen für einige Tage sichtbar. Auch eine Nervenreizung beziehungsweise ein Wärmegefühl kann nach der Behandlung für eine begrenzte Zeit überbleiben. Sehr wichtig ist die Einhaltung absoluter Hygiene, andernfalls können leicht Infektionen und andere Krankheiten übertragen werden.

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Pharmakologie / Phytotherapie

Nicht nur manuelle Verfahren kommen in der Traditionellen Chinesischen Medizin zum Einsatz. Selbstverständlich hält diese Gesundheitslehre auch zahlreiche Arzneimittel bereit. Diese werden jedoch nicht, wie zumeist in der westlichen Medizin, chemisch hergestellt, sondern bestehen zum allergrößten Teil aus pflanzlichen Inhaltsstoffen. Daher wird die Pharmakologie in der Traditionellen Chinesischen Medizin auch oft als Phytotherapie bezeichnet, dem Fachbegriff für den Einsatz von pflanzlichen Arzneimitteln.

Pharmakologie umfasst ca. 500 Einzeldrogen

Die traditionelle Pharmakologie in der TCM besteht aus über 500 so genannten Einzeldrogen. Etwa 90 Prozent dieser Einzeldrogen bestehen ausschließlich aus pflanzlichen Bestandteilen. Der Rest entfällt auf tierische Präparate, welche zum Beispiel aus Knochen, Knorpeln, Sekreten oder Exkrementen hergestellt werden.

Da die Anwendung solch tierischer Bestandteile in der Medizin recht gewöhnungsbedürftig ist, beschränkt sich die Traditionelle Chinesische Medizin im Bereich Pharmakologie in der westlichen Welt hauptsächlich auf den Einsatz von pflanzlichen Arzneimitteln.

Wichtig zu wissen ist, dass jede einzelne Droge in der TCM ein eigenes spezifisches Profil besitzt, welches sich an den fünf Elementen orientiert. So wird zum Beispiel jeder einzelnen Droge eine bestimmte Temperaturzone zugewiesenen. Ebenso besitzt jede Droge einen eigenen Geschmack, welcher als süß, sauer, salzig, bitter, scharf oder auch neutral bezeichnet werden kann. In der TCM werden die Einzeldrogen trotz ihrer Bezeichnung fast nie einzeln angewendet. Ein Arzneimittel in der Traditionellen Chinesischen Medizin setzt sich in den meisten Fällen aus mehreren Bestandteilen zusammen, da man nach der Überlieferung davon ausgeht, dass die Summe der einzelnen Teile mehr ergibt als das Ganze.

Zubereitung und Anwendung der Arzneimittel

Die Arzneimittel können auf vielerlei Arten zubereitet und eingenommen werden. Oft werden aus den Pflanzenbestandteilen Säfte oder Tees zubereitet, die der Patient dann über eine bestimmte Zeit einnehmen muss. Dabei werden die Pflanzenteile oft stundenlang in Wasser gekocht. Für die äußere Anwendung werden durch die Verdickung der Pflanzensäfte auch Salben oder Tinkturen hergestellt. Manche Arzneimittel reicht man auch in zerriebener und pulverisierter Form. Sie können damit innerlich und/oder äußerlich angewandt werden.

Die Anwendungsgebiete der Arzneimittel der TCM

Ähnlich wie in der westlichen Medizin gibt es in der Traditionellen Chinesischen Medizin für nahezu jede Erkrankung ein entsprechendes Medikament. Es können sowohl chronische Krankheiten als auch akute Erkrankungen behandelt werden. Da die Arzneimittel der TCM aber eine sehr sanfte Behandlungsmethode darstellen, können sie nicht bei allen akuten Erkrankungen eine sofortige Linderung bewirken. In unserer westlichen Welt empfiehlt es sich daher, sie in schweren beziehungsweise akuten Fällen als Ergänzung zu einer schulmedizinischen Behandlung zu verwenden - selbstverständlich in Absprache mit einem Arzt.

Eine besonders gute Wirkung haben die Arzneimittel der Traditionellen Chinesischen Medizin bei folgenden Problemen und Erkrankungen gezeigt: chronische Erkrankungen wie Asthma, Migräne, Rheuma und Allergien, infektiöse Erkrankungen, Magen- und Darmbeschwerden, Hautkrankheiten, gynäkologische Krankheiten, Kinderkrankheiten, Schilddrüsenprobleme, Atemwegserkrankungen sowie bei allen Störungen im Urogenitaltrakt.

Wichtig zu wissen ist, dass die Kosten für die meisten Arzneimittel der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Der Patient muss daher die kompletten Kosten für eine Behandlung selbst übernehmen. Allerdings sind die Arzneimittel in der Regel nicht besonders teuer, im Durchschnitt sind mit monatlichen Kosten von etwa 100 Euro – je nach Erkrankungsart – zu rechnen.

Die Arzneimittel der TCM sollten Sie in jedem Fall nur aus vertrauenswürdigen und sicheren Quellen erwerben. Oftmals werden Arzneimittel auf zweifelhaften Seiten im Internet oder aus dunklen Kanälen angeboten, bei denen keiner weiß, woher sie stammen. Da viele der in diesen Arzneien verwendeten Pflanzen unter Artenschutz stehen, können Sie sich hiermit sogar strafbar machen. Ganz zu schweigen davon, dass niemand weiß, ob in der entsprechenden Medizin auch wirklich die versprochenen Bestandteile verwendet wurden.

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Qigong

Beim Qigong handelt es sich nach dem westlichen Verständnis nicht um eine Therapie im eigentlichen Sinn, sondern um eine Vielzahl von Übungen, mit denen der Fluss der Lebensenergie im Körper gesteuert und positiv beeinflusst werden soll. Die Übungen bestehen dabei nicht nur aus den Bewegungen mit dem eigenen Körper, sondern auch aus bestimmten Atemtechniken sowie aus Vorstellungsbildern, die sich im Geiste des Patienten verankern sollen.

Alle Übungen im Qigong sind der Natur entlehnt.

Alle Übungen und Vorstellungsbilder im Qigong sind der Natur entlehnt. Sie werden daher nicht einfach manuell beschrieben, sondern immer nach einem natürlichen Phänomen benannt. Wenn also im Qigong vom „Stehen wie ein Baum“ die Rede ist, so soll sich der Teilnehmer dabei vorstellen, dass seine Füße in der Erde verwurzelt sind und er fest und gerade auf dem Boden steht. Grundsätzlich besteht jede Übung im Qigong aus einer Vorstellung, die an die Natur angelehnt ist, und nach der der Übende seine Bewegung ausführt. Hinzu kommt noch das richtige Atmen, um die Übung komplett zu machen.

Für Anfänger ist es in der Regel gar nicht so leicht, alle geforderten Elemente in einer Übung zu vereinen, so dass diese perfekt ausgeführt wird. Erst nach einiger Übungszeit werden die Bewegungen fließender und der Atem passt sich diesen an. Hauptziel des Qigong ist, Körper, Geist und Seele in ein perfektes Gleichgewicht zu bringen. Körperliche Verspannungen und Blockaden können dabei aufgelöst werden, so dass eine innere Harmonie entsteht.

Die einzelnen Übungen des Qigong entstammen ursprünglichen den verschiedenen Klöstern in China. Es handelt sich dabei um einen Teil der dort gelehrten Kampfkünste, mit denen der Körper nach dem anstrengenden Kampftraining wieder ins Gleichgewicht gebracht werden sollte. Nach und nach erkannte man, dass auch andere körperliche Beeinträchtigungen mit Hilfe dieser Übungen wirkungsvoll behandelt werden können. Qigong hilft beim Aufbau von Muskeln und fördert die Beweglichkeit von Gelenken, Bändern und Sehnen. Es fördert den Stressabbau und hilft bei stressbedingten Erkrankungen wie z. B. Bluthochdruck oder Migräne.

Qigong lernen

Inzwischen wird Qigong auch in unserer westlichen Welt in unzähligen Kursen und Schulen gelehrt. Darüber hinaus existieren zahlreiche Bücher und Kurse, mit denen sich der Interessierte die Übungen selbst beibringen können soll. Experten raten von Letzterem strikt ab, da die Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen beim Qigong explizit davon abhängen, wie genau beziehungsweise wie gut die einzelnen Übungen ausgeführt werden. Wer sich diese von einem gut geschulten Trainer beibringen lässt, kann praktisch nichts falsch machen. Im Gegensatz dazu kann es beim Selbststudium durchaus zu negativen Auswirkungen kommen, wenn z. B. Übungen falsch beziehungsweise mit einer falschen Intensität ausgeführt werden.

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Diätetik

Wie bereits oftmals erwähnt, handelt es sich bei der Traditionellen Chinesischen Medizin um eine allumfassende Gesundheitslehre, die sämtliche Elemente des Lebens mit einbezieht. Daher spielen nicht nur manuelle Therapien, Arzneimittel und Übungen für den Körper eine bedeutende Rolle, sondern in besonderem Maße auch die Ernährung. Die Lehre der gesunden Ernährung des Menschen hat in der Traditionellen Chinesischen Medizin ihren eigenen Namen: die so genannte Diätetik

Diätetik: die Nahrungsmitteltherapie der TCM

Mit diesem Begriff wird die Nahrungsmitteltherapie in der TCM bezeichnet. Nach deren Auffassung ist die Nahrung nicht einfach nur zum Erhalt der Funktion des Körpers notwendig, sondern kann auch zur Vorsorge gegen Krankheiten und sogar zur Heilung bestehender Krankheiten eingesetzt werden. Wie fast alle Elemente in der Traditionellen Chinesischen Medizin orientiert sich auch die Nahrung an den fünf Elementen. Jedem Nahrungsmittel wird dabei ein bestimmter Geschmack, ein Geruch, eine Temperatur, eine Farbe sowie eine Konsistenz zugeordnet. Darüber hinaus spielt es eine wichtige Rolle, wie die Nahrung zubereitet wird. Gleiche Lebensmittel können durchaus völlig unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper haben, wenn sie unterschiedlich zubereitet werden. So werden beispielsweise in China warmen Speisen ganz andere Wirkungen nachgesagt, als kalten.

Geeignetes Lebensmittel = jahreszeitbedingt und patientenabhängig

Welche Lebensmittel genau zu sich genommen werden sollten, richtet sich in der TCM sowohl nach den individuellen Eigenschaften des Patienten (also zum Beispiel, welches Element am stärksten bei ihm vorherrscht) als auch nach der jeweils vorherrschenden Jahreszeit. Die Nahrungsmittel werden dabei so abgestimmt, das im Idealfall im Sommer kühlende Lebensmittel, im Winter dagegen wärmende Lebensmittel zu sich genommen werden sollten. Ziel des Ganzen ist wiederum, den Körper in ein perfektes Gleichgewicht zu bringen.

In der westlichen Welt ist es oft gar nicht so einfach zu verstehen, welches Nahrungsmittel welchen Elementen zugeordnet wird. Wussten Sie zum Beispiel, dass Eier und Rindfleisch dem Element „süß“ zugeordnet werden? In diesem Fall hilft nur, sich die entsprechende Lektüre zu besorgen, um die Nahrungsmittel des täglichen Gebrauchs zuverlässig ihren Elementen zuordnen zu können. Hier ein paar erste Hinweise:

Im Gegensatz zu unserer westlichen Auffassung hinsichtlich der Zubereitung von Nahrungsmitteln geht man in China davon aus, dass gegarte Speisen für den Organismus wesentlich gesünder sind als Rohkost. Daher gibt es in China kaum Salat und andere Rohkostspeisen.

Idealerweise sollte jede Mahlzeit nach Meinung der Traditionellen Chinesischen Medizin alle fünf Elemente beinhalten. Damit ist auch verbunden, dass in jeder Speise alle fünf Geschmacksrichtungen, welche den einzelnen Elementen zugeordnet werden, vorkommen sollten. Ein Essen darf also nach diesem Verständnis nicht nur scharf oder süß sein, sondern sollte immer auch eine saure, eine salzige und eine bittere Komponente beinhalten.

Diätetik empfiehlt naturbelassene Nahrungsmittel

Grundsätzlich empfiehlt die Diätetik der Traditionellen Chinesischen Medizin, die Nahrungsmittel möglichst naturbelassen in der eigenen Küche zu verwenden. Fertiggerichte, Tiefkühlkost und ähnliche Errungenschaften der modernen Ernährung sind dagegen verpönt. Die Qualität der Zubereitung der Nahrungsmittel spielt ebenfalls eine große Rolle. Alles sollte sehr sorgfältig vorbereitet und zubereitet werden. Nur so können die Lebensmittel ihre volle Wirkung entfalten und entsprechenden Einfluss auf die Gesundheit des Menschen nehmen. Wer schnell und hektisch isst und dabei minderwertige Nahrungsmittel verwendet, befindet sich laut dem Verständnis der TCM nicht in einem optimalen Gleichgewicht.

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Behandlung von diversen Beschwerden und weitere Informationen rund um TCM


Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß hier keine Heil- oder Gesundheitsberatung durchgeführt wird, noch irgendwelche Fragen diesbezüglich beantwortet werden. Wenden Sie sich in allen Fragen an Ihren Arzt, bzw. Heilpraktiker oder fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.





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