
Als Tagesgeld bezeichnet man eine Anlageform, bei der - wie der Name es bereits andeutet - der Anleger werktäglich vollen Zugriff auf sein Kapital genießt. Das Geld wird also nicht für einen festen Zeitraum angelegt, sondern ist quasi jederzeit frei verfügbar.

Tagesgeldkonto | ©: N-Media-Images - Fotolia
In wirtschaftlich angespannten Zeiten sind viele Menschen darauf angewiesen, bei Bedarf schnellen Zugriff auf ihr Kapital zu haben. Dies ist nach Meinung vieler Experten einer der Hauptgründe dafür, dass das Tagesgeld in den letzten Jahren einen ungeheuren Schub an Attraktivität in Deutschland gewonnen hat. Hinzu kommt, dass das Tagesgeld inzwischen mit sehr attraktiven Renditen lockt, die anderen, wesentlich unflexibleren Anlageformen wie beispielsweise dem Festgeld kaum noch nachstehen. Unterjährige Zinsgutschriften, die einen positiven Effekt auf die automatische Vermehrung des Kapitals durch den Zinseszins-Effekt haben, sind mittlerweile bei den meisten Anbietern kein Problem mehr.
Weiterhin hat der immer ausgeprägtere Wettbewerb zwischen den einzelnen Anbietern von Tagesgeldkonten dafür gesorgt, dass die Leistungen für den Anleger in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet wurden. Viele Banken und Finanzdienstleister offerieren ihre Tagesgeldangebote inzwischen kostenlos, bei anderen sind die Gebühren zumindest deutlich reduziert worden.
Auch in steuerlicher Hinsicht ist das Tagesgeld in den letzten Jahren wesentlich attraktiver geworden. Insbesondere die im Jahr 2009 in Deutschland eingeführte Abgeltungssteuer sorgt dafür, dass andere Kapitalanlagen teils deutlich an Attraktivität verloren haben, was die Tagesgeldanlage wiederum enorm gestärkt hat. Das bedeutet konkret: Der Anleger genießt inzwischen mit dem Tagesgeld die Möglichkeit, einiges an Steuern zu sparen.
Auch im Bereich der Sicherheit muss sich die Tagesgeldanlage inzwischen überhaupt nicht mehr hinter anderen Anlageformen verstecken. Nahezu jeder Anbieter in Deutschland ist neben der staatlich geforderten Einlagensicherung zusätzlich weiteren Einlagensicherungssystemen angeschlossen, so dass der Anleger im Falle einer Insolvenz keine Sorge haben muss, sein investiertes Kapital nicht zurück zu erhalten.
In den letzten Jahren ist die Anzahl der Anbieter für Tagesgeldanlagen in Deutschland und auch aus dem Ausland immens gestiegen. Fast alle Filial- und Direktbanken in Deutschland bieten inzwischen diese Anlageform an. Meist dauert es nur wenige Minuten, ein Tagesgeldkonto zu eröffnen und anschließend alle Vorteile dieser Anlageform zu genießen.
Wie bereits angedeutet, beschränkt sich die Auswahl eines Tagesgeldkontos heute nicht mehr nur auf Anbieter im Inland, zahlreiche Kreditinstitute und Finanzdienstleister aus dem europäischen Ausland sind inzwischen ebenfalls in diesem Bereich tätig. Es stellt sich allerdings die Frage, nach welchen Kriterien man den am besten passenden Tagesgeldanbieter auswählen sollte?
Für die meisten Menschen ausschlaggebend bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos werden die gebotenen Zinssätze sein. Schließlich soll das Kapital ja nicht einfach nur deponiert werden, sondern nach Möglichkeit attraktive Renditen abwerfen. Daher werben viele Kreditinstitute zunächst mit der Höhe der Zinssätze für ihre Tagesgeldanlage. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass diese Zinssätze auch wirklich dauerhaft gelten. Es hat sich mittlerweile vielfach eingebürgert, für neue Kunden besonders attraktive Angebote zu schnüren, die jedoch nur für eine begrenzte Zeit gelten. Das heißt konkret: Bei Beginn der Anlage erhält der Anleger einen bestimmten Zinssatz, der sich dann allerdings nach ein paar Wochen oder Monaten automatisch reduziert. Meist wird diese Reduzierung jedoch erst aus dem Kleingedruckten deutlich, worüber viele Anleger im Nachhinein verärgert sind.
Der Ratschlag kann also nur lauten: Prüfen Sie jedes Angebot ganz genau und lesen Sie auch das Kleingedruckte. Wenn der Anbieter attraktive Zinssätze verspricht, sollten diese nicht nur für einen bestimmten Zeitraum, sondern möglichst unbeschränkt gelten.
Wichtig ist außerdem darauf zu achten, dass die gebotenen Zinssätze nicht mit irgendwelchen Einschränkungen verbunden sind. Einige Kreditinstitute staffeln ihre Zinssätze beispielsweise in Verbindung mit der Höhe der Kapitaleinlage. Das bedeutet: Einerseits ist es möglich, einen guten Zinssatz nur bis zu einer bestimmten Kapitalgrenze zu erhalten, andererseits könnte dieser Zinssatz auch erst ab einer gewissen Einzahlungshöhe gewährt werden. Dies kann von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich sein. Auch hier sollten Sie sich genau informieren.
Achten Sie außerdem auf die Höhe der Gebühren und Nebenkosten. Einige Anbieter, die mit besonders attraktiven Zinssätzen werben, versuchen das dadurch verschenkte Kapital an anderer Stelle - insbesondere durch die Gestaltung der Gebühren und Nebenkosten - wieder hereinzuholen. Um solche Praktiken ausschließen zu können, sollten Sie sich ebenfalls eingehend mit dem Kleingedruckten beschäftigen und den Vertrag erst dann unterschreiben, wenn Sie diesbezüglich alles gelesen und verstanden haben.
Kommen wir zur Sicherheit: Es sollte selbstverständlich sein, das Geld ausschließlich in eine Tagesgeldanlage zu investieren, die durch ausreichende Einlagensicherungsmaßnahmen bei einer eventuellen Insolvenz des Anbieters geschützt ist. Bei deutschen Anbietern brauchen Sie sich hierüber in der Regel keine Sorgen zu machen, bei Anbietern aus dem Ausland sind die Einlagen des Kunden jedoch nicht immer ausreichend hoch abgesichert. Auch hier gilt, sich zunächst ausführlich über die gebotene Einlagensicherung zu informieren.
Durch seine attraktiven Konditionen und die besonders flexiblen Bedingungen muss sich das Tagesgeld nicht vor einem Vergleich mit anderen Anlageformen scheuen. Besonders die Tagesanleihe wird in diesem Zusammenhang immer wieder erwähnt. Doch worum handelt es sich dabei überhaupt, und welche Vor- und Nachteile bietet diese gegenüber dem Tagesgeld?
Zunächst ist festzustellen, dass die Tagesanleihe ein staatliches Anlageprodukt darstellt. Sie wird vom Bund ausgegeben und weist ähnliche Eigenschaften wie beispielsweise Bundesschatzbriefe auf. Damit zählt sie zu den besonders sicheren Anlageformen in Deutschland. Anders als Bundesschatzbriefe jedoch genießt der Anleger auch bei der Tagesanleihe den Vorteil, wie beim Tagesgeld werktäglich über sein Kapital verfügen zu können.
Stellen wir nun einmal beide Anlageformen gegenüber und vergleichen die einzelnen, für den Anleger relevanten Punkte.
Die Zinsen: Hier fällt zunächst auf, dass die Berechnung der Zinssätze zwischen Tagesgeld und Tagesanleihe deutlich differieren. Während für das Tagesgeld das Zinsniveau an den internationalen Kapitalmärkten von Bedeutung ist, wird bei der Tagesanleihe der gemittelte Zinssatz für Kapitalausleihen im Interbankenhandel als Grundlage zur Berechnung des gebotenen Zinssatzes herangezogen. Man kennt diesen gemittelten Zinssatz in Finanzfachkreisen auch unter der Abkürzung EONIA (Euro Overnight Index Average). Von diesem Zinssatz wiederum müssen einige Prozentpunkte abgezogen werden, damit die Verwaltungs- und Emissionskosten der Tagesanleihe damit gedeckt werden können.
Die meisten Anleger werden sich für diese Grundsätze jedoch kaum interessieren, für sie ist viel wichtiger, welcher Zinssatz im Endeffekt geboten wird. Dieser Fall ist jedoch recht schwer zu beantworten. Bei der Tagesanleihe schwanken die Zinssätze mitunter sehr stark, es kann also kein fester Zinssatz, auch nur über einen kurzen Zeitraum, garantiert werden. Die Schwankungen des Zinssatzes liegen im Allgemeinen zwischen 1,5 und 6 Prozent. Bei längerer Anlagedauer ergibt sich daraus ein gewisser Mittelwert, der dann wiederum mit den Zinssätzen das Tagesgeldes vergleichbar ist.
Daraus ergibt sich: Für besonders kurzfristige Anlagen ist die Tagesanleihe in der Regel ungeeignet. Hier sollte man dem Tagesgeld Vorrang gegeben. Soll das Kapital allerdings längerfristig angelegt werden, und der Anleger möchte trotzdem die Option auf den werktäglichen Zugriff auf sein Kapital aufrecht erhalten, ist die Tagesanleihe durchaus empfehlenswert.
Der größte Konkurrent des Tagesgeldes in Deutschland ist immer noch die Festgeldanlage. Doch wie sieht es mit den individuellen Vor- und Nachteilen dieser beiden Anlageformen aus? Dieser Frage möchten wir im Folgenden einmal nachgehen.
Die Namen verraten eigentlich schon alles: während der Anleger beim Tagesgeld werktäglich Zugriff auf sein Kapital hat und damit eine größtmögliche Flexibilität genießt, ist das Anlagekapital beim Festgeld für den im Vertrag vorgesehenen Zeitraum fest angelegt. Zwar hat der Anbieter auch hier die Möglichkeit, vorzeitig wieder an sein Kapital zu gelangen, jedoch ist dies meist nur unter erschwerten Bedingungen, beziehungsweise mit finanziellen Verlusten möglich. Hauptgrund dafür ist die so genannte Vorfälligkeitsentschädigung, die fast jeder Festgeld-Anbieter in seinen Verträgen verankert hat.
Was hat es damit genau auf sich?
Beim Festgeld rechnet der Anbieter fest mit dem Kapital des Anlegers und kann die gebotenen Zinssätze nur dann realisieren, wenn er über die gesamte Anlagedauer mit eben diesem Kapital wirtschaften kann. Kündigt der Kunde seine Kapitalanlage jedoch früher, gerät das System unter Umständen aus den Fugen. Um dieses Risiko abzufedern, muss der Kunde im Falle einer vorzeitigen Kündigung beziehungsweise Auflösung der Anlage eine Art „Strafe“ bezahlen. Diese wird als Vorfälligkeitsentschädigung bezeichnet. Wie hoch die Vorfälligkeitsentschädigung ausfällt, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Sie kann jedoch durchaus so bemessen sein, dass alle zuvor erwirtschafteten Gewinne damit zunichte gemacht werden, und der Anleger am Ende mit einem Verlust dasteht.
Daraus ergibt sich im Umkehrschluss auch der größte Vorteil der Tagesgeldanleihe. Der Anleger kann sein Kapital sinnvoll anlegen und es vermehren, ohne auf die Flexibilität und die Möglichkeit des täglichen Zugriffs verzichten zu müssen.
Sicherlich gibt es auch Produkte, die für eine Festgeldanlage und damit gegen das Tagesgeld sprechen. Insbesondere die gebotenen Zinssätze sind aufgrund der Planungssicherheit bei der Festgeldanlage meist ein ganzes Stück höher. Wenn der Kunde also sicher ist, für den anvisierten Zeitraum auf sein Kapital komplett verzichten zu können, kann er mit einer Festgeldanlage bessere Renditen erwirtschaften, als mit der flexibleren, aber für den Anbieter schlechter zu kalkulierenden Tagesgeldanlage.
Ebenso wie das Festgeld und andere ähnliche Anlageformen gilt die Tagesgeldanlage hierzulande als besonders sichere Anlageform der Geldanlage. Es existiert in Deutschland ein spezielles Anlegerschutzgesetz, in dem alle Maßnahmen zum Schutze des Anlegerkapitals verankert sind.
Laut diesem Gesetz ist jedes Kreditinstitut, das seinen Sitz in Deutschland hat, dazu verpflichtet, sich einem System für die Entschädigung der Anleger anzuschließen, welches den im Anlegerschutzgesetz vorgegebenen Richtlinien entspricht. Zudem existiert ein übergeordnetes Entschädigungssystem im Rahmen der Europäischen Union, nach dem viele deutsche und ausländische Banken arbeiten. So gesehen spricht auch nichts dagegen, sein Tagesgeldkonto bei einem ausländischen Kreditinstitut zu eröffnen, sofern dieses nach den Richtlinien eines solchen Entschädigungssystems arbeitet.
Zunächst zur gesetzlichen Regelung in Deutschland: Diese sieht als Mindestabsicherung vor, dass bei einer Insolvenz eines Kreditinstitutes mindestens 90 Prozent des Gesamt-Einlagekapitals der Anleger an diese zurückgezahlt werden muss. Allerdings gibt die hierbei einen so genannten Deckel, also einen Höchstbetrag, der als Kapitalgrenze dient. Er beträgt zur Zeit 20.000 Euro. Rechnet man das Ganze einmal durch, so erhält man als Ergebnis einen Betrag von 22.222 Euro, den der Anleger in Deutschland in eine Tagesgeldanlage investieren kann, ohne im Ernstfall den Höchstbetrag von 20.000 Euro (also 90 Prozent seines Kapitals) zurück zu erhalten.
Nun werden viele Anleger einwenden, dass 20.000 Euro ein recht geringer Betrag sei. Damit haben sie nicht ganz unrecht. Jedoch verhält es sich so, dass in Deutschland jedes Kreditinstitut zusätzlich einem oder mehreren freiwilligen Einlagesicherungssystemen angeschlossen ist. So gibt es beispielsweise den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Er sorgt dafür, dass jede Kapitalanlage bis zu einer Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank abgesichert ist. Daraus ergeben sich im Falle einer Insolvenz schon ganz andere Zahlen. Hier müsste der Kunde Kapital in Millionenhöhe anlegen, um die Grenze dieses Sicherungssystems auch nur annähernd zu erreichen.
Fazit: In Deutschland muss sich niemand Sorgen um die Sicherheit seines Kapitals bei der Tagesgeldanlage machen. Lediglich bei der Anlage im Ausland sollte man darauf achten, dass das jeweilige Kreditinstitut nach ähnlichen Richtlinien, wie sie in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben sind, arbeitet.
Kein Anleger denkt gerne darüber nach, und doch möchte der deutsche Staat an den Renditen jedes einzelnen Anlegers mitverdienen. Auf die erzielten Gewinne aus Anlagen müssen also Steuern gezahlt werden. Doch welche Steuern sind das, und wie hoch liegen sie?
Bekannt sein dürfte bei vielen Bundesbürgern immer noch die so genannte Kapitalertragsteuer. Sie wurde auf alle Zinsgewinne aus Kapitalanlagen erhoben und betrug pauschal 30 Prozent. Zusätzlich zu dieser Steuer musste der Anleger jedoch seine Zinserträge in seiner Jahressteuererklärung auch noch nach dem persönlichen Steuersatz versteuern. Da dieses System recht kompliziert und aufwändig war, ersetzte man es Anfang des Jahres 2009 durch eine neue Steuerform auf Kapitalerträge, die sich Abgeltungssteuer nennt.
Wie der Name bereits andeutet, ist mit der Zahlung der Abgeltungssteuer die komplette Pflicht zur Entrichtung von Steuern auf die Zinsgewinne der jeweiligen Kapitalanlage abgegolten. Ihre Höhe beträgt pauschal 25 Prozent, es können lediglich noch entsprechende Beträge für Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag hinzukommen.
Für die meisten Anleger bedeutete die Einführung der neuen Abgeltungssteuer einerseits eine Erleichterung beim Einschätzen ihrer Steuerzahlungen, aber andererseits auch eine echte Steuerersparnis. Es gibt jedoch eine kleine Gruppe von Anlegern, für die sich die neue Abgeltungssteuer nachteilig auswirkt. Dies ist insbesondere bei Personen mit einem sehr niedrigen persönlichen Steuersatz der Fall. Doch auch für diese Personen gibt es eine besondere Regelung: sie müssen zunächst dem pauschalen Steuersatz von 25 Prozent auf ihre Kapitalgewinne entrichten, können sich jedoch eventuell zu viel gezahlte Steuern im Rahmen ihrer Steuererklärung weiterhin vom Finanzamt zurückholen.
Selbstverständlich bietet sich auch bei einem Tagesgeldkonto die Möglichkeit, einen Freistellungsauftrag für die Zinserträge beim kontoführenden Kreditinstitut zu stellen. Die Höchstgrenzen diesbezüglich betragen momentan für Verheiratete 1.602 Euro, bei Alleinstehenden halbiert sich dieser Betrag. Die Höhe des Freistellungsauftrags sollte jedoch möglichst genau auf die Renditen abgestimmt werden, damit ein ausreichender Rest für eventuelle andere Kapitalanlagen beziehungsweise Bankkonten übrig bleibt.
Kommen wir nun zu einem Punkt, der den Anleger beim Tagesgeld am meisten erfreuen dürfte: die Zinsen. Wie hoch sind die gebotenen Zinssätze, und wie oft werden die Zinsen bei der Tagesgeldanlage ausgezahlt? Mit dieser Frage wollen wir uns im Folgenden einmal etwas näher beschäftigen.
Welche Zinssätze auf ein Tagesgeldkonto gewährt werden, ist von Anbieter zu Anbieter höchst unterschiedlich. Die Spanne reicht hier von kaum zu erwähnenden 0,5 Prozent bis hin zu satten 4,5 Prozent Zinsen. Der Zinssatz darf jedoch nie alleinstehend betrachtet werden, sondern ergibt zusammen mit vielen anderen Dingen wie Gebühren, Nebenkosten etc. die letztendlichen Konditionen.
Wichtig ist außerdem, wie oft die Zinsen bei der Tagesgeldanlage an den Anleger ausgezahlt werden. Standard ist hierbei die jährliche Auszahlung, immer mehr Anbieter gehen jedoch auch zu einer unterjährigen Zinsauszahlung über. Für den Anleger ergibt sich daraus der Vorteil, dass die erzielten Zinsgewinne umgehend wieder in die Anlage reinvestiert werden können und sich somit ein Zinseszins-Effekt ergibt. Das Kapital wächst dadurch schneller.
Sie sollten demnach darauf achten, nach Möglichkeit eine Tagesgeldanlage zu eröffnen, die ihre Zinsgewinne mehrmals pro Jahr an den Anleger ausbezahlt. Bei den meisten Anbietern lässt sich zudem festlegen, dass die Zinsgewinne automatisch nach Auszahlung wieder in die Anlage eingebracht werden.
Informationen zu Mindest- und Höchsteinlagen, Gebühren und Einschränkungen bei einer Tagesgeldanlage finden sich meist im Kleingedruckten. Leider herrscht immer noch die Unsitte bei vielen Anlegern vor, sich dieses Kleingedruckte gar nicht oder nur unzureichend vor Vertragsabschluss durchzulesen. Hier die wichtigsten Informationen zu allen relevanten Punkten:
Die meisten Tagesgeldkonten sind heute gebührenfrei. Das bedeutet, der Anleger muss weder für die Eröffnung des Kontos noch für den bürokratischen Aufwand der Kontoführung etwas bezahlen. Es gibt jedoch immer noch einzelne Anbieter, die diesbezüglich Gebühren erheben. Achten Sie darauf, dass sich diese in einem normalen Rahmen bewegen.
Gleiches gilt bezüglich der von einigen Anbietern festgelegten Grenzen hinsichtlich der Mindest- oder Höchsteinlagen auf einem Tagesgeldkonto, wobei es sich - hauptsächlich aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit - in den letzten Jahren eingebürgert hat, keine Mindesteinlage auf das Tagesgeld mehr zu erheben. Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos ist also bereits ab dem ersten Euro möglich, und auch die Zinsen werden ab diesem Betrag ausgezahlt. Eine Höchsteinlage gibt es dagegen noch bei vielen Anbietern, wenn auch in vielen Fällen nur indirekt. Gehandhabt wird das Ganze zumeist so, dass die Zinssätze ab einem gewissen Einlagebetrag nach unten korrigiert werden. Anleger, die relativ viel Kapital investieren möchten, sollten sich im Vorhinein über diese Grenzen informieren.
Das Thema Laufzeiten ist bei einem Tagesgeldkonto schnell abgehakt. Es gibt schlichtweg keine festgelegte Laufzeit. Lediglich derjenige, der einen speziellen Tagesgeld-Sparplan bei seinem Kreditinstitut abschließt, wird in der Regel mit einer vorgegebenen Laufzeit konfrontiert.
Weiterhin sollte man auf mögliche Einschränkungen bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos achten. So gewähren manche Kreditinstitute beispielsweise bestimmte Zinssätze nur für neue Kunden bzw. für einen begrenzten Zeitraum, oder aber der jeweilige Zinssatz wird mit einer bestimmten Einlagehöhe gekoppelt. Auch hier hilft nur: gründlich informieren.
Grundsätzlich ist ein Tagesgeldkonto ein reines Anlagekonto und kann daher nicht für den bargeldlosen Zahlungsverkehr genutzt werden. Sie können also keine Überweisungen, Abbuchungen, Daueraufträge etc. von einem Tagesgeldkonto ausführen. Um Geld auf ein Tagesgeldkonto einzahlen zu können, beziehungsweise sich Kapital davon auszahlen zu lassen, benötigt es demnach ein spezielles Referenzkonto.
Bei einem solchen Referenzkonto kann es sich grundsätzlich um ein einfaches Girokonto handeln. Viele Banken und Kapitaldienstleister fordern jedoch, gleichzeitig mit der Eröffnung eines Tagesgeldkontos auch ein weiteres, als Referenzkonto nutzbares Konto zu eröffnen. Der Anleger sollte hierbei jedoch Vorsicht walten lassen. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Anbieter versucht, mit überzogenen Gebühren für ein Referenzkonto seine Gewinne bei der Tagesgeldanlage zu verbessern. Achten Sie also ganz genau auf die Konditionen für ein zusätzliches Girokonto, falls dessen Eröffnung zwingend erforderlich ist.
Besser ist es in jedem Fall, wenn Ihnen der Tagesgeldanbieter gestattet, einfach das Girokonto als Referenzkonto zu nutzen. Inzwischen bieten viele Anbieter diese Option, wobei es in der Regel keine Rolle spielt, bei welcher Bank sich dieses Referenzkonto befindet. Da Sie dieses Konto sowieso schon nutzen und Ihre Gebühren dafür bezahlen, kommen keine zusätzlichen Kosten auf Sie zu.
Einen Punkt sollten Sie jedoch dabei beachten: Das Referenzkonto dient vorrangig dazu, die durch das Tagesgeld erwirtschafteten Zinsgewinne auszahlen auszahlen zu können. Viele Anleger verwenden daher als Referenzkonto nicht ihr persönliches Lohn- beziehungsweise Gehaltskonto, da sie Gewinne aus Kapitalanlagen grundsätzlich von ihrem monatlichen Arbeitseinkommen trennen möchten. Falls es Ihnen genauso geht, empfiehlt es sich, ein kostenloses Girokonto, beispielsweise bei einer Direktbank, zu eröffnen und dieses ausschließlich als Referenzkonto für das Tagesgeld zu verwenden.
Zunächst könnte man denken, dass sich die Kündigung einer Tagesgeldanlage aufgrund der besonderen Flexibilität eigentlich erübrigt. Man entnimmt einfach der Anlage das gesamte Kapital und lässt anschließend das Konto für einen eventuellen späteren Bedarf einfach bestehen. Grundsätzlich ist dieser Gedanke nicht falsch, jedoch sind hierbei einige Punkte zu beachten.
Auch ein leeres Tagesgeldkonto verursacht in der Regel Nebenkosten, die in jedem Fall weiter bezahlt werden müssen. Man sollte daher ganz genau überlegen, ob man das Tagesgeldkonto in Zukunft weiter benötigt. Auch für das Kreditinstitut verursacht ein leeres Tagesgeldkonto weiterhin einen gewissen Verwaltungsaufwand, obwohl einige Anbieter inzwischen auf das Erheben von Gebühren und Nebenkosten weitgehend verzichten. In diesem Fall ist es eine Sache der Fairness gegenüber Ihrem Kreditinstitut, ein nicht mehr benötigtes Tagesgeldkonto zu kündigen.
Eine solche Kündigung ist in der Regel schnell gemacht. Es reicht ein formloses Schreiben, das Sie per Post an Ihr Kreditinstitut verschicken. Idealerweise sollte der Versand des Schreibens per Einschreiben vorgenommen werden, damit Sie einen Nachweis über das Abschicken der Kündigung besitzen.
Unser Tipp: Bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos bei einem ausländischen Kreditinstitut sollten Sie bereits im Vorfeld darauf achten, dass im Falle einer Kündigung des Kontos keine Gebühren erhoben werden. Es ist eine Unsitte verschiedener Kreditinstitute, dem Kunden hierfür separate Gebühren aufzubrummen. In den letzten Jahren konnte man dies auch immer wieder bei reinen Internet- beziehungsweise Direktbanken beobachten, zumindest in Deutschland gehören diese Praktiken jedoch mittlerweile fast überall der Vergangenheit an.
Die Zinsen für Tagesgelder steigen wieder, doch es hält sich im engen Rahmen. Zumindest in Deutschland springen praktisch nur ein paar Direktbanken mit ordentlichen Zinsen um die Vier-Prozent-Hürde auf den Zug auf. Doch auch diese Angebote sind zeitlich begrenzt und da die EZB bereits signalisierte, dass mit den Zinserhöhungen nun erst einmal Schluss ist, werden sich die Zinsen auf Tagesgeld in 2024 bei deutschen Banken bestenfalls bei etwa 2,5 % einpendeln.
Im europäischen und erst recht im außereuropäischen Ausland sieht es bezüglich Zinsen auf das Tagesgeld besser aus. Nicht überall, aber es finden sich immer irgendwo „Ausreißer“, die über die 4 % springen. Doch bevor das hart erarbeitete Geld auf die große Reise geschickt wird, sollten zwei Dinge beachtet werden.
Eigentlich müssen alle Überweisungen von Deutschland in das Ausland ab einer Höhe von 12.500 Euro der Bundesbank gemeldet werden. Interessanterweise gilt dies nicht für Tagesgeldanlagen, solange deren Laufzeit unter 12 Monaten bleibt. Das gilt im Übrigen auch für Festgeldanlagen.
Die steigenden Zinsen auf Tages- und Festgeld locken natürlich Betrüger hervor. Die Verbraucherzentralen in Deutschland melden für den Sommer und Herbst 2023 vermehrt versuchten Betrug bei Tagesgeldangeboten. Es werden hohe Zinsen versprochen und ist das Geld erst einmal im Ausland gelandet, ist es unwiederbringlich verloren. Bei außergewöhnlich hohen Zinsangeboten auf das Tagesgeld sollte zunächst einmal geprüft werden, ob es die Bank, die das Angebot macht, überhaupt gibt.
So berichtet der Spiegel in der Online-Ausgabe vom 19.09.2023 von einer angeblichen „Bel-Finanz“ aus Belgien und einer „Swiss Investment Solution“ aus der Schweiz. Laut den jeweiligen Bankenaufsichten gibt es weder die eine noch die andere. Für den Anfangsverdacht reicht es jedoch schon einmal, den Namen der Bank zu googeln. Finden sich überhaupt keine Suchergebnisse, ist das genauso schlecht wie Warnungen vor der eingegebenen Bank. Kleiner Tipp: Am besten auf den jeweiligen Landesseiten von Google suchen, nicht nur im deutschsprachigen Google.
Im Grunde sind Tagesgeldangebote innerhalb der EU vorteilhaft, da das EU-Recht weitgehend dem deutschen Recht entspricht, oder umgekehrt. Natürlich unter der Voraussetzung, dass kein Betrug vorliegt, wie oben beschrieben. So bietet aktuell die litauische BluOr Bank 4,11 % auf 12.000 Euro bei einer Laufzeit von 9 Monaten. Immerhin 11 Banken von Litauen über Schweden bis Portugal und Italien bieten 4 % oder mehr als 4 % Zinsen an. Alle sind mit Einlagensicherung ausgestattet.
Auch weltweit gesehen sind aktuell 4 % oder auch 4,5 % die Schmerzgrenze nach oben für Tagesgeldkonten bei Laufzeiten unter einem Jahr. Hinzu kommen steigende Risiken bei Banken außerhalb der EU. In der Regel fallen recht hohe Überweisungsgebühren an, die es in der EU schon einige Zeit nicht mehr gibt und es kommen immer Wechselkursrisiken hinzu. Kurz gesagt, der Aufwand eines Tagesgeldkontos außerhalb der EU lohnt den Aufwand nicht, wenn sich denn überhaupt ein Angebot über 4,5 % Zinsen findet.
Im Tagesgeldkonto kombinieren sich die Vorteile höherer Zinssätze gegenüber dem Girokonto und dem Sparbuch sowie eine schnelle Verfügbarkeit. Jedoch ist es mit der Verfügbarkeit nicht ganz so schnell bestellt wie mit einem Girokonto oder/und einer Kredit- oder Debitkarte. Nach wie vor muss ein Tagesgeldkonto immer zusammen mit einem Referenzkonto geführt werden. Je nach Bank kann sich die Verfügbarkeit des Tagesgeldes durchaus um einen oder mehr Tage verzögern, dem Zeitraum, den die Bank benötigt, das Geld vom Tagesgeldkonto auf das Referenzkonto zu überweisen. Befindet sich das Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank als das Referenzkonto, können so durchaus auch drei Tage zusammenkommen, wenn etwa der Überweisungsauftrag am Freitagmittag erfolgte.
Um diese meist unerwünschte zeitliche Distanz zumindest zu verkürzen, gibt es eine Variante der Führung des Tagesgeldkontos sowie des Referenzkontos, die das ermöglicht. Leider hat diese Variante aber noch einen Haken, doch dazu später mehr.
Gerade Direktbanken bieten diese Kombination gerne an. In der Regel gehört zu dem Girokonto auch noch eine kostenlose Kredit- oder Debitkarte, über die Geld vom Girokonto von jedem Automaten abgehoben werden kann, in vielen Fällen ist auch das kostenlos.
So haben Anleger auf das Guthaben ihres Tagesgeldkontos den schnellstmöglichen Zugriff, denn üblicherweise funktionieren bankinterne Überweisungen schneller als die von Bank zu Bank. Für eine höhere Geschwindigkeit ist außerdem eine entsprechende Bank-App notwendig, um damit sowohl das Tagesgeldkonto als auch das Girokonto inklusive Kreditkarte über das Smartphone oder den Laptop kontrollieren zu können.
So können zu jeder Tages- und Nachtzeit vom Tagesgeldkonto Beträge auf das Girokonto überwiesen werden, dieses auf den Geldeingang geprüft und letztlich die Summe mit der Kredit- oder Debitkarte ausgegeben oder am nächsten Automaten abgehoben werden. Immer und überall, ob nun zu Hause im Wohnzimmer oder am Strand in der Karibik. Erfahrungsgemäß dauern solche internen Überweisungen nur wenige Minuten, entsprechend einer Echtzeitüberweisung. Dabei sind selbstverständlich die jeweiligen Höchst- und Mindestlimits bei den Beträgen zu beachten. Natürlich funktioniert das Ganze auch umgekehrt vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto.
Der oben erwähnte Haken besteht darin, dass die Banken, die diese Kombination anbieten, nicht immer zugleich die höchsten Zinsen ausschütten. Es muss also ein Kompromiss eingegangen werden. Auch für sogenannte Tagesgeldhopper ist die Kombi aus Tagesgeldkonto und Girokonto unter einem Bank-Dach wenig geeignet. Auf der anderen Seite ist die Verzinsung auf Tagesgeldkonten nicht so riesig, dass sich häufige Umschichtungen wirklich lohnen würden.
Im Jahr 2009 eingeführte Steuerform für Kapitalerträge, welche die zuvor gültige Kapitalertragsteuer ersetzte. Der Steuersatz beträgt pauschal 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Mit der Entrichtung der Abgeltungssteuer sind alle Verpflichtungen zur Entrichtung von Steuern aus der jeweiligen Kapitalanlage dem Staat gegenüber abgegolten.
Das Tagesgeldkonto ist ein reines Anlagekonto und damit nicht für den bargeldlosen Zahlungsverkehr vorgesehen. Über ein solches Anlagekonto können keine Transaktionen wie Überweisungen, direkte Ein- und Auszahlungen, Daueraufträge etc. abgewickelt werden. Aus diesem Grund ist ein Referenzkonto notwendig, welches diese Funktionen übernimmt.
Auszahlungen von einem Tagesgeldkonto können der werktäglich vorgenommen werden, bei reinem Online-Banking sogar an Sonn- und Feiertagen. Zinsauszahlungen dagegen werden in festgelegten Zeitabschnitten vorgenommen. Es gibt jährliche oder unterjährige Zinsauszahlungen. Bei den unterjährigen Zinsauszahlungen stehen dem Anleger ja nach Bank halbjährliche, vierteljährliche oder monatliche Auszahlungsintervalle zur Verfügung. Der Vorteil hierbei: die relativ schnell ausgezahlten Zinsgewinne können zügig wieder in die Anlage eingebracht werden und erwirtschaften somit die so genannten Zinseszinsen.
Jedes Kreditinstitut in Deutschland ist gesetzlich dazu verpflichtet, das Kapital der Anleger für den Fall einer Insolvenz oder andere Ausnahmesituationen zu schützen. Dies geschieht durch eine so genannte Einlagensicherung. Es gibt gesetzlich vorgeschriebene und freiwillige Einlagensicherungssysteme. Fast alle Kreditinstitute in Deutschland nutzen beide Möglichkeiten, um das Kapital der Anleger möglichst optimal abzusichern.
Einlagensicherungsfonds gehören zu den freiwilligen Maßnahmen zur Einlagensicherung. Diesbezüglich gibt es in Deutschland beispielsweise den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Er sieht eine Absicherung des Anlegerkapitals in Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank vor. Der Kunde muss in diesem Fall einen hohen Millionenbetrag anlegen, damit die Einlagensicherung an ihre Grenzen gerät.
Einzahlungen auf ein Tagesgeldkonto können beliebig vom Kunden vorgenommen werden. Hierzu benötigt er allerdings ein Referenzkonto. Dabei kann es sich um ein normales Girokonto handeln, das sich - zumindest bei vielen Anbietern - nicht zwangsläufig beim gleichen Kreditinstitut befinden muss. Viele Anleger verwenden als Referenzkonto ihr normales Lohn- beziehungsweise Gehaltskonto, andere möchten ihre Erträge aus einem Arbeitsverhältnis und die Gewinne aus Kapitalanlagen dagegen trennen und verwenden daher ein separates Konto als Referenzkonto.
Ein Freistellungsauftrag ist ein probates Mittel, um beim Erzielen von Gewinnen aus Kapitalanlagen Steuern zu sparen. Der Staat sieht gewisse Höchstgrenzen für Kapitalerträge vor, bei deren Unterschreiten der Anleger keine Steuern entrichten muss. Diese Höchstgrenzen betragen bei Ehepaaren momentan 1.602 Euro, bei Alleinstehenden 801 Euro. Ein Freistellungsauftrag lässt sich beliebig auf mehrere Kapitalanlagen aufteilen. Er sollte für die Tagesgeldanlage also nur in der Höhe gestellt werden, in der die Zinsgewinne voraussichtlich ausfallen.
Mit Kapitalerträgen bezeichnet man in Deutschland die Gewinne aus Kapitalanlagen. Wer also sein Geld anlegt, beispielsweise auf einem Sparbuch, einem Festgeldkonto, einem Tagesgeldkonto etc., um damit Zinsgewinne zu erzielen, generiert damit Kapitalerträge. Grundsätzlich müssen Kapitalerträge in Deutschland, sofern sie über festgelegten Grenzen liegen, versteuert werden. Dazu wurde im Jahr 2009 die neue Abgeltungssteuer eingeführt.
Im Gegensatz zu den Kontoauszügen bei einem normalen Girokonto kann man die Auszüge eines Tagesgeldkontos nicht einfach am Kontoauszugsdrucker abholen. Sie werden dem Kunden entweder online zur Verfügung gestellt, oder in festgelegten zeitlichen Intervallen zugeschickt. Wer seine Kontoauszüge in Papierform per Post zugeschickt bekommen möchte, muss bei vielen Kreditinstituten dafür eine Gebühr entrichten. Die Bereitstellung im Internet ist dagegen bei allen Anbietern kostenlos.
Viele Kunden wickeln ihre Bankgeschäfte heute komplett über das Internet ab. Es können Überweisung in Auftrag gegeben, Daueraufträge gestartet oder beendet und Abbuchungen veranlasst werden. Inzwischen ist im Internet nahezu jede Bankdienstleistung verfügbar, die es auch in einer Filiale gibt. Auch beim Tagesgeld sind inzwischen viele Anbieter dazu übergegangen, die komplette Abwicklung über das Internet bereitzustellen. Der Kunde kann hier seine Kontoauszüge einsehen, Ein- und Auszahlungen veranlassen etc.
Da ein Tagesgeldkonto nicht zum bargeldlosen Zahlungsverkehr taugt, benötigt es ein Referenzkonto, von dem Einzahlungen vorgenommen und auf das Auszahlungen veranlasst werden können. Viele Anbieter ermöglichen ihren Kunden, ein bereits vorhandenes Girokonto als Referenzkonto zu nutzen. Einige dagegen verlangen immer noch die gleichzeitige Eröffnung eines neuen Kontos bei Abschluss einer Tagesgeldanlage, das dann als Referenzkonto genutzt werden kann. Oftmals möchte die Bank an der Gebühr für das Referenzkonto mitverdienen.
Ein Tagesgeldkonto ist ein reines Anlagekonto, auf das der Anleger jedoch täglich Zugriff hat. Der Anlagebetrag wird hierbei also nicht fest angelegt, sondern ist für den Anleger ständig abrufbar. Im Gegenzug orientieren sich die Zinssätze beim Tagesgeldkonto am momentanen Niveau der weltweiten Finanzmärkte, beziehungsweise an der Höhe der Leitzinsen, wodurch kein gleichbleibender Zinssatz gewährt werden kann, wie es bei anderen Kapitalanlagen – zum Beispiel beim Festgeld - der Fall ist.
Das so genannte Tagesgeld-Hopping ist eine Praxis, die inzwischen von zahlreichen Tagesgeld-Anlegern betrieben wird. Die Offerten der Tagesgeld-Anbieter ändern sich ständig, täglich kommen neue Anbieter hinzu und bestehende Anbieter überarbeiten ihre Angebote. Aufmerksame Anleger verfolgen diese Entwicklung und verlegen ihr Tagesgeld immer dann auf ein neues Konto, wenn dieses bessere Konditionen bietet. Dieses ständige Umziehen mit einer Kapitalanlage auf immer wieder neue Tagesgeldkonten nennt man in der Finanzfachsprache Tagesgeld-Hopping.
Bevor man sich zur Anlage seines Kapitals in Form von Tagesgeld für ein bestimmten Anbieter entscheidet, sich sollte man die Offerten möglichst vieler Banken und Finanzdienstleister miteinander vergleichen. Inzwischen gibt es im Internet komfortable Vergleichsrechner, die dies ermöglichen.
Als Zinsgarantie bezeichnet man eine Garantie seitens des Kreditinstitutes beziehungsweise eines Finanzdienstleisters, einen bestimmten Zinssatz für einen festgelegten Zeitraum zu gewähren. Dies ist beim Tagesgeld jedoch in der Regel nicht möglich, da der Zinssatz hier direkt von den Leitzinsen beziehungsweise den allgemeinen Entwicklungen an den Finanzmärkten abhängt.
Wie hoch die Zinsen für eine Tagesgeldanlage sind, ist von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich. Die Zinssätze reichen von mageren 0,5 bis zu fast 5 Prozent. Der Zinssatz allein macht jedoch noch kein gutes Tagesgeld-Angebot aus. Auch andere Faktoren wie Gebühren und Nebenkosten, Serviceleistungen etc. sollten als Entscheidungsgrundlage für einen bestimmten Anbieter mit herangezogen werden.
Wie oft die Zinsen bei der Tagesgeldanlage ausgezahlt werden, kann von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich sein. Viele Kreditinstitute zahlen die Zinsen einmal jährlich aus, andere dagegen in einem halb- oder vierteljährlichen Intervall. Für den Kunden gilt: je häufiger die Zinsen ausgezahlt werden, desto besser. Schließlich können bei häufigen Zinsauszahlungen die Gewinne schneller wieder in die Anlage investiert werden und erwirtschaften somit ihrerseits weitere Zinsgewinne. Man spricht dabei auch vom Zinseszins-Effekt.
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