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Geldanlage - Kapitalanlagen: Chancen & Risiken


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Geldanlage & Kapitalanlagen - die Chancen & Risiken

Im Zuge der seit Jahren in Europa (und auch weltweit) grassierenden Finanzkrise stehen langfristige und sichere Kapitalanlegen mehr und mehr im Vordergrund. Viele Anleger geben sich lieber mit einer etwas geringeren Rendite zufrieden, genießen aber dafür umso mehr Sicherheit. Scheinbar sitzt manchen Geldanlegern auch noch der Schock aus der New-Economy-Zeit in den Knochen. Damals wurde der Aktien-Hype von Medien und Experten so hochgepuscht, dass nahezu jeder glaubte, durch den Kauf einiger Wertpapiere innerhalb kürzester Zeit mit diesen Geldanlagen reich werden zu können.

Dass dem nicht so ist, haben die Folgejahre bewiesen. Reihenweise stürzten die einst so hochgelobten Aktien ins Bodenlose, nicht wenige Anleger waren um ihre gesamten Ersparnisse gebracht. Fortan wurden kleinere Brötchen gebacken. Plötzlich stand wieder die Sicherheit von Kapitalanlagen im Vordergrund, es wurde nicht mehr ausschließlich auf die Rendite geschielt. An Aktien wagten sich in den letzten Jahren sogar nur noch recht wenige Privatanleger heran.

Heute sieht es nicht viel anders aus. Nachdem einige Märkte (z. B. Auslandsimmobilien, Immobilienfonds) in den vergangenen Jahren regelrecht zusammenbrachen, befinden sich nun auch andere Anlageformen in einem Sog nach unten – so werden beispielsweise die Zinsen für Tagesgeldanlagen seit Monaten bei fast allen Anbietern immer wieder nach unten korrigiert.

Nur schlechte Nachrichten also? Gibt es wirklich keine sicheren und guten Kapitalanlagen mehr?

Stopp: Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen! Man muss lediglich etwas genauer planen, suchen und auswählen, um die passende Geldanlage zu finden. Und überhaupt: Es gab immer Krisen an den Finanzmärkten, und immer wieder wurden diese überstanden. Wer das Risiko seiner Kapitalanlagen wirksam streut und sich mit soliden, aber nicht übertriebenen Renditen zufrieden gibt, der kann beispielsweise sehr effektiv für seinen Altersruhestand vorbeugen.

Und wer weiß: Vielleicht können Sie gerade jetzt besonders günstig in Märkte einsteigen, die in naher Zukunft wieder an alte Zeiten anknüpfen und einen wahren Höhenflug erleben.

Worauf Sie bei der Auswahl Ihrer Kapitalanlagen achten müssen, erfahren sie hier.

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Risiken von Kapitalanlagen

Jede Kapitalanlage birgt ein gewisses Risiko. Manch einer mag nun einwenden, dass es durchaus Anlagen gibt, die keinerlei Verlustrisiko beinhalten. So zum Beispiel festverzinsliche Wertpapiere, beziehungsweise Bundesanleihen. Doch auch bei solchen Kapitalanlagen gibt es durchaus ein Risiko - nämlich das persönliche Liquiditätsrisiko. Auf dieses möchten wir zuerst eingehen.

Es ist erstaunlich, wie wenig sich die Menschen Gedanken über ihren Kapitalbedarf machen, bevor sie eine größere Summe Geld fest anlegen. Die meisten gehen davon aus, lediglich das Kapital für die persönlichen Lebenshaltungskosten dauerhaft zu benötigen, und legen darüber hinaus sämtliches Kapital an. Das ist grundsätzlich falsch.

Was wäre beispielsweise, wenn das Auto nicht nur repariert werden muss, sondern komplett seinen Geist aufgibt? Können Sie heute voraussehen, ob Sie vielleicht in einigen Monaten oder gar Jahren teuren Zahnersatz benötigen, der mitunter viele Tausend Euro kosten kann?

Dies sind nur zwei Beispiele von Kostenpositionen, die nicht unter die regelmäßigen Lebenshaltungskosten fallen, aber dennoch jederzeit auftreten können. In einem solchen Fall ist es natürlich fatal, wenn sämtliches Kapital fest angelegt ist und nur unter Schwierigkeiten und entsprechenden finanziellen Verlusten vorzeitig aus der Anlage entnommen werden kann. Es sollten also immer auch unvorhersehbare Ausgaben eingeplant werden, dafür eignet sich beispielsweise ein Tagesgeldkonto, das zwar nicht besonders hoch verzinst ist, bei dem das Kapital aber jederzeit ohne Nachteile wieder entnommen werden kann.

Darüber hinaus existieren bei vielen Anlagen noch ganz andere, teilweise sehr spezielle Risiken. So ist es beispielsweise in den letzten Jahren im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise geradezu modern geworden, sein Kapital im Ausland anzulegen. Hierbei unterliegen Sie einem ganz besonderen Risiko, nämlich dem Währungsrisiko. Wenn sich die Währungskurse ändern, könnte es sein, dass im ungünstigsten Falle die komplette Rendite für Ihr Kapital durch diese Währungsschwankungen aufgezehrt wird. Gleiches gilt übrigens für steuerliche Risiken. Der Staat lässt sich unglaublich viel einfallen, um die Steuern an allen Ecken und Enden zu erhöhen. Wurde das Kapital ungünstig angelegt, könnten entsprechende Steuererhöhungen ebenfalls einen Großteil des Gewinns wieder aufzehren.

Bleibt schließlich noch ein Risiko, dem grundsätzlich alle unterliegen: die Inflation. Jedes Jahr ist unser Geld weniger wert. Wer ausschließlich in Anlagen investiert, die zwar sicher sind, aber wenig Zinsen bringen, bei dem könnte die Inflation dafür sorgen, dass sämtliche Gewinne zunichte gemacht werden. So ergeht es beispielsweise vielen Inhabern von Sparbüchern, die er gerade einmal 1 % oder 1,5 % Zinsen bieten, wobei die Inflation aber bei rund 2 % liegt.

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Geld-Anlagestrategien

Wie die richtige Anlagestrategie aussieht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielen Ihre persönlichen Voraussetzungen und Charaktereigenschaften eine ausschlaggebende Rolle. So sollten Sie beispielsweise zunächst einmal eruieren, welchem Anlegertyp Sie entsprechen. Können Sie damit umgehen, in Kapitalanlagen zu investieren, die ein etwas höheres oder sogar ein sehr hohes Risiko aufweisen? Viele Menschen können das nicht, für sie kommen dann eher konservativere Anlagestrategien infrage.

Grundsätzlich sollte man niemals einen größeren Kapitalbetrag investieren, ohne sich vorher Gedanken über die passende Anlagestrategie gemacht zu haben. So können die Anlagestrategien verschiedene Ziele verfolgen, idealerweise alle hier genannten auf einmal: Einerseits dient die passende Strategie dazu, die Renditen Ihrer Kapitalanlagen zu maximieren. So kann eine gute Anlagestrategie dahingehend angepasst werden, dass Sie ausreichend Kapital für unvorhersehbare Ausgaben übrig behalten, aber eben nicht zu viel. Der darüber hinausgehende Anteil des Kapitals kann dann in feste beziehungsweise spekulativere Anlagen investiert werden und bringt somit entsprechend mehr Rendite.

Eine weitere Aufgabe der Anlagestrategie ist es, die Risiken so weit wie möglich zu minimieren beziehungsweise zu streuen. Daher wird eine gute Anlagestrategie niemals vorsehen, das gesamte Kapital in eine einzige Anlageform zu investieren. Vielmehr sieht die Strategie ein Portfolio aus verschiedenen Anlageformen- und Modellen vor, die unterschiedliche Risikoklassen aufweisen. Der Vorteil dabei: Der Anleger wird in der Regel nie sein gesamtes Kapital verlieren. Geht einmal ein Teilbetrag verloren, kann dies immer noch durch Renditen, die durch andere Anlageform im Portfolio erwirtschaftet werden, ausgeglichen werden.

Im Internet und in Fachzeitschriften stößt man immer wieder auf allgemeingültige Anlagestrategien, zum Beispiel das antizyklische Investieren. Grundsätzlich müssen solche universelle Strategien nicht schlecht sein, sie sollten jedoch niemals als ausschließliche Anlagestrategie herangezogen werden. Vielmehr können sie dazu dienen, eine bereits ausgearbeitete, auf das persönliche Anlegerprofil bezogene Strategie noch zu verfeinern und zu verbessern.

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Die größten Anlegerfehler

Menschen machen Fehler - immer und überall. Das gilt selbstverständlich auch für den Finanzmarkt. Solche individuellen Fehler lassen sich auch niemals komplett ausmerzen, sie können lediglich um den größtmöglichen Anteil reduziert werden. Nichtsdestotrotz gibt es auch immer wieder Anlegerfehler, die bereits als Klassiker gelten und sowohl vor vielen Jahrzehnten als auch heute gleichermaßen begangen werden. Hier einige davon:

Fehlendes Konzept / fehlende Anlagestrategie

Dieses Thema hatten wir schon im Abschnitt „Anlagestrategie“ auf dieser Webseite angesprochen. Jeder Anleger benötigt eine Anlagestrategie beziehungsweise ein fundiertes Konzept, welches es ihm ermöglicht, überhaupt erst einmal herauszufinden, wie viel Kapital er in welcher Verteilung investieren sollte.

Zyklisches Handeln

Wie bei einer Kuh- oder Schafherde folgen viele Menschen stets der Masse. Das gilt auch für den Finanzmarkt. So wächst bei steigenden Kursen an den Börsen regelmäßig die Risikobereitschaft der meisten Anleger. Dabei raten Experten immer wieder, möglichst antizyklisch zu handeln. Das bedeutet: Sind die Börsen im Aufwind, sollte man eher vorsichtig mit dem Kauf von Wertpapieren sein. Stagniert die Entwicklung oder befindet sich gar auf Talfahrt, sollte man um so mehr zuschlagen. Allerdings verhindert die Psychologie bei vielen Anlegern, dieser Strategie konsequent zu folgen.

Falscher Expertenrat

Es gibt wohl nirgendwo so viele selbsternannte Experten, wie auf dem Finanzmarkt. Jeder möchte Ihnen erzählen, wie Sie Ihr Kapital richtig beziehungsweise besser anlegen und die maximal mögliche Rendite erwirtschaften. Dabei erweisen sich Prognosen auch von etablierten Experten immer wieder als überschätzt, so dass die Anleger im Anschluss über die Entwicklung enttäuscht sind. Daher der Rat: Wenn Sie sich nicht selbst so tief wie möglich in die Materie einarbeiten möchten, setzen Sie zumindest auf die Meinung verschiedener Experten, und nicht nur auf eine einzige.

Wir könnten nun fast unendlich damit fortfahren, Fehler von Anlegern aufzulisten. So schichten beispielsweise viele Anleger ihr Kapital viel zu oft um und verringern so die mögliche Rendite. Andere halten zu lange an einmal gekauften Wertpapieren fest, und wieder andere vernachlässigten die Nebenkosten beim Kauf. Letztendlich muss jeder selbst seine Erfahrungen machen, es hilft jedoch, sich vorher ausführlichst über alle Risiken der verschiedenen Kapitalanlagen zu informieren.

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Festgeld

Ein wahrer Klassiker unter den Kapitalanlagen ist das Festgeld. Das dahinter stehende Prinzip ist einfach zu verstehen: Der Anleger eröffnet ein Festgeldkonto und stellt dem Kreditinstitut sein Kapital für eine festgelegte Laufzeit zur Verfügung. Dafür erhält er einen ebenfalls im Voraus festgelegten Zinssatz. Da die Banken hierbei mit dem Kapital des Anlegers viel besser planen können, als beispielsweise beim Tagesgeld, werden beim Festgeld durchweg höhere Zinssätze gezahlt. Durch die Mitgliedschaft der meisten Kreditinstitute in verschiedenen Einlagensicherungssystemen gilt das Festgeld außerdem als sehr sicher.

Allerdings gibt es beim Festgeld auch gravierenden Nachteile: Wie der Name schon sagt, ist das Kapital für den vereinbarten Zeitraum fest angelegt. Daher ist es bei dieser Investmentform nicht vorgesehen, Kapital vorzeitig aus der Anlage zu entnehmen. Gerät der Anleger in Not und muss sein Festgeldkonto vorzeitig auflösen, kann er dies in der Regel nur mit finanziellen Verlusten. Grund dafür ist die so genannte Vorfälligkeitsentschädigung. Dabei handelt es sich um eine Art Strafzahlung, die der Anleger gegenüber dem kontoführenden Kreditinstitut bei vorzeitiger Auflösung der Anlage zahlen muss. Die Bank möchte damit die ihr entgangenen Gewinne wieder hereinholen oder den Verlust zumindest abmildern.

Somit eignet sich das Festgeld nur für Anlagebeträge, die Sie ohne Probleme über den anvisierten Zeitraum entbehren können. Man sollte also niemals Kapital in Form von Festgeld anlegen, bei dem nicht sicher ist, ob man es nicht zwischenzeitlich für unvorhersehbare Ausgaben brauchen könnte.

Wichtig zu wissen ist, dass im Zuge der aktuellen Finanzkrise auch die Zinsen für das Festgeld von vielen Anbietern immer wieder nach unten korrigiert werden. Gab es noch vor einigen Jahren Festgeldangebote, die 5 % Zinsen oder sogar mehr versprachen, so kann man heute froh sein, wenn man noch 2,5 oder 3 % bekommt. Experten erwarten allerdings, dass sich dies in naher Zukunft wieder ändern dürfte.

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Tagesgeld

Die Geldanlage in Form von Tagesgeld ist der Liebling aller Menschen, die ihr Kapital nur kurzfristig anlegen möchten und sich dabei nicht sicher sind, ob sie dieses zwischenzeitlich für unvorhergesehene Ausgaben benötigen könnten. Das Schöne an der Tagesgeldanlage ist, dass das Kapital jederzeit beziehungsweise werktäglich ohne Probleme und ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung wieder entnommen werden kann.

Allerdings bleibt auch diese Anlageform selbstverständlich nicht ohne Nachteil: Da das Kreditinstitut hierbei mit dem Anlegerkapital wesentlich schlechter kalkulieren kann (sie weiß schließlich nicht, wie lange er ihr das Kapital zur Verfügung stellen wird), sind die Zinssätze bei Tagesgeldanlagen um einiges schlechter, als beispielsweise bei der Festgeldanlage. Die meisten Banken bieten heute maximal 2 % Zinsen auf das Tagesgeld, wodurch dieses nicht mehr weit von den äußerst schlechten Zinssätzen eines herkömmlichen Sparbuchs entfernt ist. Bei Zinssätzen unter 2 % besteht sogar die Gefahr, dass die Inflation die erzielten Gewinne einer Tagesgeldanlage vollständig wieder auffrisst.

Daher sollte ein Tagesgeldkonto heute wirklich nur noch für Kapitalbeträge eröffnet werden, die für einen kurzen Zeitraum angelegt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Sämtliches Kapital, bei dem Sie sicher sind, dass Sie es über längere Zeit entbehren können, sollte in andere, besser verzinste Anlageform investiert werden.

Bezüglich der Sicherheit unterscheidet sich das Tagesgeld übrigens für nicht von der Festgeldanlage. Auch hierbei profitiert der Anleger von den vielfältigen Sicherungssystemen, denen zumindest deutsche Banken angeschlossen sind. Mittlerweile gibt es aber auch viele Banken im europäischen Ausland, die eine vergleichbare Sicherheit für die Tagesgeldanlage bieten. Falls ein solches Kreditinstitut einen besseren Zinssatz auf das Tagesgeld bietet, können Sie bedenkenlos zuschlagen. Zu berücksichtigen ist hierbei lediglich das Währungsrisiko, also die Schwankungen der Währungen untereinander.

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Zinsanleihen - Zinsanlagen

Unter Anleihen bzw. Zinsanleihen versteht man verschiedene Anlagemodelle, zum Beispiel Bundesanleihen, Industrieanleihen oder auch festverzinsliche Wertpapiere. Somit sind die Anleihen ein großes Feld im Bereich Kapitalanlagen, das durchaus interessante Alternativen zu anderen Anlageformen wie Festgeld, Tagesgeld etc. bietet.

Staatsanleihen und festverzinsliche Wertpapiere bieten dem Anleger die Möglichkeit, sein Geld besonders sicher und trotzdem mit einer gewissen Rendite anzulegen. Unter Staatsanleihen versteht man dabei festverzinsliche Wertpapiere, die vom deutschen Start an Banken und Sparkassen vergeben werden. Diese Staatsanleihen werden von den Regierungen der Bundesländer ausgegeben. Dabei ist jedoch zu beachten: Bisher konnte sich der Anleger an die Bundeswertpapierverwaltung wenden, bei der ein Erwerb von Bundesanleihen kostenfrei vonstatten ging. Auch die Verwaltung und ein eventueller Verkauf dieser Anlagen konnten über die Bundeswertpapierverwaltung kostenlos abgewickelt werden. Diese Möglichkeit wird allerdings ab Anfang 2013 nicht mehr bestehen, somit sind entsprechende Nebenkosten, die für den Kauf, die Verwaltung und den Verkauf von Staatsanleihen entstehen, einzukalkulieren.

Während Staatsanleihen eher für konservative Anleger geeignet sind, die sich mit einer relativ geringen Rendite zufrieden geben, zielen Unternehmensanleihen grundsätzlich auf risikobereitere Sparer. Allerdings gibt es auch hierfür spezielle Einstufungskriterien, die dem Anleger helfen, das individuelle Risiko jeder Anleihe zu definieren. So kann er nach Wunsch entweder in Unternehmensanleihen mit dem Prädikat „Investment Grade“ investieren (sie gelten als besonders sicher), wohingegen der risikobereitere Typ in Unternehmensanleihen mit dem Titel „Speculative Grade“ investiert.

Allerdings gibt es ein Manko bei Unternehmensanleihen: Sie werden nicht an private Anleger verkauft, sondern können nur aus zweiter Hand - das heißt über Banken oder Börsenmakler - erworben werden. Dafür fallen in der Regel Nebenkosten an, die es bezüglich der erzielbaren Rendite zu berücksichtigen gilt. Außerdem sind die Mindesteinlagebeträge bei vielen Unternehmensanleihen sehr hoch gesteckt, so dass diese ausschließlich für finanziell solvente Anleger infrage kommen. Wer es sich jedoch leisten kann, erwirbt mit Unternehmensanleihen Wertpapiere mit guten Renditeaussichten bei kalkulierbarem Risiko.

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Bausparen

In Zeiten der New Economy und anderer Hochzinsphasen wurde der Bausparer stets etwas mitleidig belächelt. Anleger, die Kapital in ein solches Produkt investierten, galten als äußerst konservativ und sogar etwas hinterwäldlerisch. Interessant ist jedoch, dass sich dieses Vorurteil immer dann ändert, wenn die Börsen wieder einmal auf Talfahrt sind, beziehungsweise sich eine Spekulationsblase in Luft aufgelöst hat.

Plötzlich ist es wieder in, sein Kapital in einem Bausparvertrag zu investieren. Dabei haben viele Anleger in den letzten Jahren übersehen, wie vielfältig sich ein Bausparvertrag heute nutzen lässt. Er dient nicht nur dem klassischen Zweck, nämlich Kapital anzusparen, um damit im Anschluss ein eigenes Haus zu bauen beziehungsweise eine Immobilie zu kaufen, sondern kann auch in Verbindung mit der staatlichen Förderung - z. B. durch die Riester-Rente - als Altersvorsorge dienen. Außerdem kann er für die Renovierung und Modernisierung von Altbauten genutzt werden, ebenfalls eine sehr interessante Möglichkeit.

Die grundsätzliche Funktionsweise eines Bausparvertrags ist einfach zu verstehen: Der Anleger zahlt über einen festgelegten Zeitraum monatlich gewisse Beträge in den Bausparvertrag ein, bis dieser zuteilungsreif ist. Das dadurch angesparte Kapital wird inklusive Zinsen und Zinseszinsen als Grundstock für die Finanzierung der Immobilie genutzt, wobei der restliche Betrag in Form eines Darlehens gewährt wird. Das Schöne daran: Der Anleger weiß im Vorhinein ganz genau, wann sein Bausparvertrag zugeteilt wird, beziehungsweise wann er sich den Traum von der eigenen Immobilie verwirklichen kann.

Nicht zu verachten sind auch die staatlichen Zuschüsse beziehungsweise die steuerlichen Erleichterungen, die auf das Bausparen gewährt werden. Unter Berücksichtigung der entsprechenden Zulagen bietet sich hier die Möglichkeit, eine gute Rendite mit dem angelegten Kapital zu erwirtschaften.

Wie bereits angesprochen, kann sich der Abschluss eines Bausparvertrags auch für Menschen lohnen, die bereits eine Immobilie besitzen. In diesem Fall lässt sich das Kapital beispielsweise dafür verwenden, ein älteres Haus zu sanieren beziehungsweise zu modernisieren, ein Dach neu zu decken, Heizung und Dämmerung zu erneuern und vieles mehr.

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Fondssparen

Das so genannte Fondssparen ist eine hervorragende Möglichkeit, mit geringen monatlichen Beträgen eine langfristige Kapitalanlage zu schaffen, beziehungsweise für den Altersruhestand vorzusorgen. Hierbei investiert der Anleger sein Kapital nicht direkt in Aktien oder andere Wertpapiere, sondern zahlt monatlich eine gewisse Summe in einen speziellen Fondssparplan ein. Der Verwalter des Sparplans kümmert sich darum, die entsprechenden Wertpapiere zusammenzustellen, einzukaufen beziehungsweise wieder abzustoßen.

Da die Verwaltung von Investmentfonds allerdings naturgemäß sehr aufwändig ist, muss dem Anleger klar sein, dass beim Fondssparen entsprechend hohe Nebenkosten entstehen. Trotzdem sind die Renditemöglichkeiten bei vielen Fondssparplänen durchaus attraktiv, so lassen sich bei langfristiger Betrachtung in der Regel zwischen 8 % und 12 % Rendite pro Jahr erzielen.

Moderne Fondssparpläne ermöglichen dem Anleger in der Regel eine gute Flexibilität. Das bedeutet: Kann er einmal für einen gewissen Zeitraum die monatliche Rate nicht zahlen, so können die Einzahlungen für diesen Zeitraum meist ohne Probleme ausgesetzt werden. Außerdem ist es möglich, bei dauerhafter Änderung der persönlichen finanziellen Verhältnisse die Raten nach oben oder nach unten anzupassen. Auch die Abwicklung ist einfach und bequem: Die monatlichen Raten zur Einzahlung in den Fondssparplan werden vom Konto des Anlegers abgebucht, entsprechend dann automatisch die Fondsanteile in seinem Depot nach und nach erhöht.

Sofern der Anleger einen Fondssparplan abschließt, um für seinen Altersruhestand vorzusorgen, gibt es darauf mittlerweile sogar spezielle staatliche Förderungen. Dies können zum einen Prämien sein, die auf die einzelnen Sparraten gezahlt werden, zum anderen sind aber auch steuerliche Erleichterungen möglich, durch die der Anleger ebenfalls Kapital einspart.

Im Falle des Abschlusses eines Fondssparplan zur Altersvorsorge ist es zudem möglich, die Auszahlung des Kapitals zu einem festgelegten Zeitraum in Form von monatlichen Rentenzahlungen vorzunehmen. So kann der Anleger seine staatliche und/oder betriebliche Rente sowie andere private Altersvorsorgemaßnahmen entsprechend ergänzen.

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Immobilien & Immobilienfonds

Analog zu Aktien, Edelmetallen etc. sind auch Immobilien ein Klassiker im Bereich Kapitalanlage. Ähnlich wie bei Edelmetallen und Rohstoffen muss der Anleger hier zunächst entscheiden, ob er Immobilien in physischer Form erwerben möchte oder sein Kapital lieber in Anteile aus Immobilienfonds investieren will. Jede Einzelform hat ihre ganz individuellen Vor- und Nachteile.

Lange Jahre war der Kauf von Immobilien eine der bevorzugten Investmentstrategien vieler Kapitalanleger. Man muss sich jedoch darüber bewusst sein, dass es hierbei nicht damit getan ist, ein beliebiges Objekt auszuwählen, sein Kapital zu investieren und dann auf eine Wertsteigerung zu hoffen. Nicht wenige Anleger haben in den letzten Jahren teilweise ihr gesamtes Kapital durch den unbedachten Kauf von Immobilien verloren. Daher gilt es, die passenden Objekte so sorgfältig wie möglich auszuwählen. Ohne einen Experten - z. B. einen Immobiliensachverständigen - an Ihrer Seite werden Sie hier kaum weiterkommen. Es sind einfach zu viele unterschiedliche Faktoren bei der Auswahl der richtigen Immobilie zu berücksichtigen. Neben Bausubstanz, Lage, Grundstücksgröße und energetischer Ausstattung spielen noch viele andere Punkte eine wichtige Rolle und bestimmen, ob die Immobilienanlage am Ende profitabel wird oder nicht.

Wer sich das alles ersparen möchte, der investiert sein Kapital in Immobilienfonds. Allerdings gibt es auch hier Nachteile und Fallstricke, die es zu berücksichtigen gilt. Doch zunächst die grundsätzlichen Fakten: Es gibt offene und geschlossene Immobilienfonds. Experten raten in den letzten Jahren vermehrt zur Investition in offene Immobilienfonds. Diese investieren jeweils in mindestens 15 verschiedene Objekte, so dass das Risiko relativ breit gestreut wird. Trotzdem sind durchweg gute Renditechancen gegeben. Geschlossene Immobilienfonds dagegen investieren häufig in nur ein einziges Objekt, was das Risiko deutlich in die Höhe treibt. Da die langfristige Wertentwicklung von Immobilien sehr schwierig vorauszusagen ist, empfehlen sich geschlossene Immobilienfonds lediglich für Anleger mit sehr guter Kapitalausstattung, die einen gewissen Anteil kurzfristig und möglichst renditestark anlegen möchten.

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Aktienanlagen

Unter Aktienanlagen versteht man die Investition von Kapital in einzelne Wertpapiere, oder auch in Form von Aktienfonds in ein Depot, bestehend aus mehreren Wertpapieren.

Grundsätzlich empfehlen Experten immer, eine Anlage in Aktien langfristig auszurichten. Dies widerspricht zwar der Strategie vieler Privatanleger, die mit Aktien möglichst schnell ihr Kapital vermehren möchten, ist aber nachgewiesenermaßen die am besten funktionierende Strategie. Grund dafür sind die teilweise sehr hohen Kursschwankungen von Aktien, die sich erst auf lange Sicht entsprechend abmildern und einem gesunden Mittelwert annähern.

Weiterhin sollte man das Risiko bei der Anlage in Aktien soweit wie möglich diversifizieren. Darunter versteht man die Streuung des Risikos, welche sich in der Regel nur dadurch erzielen lässt, dass nicht das gesamte Kapital in nur einen oder wenige Werte investiert wird, sondern man diese entsprechend aufteilt. Dabei spielt es auch eine ausschlaggebende Rolle, in welche Branchen man investiert. So gelten beispielsweise die Aktien des Neuen Marktes seit jeher als wesentlich spekulativer als andere Wertpapiere, da hier ausschließlich Unternehmen vertreten sind, die in neuen, teilweise noch nicht etablierten Technologiebereichen tätig sind.

Man darf jedoch die Börse nicht als Abbild der wirtschaftlichen Realität sehen, da die Nachfrage nach Aktien keineswegs nur durch stichhaltige Fakten bestimmt wird, sondern zum großen Teil auch durch die Gefühle und Erwartungen der Anleger. Oftmals gibt es regelrechte Höhenflüge, die dann einen großen Teil aller Anleger mitreißen und sie zum Investieren verleiten. So geschehen beispielsweise in der Zeit der „New Economy“ gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Rational denkende Menschen fragen sich in solchen Zeiten, was in den Anlegern vorgehen mag. Da wird oftmals wild und ohne nachzudenken in Werte investiert, die nüchtern betrachtet keinerlei Grundlage dafür bieten.

Wir lernen also: Man sollte sich bei Aktienanlagen niemals von einer allgemeinen Euphorie mitreißen lassen, sondern stets so rational und nüchtern wie möglich bleiben. Streut man dann noch sein Kapital auf möglichst viele Wertpapiere unterschiedlicher Risikoklassen und richtet die Anlage langfristig aus, verspricht sie sehr gute Renditechancen.

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Edelmetalle & Rohstoffe

Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten gewinnen Edelmetalle und Rohstoffe stets an Bedeutung. So auch heute. Die Menschen besinnen sich wieder auf physische Werte – also Kapitalanlagen, hinter denen ein echter Wert steht, nicht nur ein Wertversprechen. Da die Rohstoffe auf unserer Erde immer knapper werden, versprechen diesbezügliche Anlagen für die Zukunft sehr gute Rendite.

Doch es ist nicht damit getan, wahllos Kapital in Edelmetalle und/oder Rohstoffe zu investieren, man sollte sich zuvor möglichst ausgiebig mit diesem Markt beschäftigen. Wo die Besonderheiten bei der Anlage in Rohstoffe liegen und welche Fallstricke auf den Anleger warten, dazu hier die wichtigsten Tipps und Hinweise:

Zunächst muss man sich darüber klar werden, in welcher Form eine Anlage in Edelmetalle oder Rohstoffe getätigt werden soll. Der Klassiker ist das physische Investment. Der Basiswert wird also entsprechend der Anlagesumme in einer bestimmten Menge gekauft und anschließend in einem Banktresor oder an anderer Stelle gelagert. Viele Anleger schwören auf solche physischen Werte, haben sie doch im Zweifelsfall etwas „Echtes“ in der Hand. Allerdings gibt es auch Nachteile, schließlich kostet die Aufbewahrung der physischen Rohstoffe dauerhaft Geld, außerdem ist die Kaufprozedur recht umständlich.

Aus diesem Grund ist es ebenfalls möglich, Edelmetalle und Rohstoffe nicht in physischer Form, sondern als Fonds beziehungsweise Fondsanteile und Zertifikate zu erwerben. Hier investieren Sie also nicht in den Basiswert, indem Sie diesen direkt kaufen, sondern beteiligen sich an einer Gemeinschaft beziehungsweise an einem Geschäft, welches dann seinerseits den Basiswert erwirbt. Einziger Nachteil bei solchen Investments ist, dass sie keinen realen Gegenwert für Anlagen der Hand halten. Andererseits bieten Fonds und Zertifikate auf Edelmetalle und Rohstoffe viele Vorteile: Sie können Ihr Kapital problemlos auf viele unterschiedliche Rohstoffe verteilen, das Verlustrisiko wird somit diversifiziert. Ferner müssen Sie sich nicht um die Aufbewahrung der gekauften Basiswerte kümmern, all das übernehmen andere für sie.

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CFD Trading

Der Begriff CFD Trading steht für den Handel mit Derivaten, die eine unbegrenzte Laufzeit aufweisen. CFD bedeutet dabei „Contract for Difference“, also Differenzkontrakt. Ein Fachbegriff, der für den Laien zunächst etwas schwierig zu verstehen ist. Daher hier eine etwas verständlichere Erklärung: Wer mit CFDs handelt, der spekuliert auf eine Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs eines Basiswertes.

Der Handel mit solchen Differenzkontrakten ist für Privatanleger erst seit kurzer Zeit möglich. Abgewickelt wird er hauptsächlich über das Internet, ohne dieses Medium würde es den CFD-Handel für privat heute garantiert noch nicht gegeben. Trotz dieser Möglichkeiten warnen Experten regelmäßig davor, ohne fundierte Fachkenntnisse der entsprechenden Märkte mit CFDs zu handeln. Viele Anleger lassen sich von vollmundigen Gewinnversprechen blenden, vergessen dabei aber völlig die immensen Risiken. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist hierbei nicht nur möglich, sondern quasi an der Tagesordnung.

Grundsätzlich werden CFDs nicht regulär an den Börsen, sondern außerhalb dieser gehandelt. Der Anleger erwirbt beim Kauf von CFDs keinen Basiswert, da lediglich auf die Entwicklung eines Basiswertes spekuliert wird. So erhält er beispielsweise beim Handel mit CFDs auf Aktien auch keine Aktionärsrechte. Dividenden spielen daher beim CFD Trading nahezu keine Rolle.

Wer sich trotz aller Risiken für den Handel mit CFDs interessiert, sollte sich zunächst gründlich in die Materie einarbeiten. Ein professionelles Risikomanagement verbunden mit einer effektiven Verlustbegrenzung ist ein absolutes Muss, wenn das angelegte Kapital dauerhaft vermehrt werden soll. Zudem benötigt der Anleger einen sehr guten CFD Broker. Dieser muss die Handelsentscheidungen möglichst schnell umsetzen, eine einfache Bedienung bieten und Echtzeitkurse anzeigen. Dies sind die Grundvoraussetzungen zum erfolgreichen Handel mit Differenzkontrakten. Für Interessenten empfiehlt es sich, zunächst mit einem Übungs- oder Demo-Konto ohne echtes Kapital zu beginnen und erst dann auf die Investition mit echtem Geld umzusteigen, wenn man sich sicher im Umgang mit diesem Finanzinstrument fühlt.

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Forex Trading

Der Handel mit Währungen - in der Finanzfachsprache auch als Forex Trading bezeichnet - ist in den letzten Jahren quasi zu einem Hype geworden. Insbesondere die rasante Entwicklung des Internets macht es möglich, dass jeder Anleger von zu Hause aus über seinen Computer am weltweiten Handel mit Währungen problemlos teilnehmen kann. Die Möglichkeiten hierbei sind vielfältig, zudem locken sehr gute Renditechancen. Da vergisst mancher, welche Risiken das Forex Trading beinhaltet.

Zunächst einige Basisinformationen: Sinn und Zweck des Handels mit Währungen ist, durch das geschickte Eintauschen von Währungen in andere Währungen unter Berücksichtigung der ständigen Kursveränderungen letztendlich einen Gewinn zu erzielen. Eine Währung kann also nie gekauft oder verkauft, sondern immer nur in eine beziehungsweise mehrere andere Währungen umgetauscht werden. Da sich die Währungskurse ständig ändern, lautet das Ziel also, die Währung später zu einem höheren Kurs in eine andere Währung umzutauschen, als beim ersten Tausch. Daraus ergibt sich dann der gewünschte Gewinn.

Das Schöne am Forex Trading ist die Möglichkeit, besonders kurzfristige Gewinne einzufahren. Da die Kurse von Währungen ständig und teilweise sehr stark schwanken, kann der gewünschte Gewinn unter Umständen innerhalb weniger Minuten erzielt werden. Auf der anderen Seite ist es genauso möglich, innerhalb kürzester Zeit sein Kapital komplett zu verlieren. Daher ist eine effektive Verlustbegrenzung eine der Grundvoraussetzungen für den erfolgreichen Handel mit Währungen. Man spricht dabei auch von einer Stopp- bzw. Stopp-Loss-Strategie.

Grundsätzlich kann der Anleger Währungen nicht direkt kaufen, sondern muss dies über einen Broker tun. Dabei handelt es sich um einen Dienstleister, der die nötige Software für den Kauf und Verkauf von Währungen im Internet zur Verfügung stellt. Bei der Auswahl dieses Dienstleisters ist darauf zu achten, dass der Handel unbedingt in Echtzeit abläuft und auch die Währungskurse in Echtzeit angezeigt werden. Zudem sollte er vielfältige Analyse- und Auswertungstools bieten, mit denen der Trader seine Fähigkeiten vertiefen und verbessern kann.

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Warentermingeschäfte

Warentermingeschäfte zählen zu den ältesten Finanzgeschäften spekulativer Natur. Sie werden bereits seit den Anfängen des 18. Jahrhunderts getätigt und hatten ursprünglich das Ziel, insbesondere bei Importprodukten den Landwirten und Herstellern im Ausland eine bessere Kalkulationsgrundlage für ihren Warenabsatz zu liefern.

Um diesen Ansatz zu verstehen, muss man zunächst wissen, wie ein Warentermingeschäft genau funktioniert. Hierbei wird ein Vertrag über die Lieferung einer Ware abgeschlossen, wobei diese Ware noch nicht zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geliefert wird, sondern erst später. Es wird also schon jetzt ein Preis vereinbart und gezahlt, obwohl die Ware noch nicht geliefert wird, vielleicht sogar noch gar nicht produziert ist. Für die Erzeuger hat das den Vorteil einer wesentlich höheren Preissicherheit, mit der sie besser kalkulieren können. So wissen Landwirte bereits vor dem Beginn der Ernte, welchen Preis sie dafür erzielen können.

Allerdings sind solche Warentermingeschäfte auch mit individuellen Risiken verbunden. So könnte es beispielsweise sein, dass durch plötzliche Wetterumschwünge die Ernte eines Landwirts viel schlechter ausfällt, als eigentlich geplant. Ist diese aber bereits im Rahmen eines Warentermingeschäfts verkauft, so ergibt sich ein großes Problem.

Für Anleger sind Warentermingeschäfte dahingehend interessant, dass bei geschicktem Handeln die Ware später zu einem höheren Preis weiterverkauft werden kann, als man beim Abschluss des Termingeschäfts gezahlt hat. Allerdings muss man sich schon ganz genau in der Materie auskennen, um damit dauerhaft gute Renditen zu erzielen. Für Anfänger empfehlen sich Warentermingeschäfte aufgrund ihrer hochspekulativen Natur daher eher nicht.

Übrigens besteht auch die Möglichkeit, das Warentermingeschäft nicht selbst abzuschließen, sondern von einem Vertragspartner den bereits geschlossenen Kontrakt zu kaufen. Somit besteht für den Käufer keine Abnahmeverpflichtung, wenn der Vertrag eingelöst und die Ware geliefert wird. Er profitiert lediglich von der Kursentwicklung, sofern diese für ihn positiv ausfällt.

Grundsätzlich haben Warentermingeschäfte heute etwas an Bedeutung verloren, beziehungsweise sie dienen nicht mehr ihrem eigentlichen Zweck, sondern sind fast ausschließlich spekulativer Art.

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Optionsscheine

Beim Kauf von Optionsscheinen erwirbt der Anleger keinerlei physischen Wert und auch kein Wertpapier, sondern lediglich ein verbrieftes Bezugsrecht. Somit können Optionsscheine auf alle möglichen Basiswerte ausgestellt werden, zum Beispiel auf Rohstoffe, Edelmetalle oder auch auf Aktien. Letztere sind mit Abstand am weitesten verbreitet.

Grundsätzlich kann ein Optionsschein in verschiedener Art und Weise gestaltet sein. Er kann entweder eine bestimmte Menge eines Basiswertes festlegen, für dessen Erwerb der Anleger mit dem Kauf des Optionsscheins das Recht erhält, er kann aber auch auf einen Basispreis des Basiswertes ausgestellt sein. Auch eine Kombination von Menge und Basispreis ist möglich. In diesem Fall verbrieft der Optionsschein also, welche Menge des Basiswertes zu welchem Preis der Anleger erwerben kann.

Wichtig zu wissen ist, dass der Optionsschein dem Anleger - wie bereits angedeutet - lediglich ein Bezugsrecht für den Basiswert einräumt, nicht aber die Bezugspflicht. Das bedeutet, es steht jedem Anleger grundsätzlich frei, ob er von seiner Option letztendlich Gebrauch macht oder nicht.

Zum Handel mit Optionsscheinen muss der Anleger in der Regel ein Aktiendepot eröffnen. Inzwischen gibt es unzählige Anbieter im In- und Ausland, die solche Depots anbieten. Man tut gut daran, zunächst die Konditionen - insbesondere im Optionshandel - zu vergleichen, bevor man sich für einen bestimmten Anbieter entscheidet. Der Kauf von Optionsscheinen geht relativ einfach vonstatten. Der Anleger muss lediglich die WKN-Nummer eingeben und kann anschließend die gewünschte Menge von Optionsscheinen erwerben.

Anleger, die auf eine schnelle Rendite aus sind, schätzen die durch den Kauf von Optionsscheinen entstehende Hebelwirkung. Somit kann mit relativ geringem Kapitaleinsatz eine größere Menge des Basiswertes gehandelt werden. Allerdings muss man sich in diesem Fall auch über das damit verbundene, größere Verlustrisiko im Klaren sein. Entwickelt sich der Basiswert also nicht wie gewünscht, werden die Verluste beim Kauf von Optionsscheinen wesentlich größer ausfallen, als wenn direkt in den Basiswert investiert worden wäre.

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Riester-Rente

Seit einigen Jahren ist die so genannte Riester-Rente in aller Munde. Damit bezeichnet man eine Vielzahl von Vorsorgemodellen, die alle eines gemeinsam haben: sie werden staatlich gefördert. Der Name Riester-Rente geht dabei auf den ehemaligen Arbeitsminister Walter Riester zurück.

Der Grund für die Einführung des Riester-Rente-Modells ist folgender: Das Rentensystem in Deutschland basiert auf dem so genannten Generationenvertrag. Das bedeutet, die jeweils arbeitende Generation finanziert mit ihren Abgaben die aktuelle Generation der im Ruhestand Befindlichen. Allerdings funktioniert dieses Modell nur so lange, wie genügend Arbeitnehmer nachkommen, die die heutigen Rentner finanzieren können. Da sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Geburtenraten in Deutschland jedoch kontinuierlich nach unten entwickelt haben, kommen immer weniger Arbeitnehmer nach, welche die heutigen Rentner finanzieren können. Verstärkend kommt hinzu, dass die Menschen Deutschland immer älter werden. Es stehen also effektiv immer mehr Rentner immer weniger Beitragszahlern gegenüber. Somit ist der Kollaps dieses Systems quasi schon vorprogrammiert.

Auch der deutsche Staat hat dies vor geraumer Zeit erkannt und sah sich somit gezwungen, den Bürgern Anreize für den Abschluss zusätzlicher privater Altersvorsorgemaßnahmen zu schaffen. Genau ein solcher Anreiz ist das Modell der Riester-Rente. Jedes Vorsorgeprodukt, das Riester-zertifiziert ist, ermöglicht es dem Anleger, privat für seinen Altersruhestand vorzusorgen und in diesem Zusammenhang staatliche Zuschüsse und/oder steuerliche Erleichterungen zu genießen. Der Bürger wird also quasi vom Staat dafür belohnt, dass er zusätzlich zu seinen Zahlungen in die staatliche Rentenkasse auch noch privat für seinen Altersruhestand vorsorgt.

Allerdings ist es auch hierbei unerlässlich, zunächst das am besten passende Riester-Produkt auszuwählen. So gibt es beispielsweise für junge Familien mit Kindern so genannten Wohn-Riester-Programme, die inzwischen eine gute Alternative zum herkömmlichen Bausparvertrag darstellen.

Grundsätzlich ist das Modell der Riester-Rente ausschließlich für Arbeiter und Angestellte bestimmt. Für freiberuflich Tätige und Selbstständige gibt es ein ähnliches Modell namens Rürup-Rente. Auf dieses gehen wir in einem separaten Artikel auf dieser Webseite etwas näher ein.

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Rürup-Rente

Arbeiter und Angestellte müssen sich in Deutschland nicht um eine Rentenversicherung kümmern, denn gesetzlich unterliegt jeder von ihnen einer Rentenversicherungspflicht. Das bedeutet: Vom monatlichen Gehalt werden automatisch die Beiträge zur Einzahlung in die staatliche Rentenversicherung abgezogen. Geht der Arbeiter beziehungsweise Angestellte dann in den Ruhestand, erhält er die staatliche Rente in monatlichen Zahlungen.

Anders bei Selbstständigen und Freiberuflern. Sie unterliegen nicht der staatlichen Rentenversicherungspflicht. Diese Berufsgruppen haben somit die Freiheit, sich entweder freiwillig in der staatlichen Rentenversicherung zu versichern, oder aber ausschließlich auf privater Basis für ihren Altersruhestand vorzusorgen. Experten raten regelmäßig davon ab, als Selbstständiger oder Freiberufler freiwillig in die staatliche Rentenkasse einzuzahlen. Stattdessen wird geraten, sich auf dem privaten Vorsorgemarkt umzusehen, der zumeist wesentlich bessere Angebote bereithält.

Nun ist es allerdings so, dass viele Selbstständige und Freiberufler das Thema Altersvorsorge entweder immer wieder vor sich herschieben, oder schlichtweg das Kapital nicht dazu haben, um regelmäßig für den Altersruhestand zu investieren. Um diesbezüglich größere Anreize zu schaffen, hat der Staat analog zur Riester-Rente für Arbeiter und Angestellte die Rürup-Rente für Freiberufler und Selbstständige ins Leben gerufen. Diese Programme sollen dazu beitragen, die immer weiter um sich greifende Altersarmut insbesondere bei diesen Berufsgruppen in Zukunft einzudämmen.

Ähnlich wie bei der Riester-Rente gibt es auch beim Rürup-Modell verschiedene Vorsorgeprodukte, die diesbezüglich zertifiziert sind. Auch sie bieten dem Anleger Zuschüsse und steuerliche Vorteile. Außerdem können sie in der jährlichen Bilanz beziehungsweise der Gewinn- und Verlustrechnung geltend gemacht werden. Selbstständige sollten jedoch beachten, dass sie im Gegensatz zu den Rentenauszahlungen der Riester-Rente ihre Auszahlungen nach dem Rürup-Modell im Ruhestand versteuern müssen.

Für die Zukunft erwägt der deutsche Staat, Selbstständige und Freiberufler zum Abschluss einer privaten Altersvorsorge quasi zu zwingen. Es soll also zur Pflicht werden, regelmäßig Geld für die Altersvorsorge zurückzulegen. Diesbezüglich spricht man auch von der so genannten Basisrente, die der Altersarmut wirkungsvoll vorbeugen soll.

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Betriebliche Altersvorsorge

Inzwischen weiß es wohl jeder: Das staatliche System der Rentenversicherung wird schon in absehbarer Zukunft nicht mehr so funktionieren, wie wir es über viele Jahre und Jahrzehnte gewohnt waren. Schuld daran sind die stetig sinkenden Zahlen von Arbeitnehmern in Deutschland, die es einfach nicht mehr schaffen, mit der Zahlung ihrer Rentenbeiträge die immer größer werdende Zahl von Rentnern zu versorgen.

Somit wäre es schon fast grob fahrlässig, sich heute bzw. in Zukunft nur auf die staatliche Rente zu verlassen. Inzwischen ist jedem angeraten, zusätzlich privat für den eigenen Altersruhestand vorzusorgen. Arbeitnehmer – also Angestellte und Arbeiter – haben diesbezüglich noch eine weitere Möglichkeit: die betriebliche Altersvorsorge.

Man spricht bei dieser Form der Altersvorsorge auch von einer Betriebsrente. Sie bietet gegenüber anderen Vorsorgemodellen handfeste Vorteile, und zwar sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber. Zunächst zum Arbeitnehmer: Dadurch, dass die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge vom monatlichen Bruttolohn abgezogen werden, ergibt sich für diesen eine Verringerung der Steuerlast sowie der zu zahlenden Sozialabgaben. Aber auch der Arbeitgeber spart bei den Sozialangaben, da er die Hälfte davon tragen muss und somit auch bei ihm sich der Bruttolohn um den Beitragsteil verringert.

Kein Wunder also, dass die Betriebsrente in Deutschland zu den beliebtesten Altersvorsorgemodellen gehört. Viele Arbeitgeber sind sogar so kulant und bieten von sich aus an, die Ersparnis bei den Sozialabgaben wiederum in die Altersvorsorge des Arbeitnehmers einzuzahlen. Somit erhöht sich der Sparbetrag schneller und der Versicherte profitiert doppelt.

Die Auszahlung der Betriebsrente erfolgt dann ganz normal wie bei der staatlichen Rente auch. Soll heißen: Das angesparte Kapital wird nicht in einem Einmalbetrag an den Versicherten ausgeschüttet, sondern in Form von monatlichen Rentenzahlungen. Diese können dann dazu genutzt werden, die staatliche Rente entsprechend aufzustocken.

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Kapital-Lebensversicherung

Man muss die verschiedenen Modelle einer Lebensversicherung kennen, um zu verstehen, wie diese zur Altersvorsorge des Versicherten beitragen kann. Da gibt es zunächst die so genannte Ablebensversicherung. Hierunter fallen beispielsweise alle Risiko-Lebensversicherungen. In diesem Fall zahlt die Versicherung ihre Leistung nur dann aus, wenn der Versicherte zu Tode kommt. Er kann also selbst nicht von einer solchen Lebensversicherung profitieren, sondern nur seine Hinterbliebenen. Somit eignet sich eine Risiko-Lebensversicherung zwar optimal dazu, Familie und Kinder für den Fall des eigenen Todes abzusichern, nicht aber als Modell zur Altersvorsorge.

Dieses kommt dann im zweiten Fall zum Tragen: beim Abschluss einer Kapital-Lebensversicherung. Dieses Modell wird auch als Erlebensversicherung bezeichnet und stellt sozusagen den genauen Gegenpart zur Ablebensversicherung dar. Die Leistung wird hierbei nur dann ausgeschüttet, wenn der Versicherte den Zuteilungszeitpunkt der Versicherung erlebt. Verstirbt er dagegen vor Erreichen dieses Zeitpunkts, verfällt die Versicherungsleistung zugunsten des Versicherers.

Genau diese Form der Lebensversicherung ist es dann auch, die sich sehr gut als private Altersvorsorgemaßnahme eignet. Es ist bei fast allen Versicherern möglich, die Auszahlung der Versicherungsleistung auf Wunsch nicht in einem Einmalbetrag, sondern in Form von monatlichen Rentenzahlungen vornehmen zu lassen. Damit kann dann die staatliche Rente wirkungsvoll aufgestockt werden.

Fast alle Versicherer bieten beim Abschluss einer Kapital-Lebensversicherung eine garantierte Verzinsung an. Somit kann sich der Anleger schon frühzeitig ausrechnen, wie hoch seine zusätzliche Rente aus der privaten Altersvorsorge einmal sein wird. Allerdings sinken die garantierten Zinssätze für Lebensversicherungen in den letzten Jahren ständig. Ob es somit heute noch sinnvoll ist, eine Kapital-Lebensversicherung als private Altersvorsorge abzuschließen, hängt davon ab, ob Sie noch einen Anbieter finden, der zumindest halbwegs annehmbare Konditionen bietet. Das Internet mit seinen vielen Ratgebern und Vergleichsmöglichkeiten kann hierbei wirksam helfen.

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