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Alles rund um Teddybären


Warum Kinder Teddybären lieben

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Teddybär | ©: Ryan Carter Images - Fotolia

In etwas mehr als einem Jahrhundert hat sich der Teddybär in die Herzen aller Kinder und Erwachsenen gekuschelt. Während die Erwachsenen mit diesem Kuscheltier oft liebevolle Erinnerungen an die eigene Kindheit verbinden, sind sie für Kinder nach wie vor die liebsten Begleiter durch die ersten Lebensjahre.

Dabei sah es in den ersten Monaten nach der Erfindung nicht so aus, als sei dem Teddy ein großer Erfolg beschieden. Für die Entstehung des Bären gibt es zwei Legenden, doch beide hängen mit dem damaligen US Präsidenten Theodore "Teddy" Roosevelt zusammen.

Version eins: Weil der Präsident anno 1902 bei einer Jagd keinen Bären abschießen konnte, band seine Jagdgesellschaft einen jungen Bären an, den der Präsident jedoch nicht schießen wollte. Weil diese Szene angeblich von einem Karikaturisten festgehalten wurde, der die Bilder publizierte, stand der Bär künftig für den Präsidenten. Russische Immigranten bastelten dann angeblich eine Ladendekoration mit dem Bären, in den folgenden Jahren soll der Bär zu einem begehrten Spielzeug geworden sein.

Teddybären  / Bild Nr. 33248269
Teddybären | ©: barneyboogles - Fotolia

Version zwei: Richard Steiff, ein Neffe von Margarete Steiff, soll 1902 einen beweglichen Teddybären erfunden haben. Angeblich hatte Margarete Steiff diesen auf ihren Stand bei der Leipziger Messe mitgenommen, wo er von einem amerikanischen Vertreter erworben wurde. Dieses Exemplar soll der Sekretär von Teddy Roosevelt in einem Geschäft entdeckt und der Tochter des Präsidenten geschenkt haben, die das Kuscheltier nach ihrem Vater benannt hatte.

Seit diesem Zeitpunkt erfreut sich der Teddybär ungebrochen großer Beliebtheit in den Kinderzimmern weltweit. Der Bär ist kuschelig und erinnert die Kinder dank seiner kindlichen Formen an reale Personen. In ihrer spielerischen Welt hauchen die Kinder dem Teddybären Leben ein und erleben ihn einerseits als Gefährten, andererseits als Beschützer. Schließlich steht gerade die Figur des Bären in Märchen für Kraft und Stärke. Mit dem Teddy im Arm fühlen sich die Kinder in der noch fremden Welt der Erwachsenen geborgen.

Weil der Teddybär in der kindlichen Welt sehr viel mehr ist als nur ein Spielzeug, wurde auch die Deutsche Teddy Stiftung gegründet. Sinn und Zweck dieser Stiftung: Kinder in Notlagen sollen einen Teddybären bekommen, der sie von ihren aktuellen Sorgen und Nöten ablenkt. Der Bär könne dabei helfen, negative Erlebnisse, etwa nach einem schweren Verkehrsunfall, zu überwinden und traumatische Erfahrungen zu vermeiden.

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Was steckt hinter dem Erfolgsgeheimnis der Teddybären?

Kaum ein anderes Produkt ist so vielseitig wie ein Teddybär. Kinder dient er als Lebens(abschnitts-) begleiter, oftmals wird er bis ins hohe Erwachsenenalter aufbewahrt. Er kann Kuscheltier und Seelentröster sein, Therapieobjekt, Dekoration für Bett und Couch oder heißbegehrtes Sammlergut.

Je nachdem, wofür ein Teddybär verwendet werden soll, muss man die Schwerpunkte beim Kauf jeweils etwas anders legen. So muss ein Teddy, der als Kuscheltier und Begleiter für das Kind dienen soll, sicherlich andere Vorzüge aufweisen, als ein antiseptisch in der Vitrine verstautes Sammlerstück. Besonders reizvoll kann es indes sein, Teddybären, die ehemals als reines Spielzeug gedient haben, zu sammeln und zu restaurieren. Auch daraus hat sich inzwischen eine große Community entwickelt, es gibt spezielle Restauratoren und Experten für antike Teddybären.

Neben den reinen, oft antiken Sammlerteddys gibt es noch ein großes Spezialgebiet bei den Teddys: Künstlerbären. Auch diese unterscheiden sich nochmals ganz deutlich von den Antik- und Sammlerbären, obwohl sich die Interessensgebiete teilweise überschneiden.

Teddybären als Kuscheltier

Als zu Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Teddybären gemacht wurden, hatte wohl noch niemand eine große Szene von Sammlern und Liebhabern im Sinn, die sich auf die wenigen existierenden Exemplare stürzen und dafür hohe Preise bezahlen würden. Im Gegenteil: Der Teddybär wurde zunächst als eher kurzlebiges Kinderspielzeug produziert, die damals verwendeten Materialien waren längst nicht so beständig und langlebig, wie sie es heute sind.

In seiner ursprünglichen Funktion diente der Teddybär also als Begleiter und vor allem als Kuscheltier für Kinder. In diesem Bereich nahm er eine Funktion als Freund des Kindes ein, der stets an seiner Seite war und es durch fröhliche und schwere Zeiten begleitete.

Um den Teddybär möglichst kuschelig weich zu machen, experimentierte man zu Anfang mit verschiedensten Materialien. Die Fertigungstechniken hatten noch kein besonders hohes Niveau erreicht, daher sehen besonders alte Teddybären heute eher wie eine Notlösung aus und entsprechen weder von der Optik noch von der Haptik den heutigen Ansprüchen.

Nichtsdestotrotz wurde der Teddybär schnell zum liebsten Begleiter des Kindes. Abends im Bett diente er als Schmusetier, half dem Kind beim Einschlafen, gab ihm ein Gefühl von Sicherheit und stand am nächsten Morgen wieder mit ihm auf. Darüber hinaus bietet der Teddybär eine wunderschöne Optik und eignet somit auch als Dekoration für das Kinderzimmer, insbesondere für das Bett. Auch als Spielgefährte macht er eine sehr gute Figur, so wurden beispielsweise schon früh entsprechende Kleider für Teddybären genäht und im Handel angeboten, mit denen die Kinder ihren Teddybär nach Belieben anziehen konnten. Überhaupt: Rund um den Teddybären entstand bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große Zubehörindustrie. Solche Zubehörteile - insbesondere antike Kleidung für Teddybären - sind heute unter Sammlern heiß begehrt und erzielen entsprechend hohe Preise.

So erfüllt der Teddy noch heute seine ursprüngliche Funktion und dient in vielen Kinderzimmern als nicht wegzudenkendes Kuscheltier. Daran wird sich wohl auch in Zukunft kaum etwas ändern.

Künstlerteddys

Obwohl der Teddybär einst als Spielgerät und Kuscheltier für Kinder entwickelt wurde, gab es schon immer auch Erwachsene, die ihm viel abgewinnen konnten und Teddybären sammelten. Da die zu anfangs produzierten, recht einfach gehaltenen Modelle so manches Erwachsenen-Herz eher weniger erfreuen konnten, kamen einige findige Menschen darauf, spezielle Künstlerteddys für Erwachsene zu entwerfen. Heute hat sich daraus eine große Industrie gebildet, es gibt spezielle Börsen und Messen, auf denen stets die neuesten Modelle vorgestellt und gehandelt werden.

Doch was unterscheidet einen Künstlerteddy eigentlich von einem normalen Teddybär?

Da ein Künstlerteddy von vornherein nicht als Spielzeug, sondern als Sammlerobjekt für Erwachsene konzipiert ist, unterscheidet er sich teilweise sehr stark von einem normalen Spielzeug-Teddybär. Was dem Betrachter als erstes auffällt, ist das wesentlich detailliertere und aufwändiger gearbeitete Äußere. Viele Künstlerteddys werden in reiner Handarbeit hergestellt und muten entsprechend hochwertig an. Der Künstler bemüht sich stets, dem Teddybären ein ganz besonderes Äußeres zu geben. Dabei spielt der Gesichtsausdruck meist die wichtigste Rolle. Viele Künstler experimentieren mit den unterschiedlichsten Materialien für Augen, Nase und Mund. Im Idealfall erkennt der Sammler sofort, von welchem Künstler der ihm vorliegende Bär erschaffen wurde.

Es gibt mittlerweile Künstlerteddys in vielen verschiedenen Ausführungen. Manche davon sind im Retro-Design alten Original nachempfunden, andere erhalten ein eher modernes Äußeres und damit einen ganz eigenen Charakter. Vielen Künstlerteddys gemein ist auch die große Auswahl an Zubehör, zum Beispiel spezielle Kleidung. Zudem gibt es immer wieder Künstlerteddys, die bestimmten Themenbereichen zugeordnet werden können. So werden beispielsweise spezielle Weihnachts- und Osterteddys, Teddybären mit Uniformen etc. aufgelegt.

Ein weiteres Merkmal von Künstlerteddys sind die teilweise sehr streng limitierten Auflagen. Manche Modelle gibt es gar nur als Einzelstücke, sie tragen oftmals das Kürzel OOAK in ihrem Namen oder auf dem eingenähten Herstelleretikett. Dieses Kürzel kommt aus dem Englischen und bedeutet „one of a kind“ – also „Einzelstück“.

Antike Teddybären und Sammlerbären

In den letzten Jahren und Jahrzehnten lässt sich ein deutlicher Trend hin zu Antiquitäten aller Art beobachten. Die Menschen mögen alte Möbel, alte Automobile und eben auch altes Spielzeug. Kein Wunder: Schließlich holen sich viele Sammler mit dem Erwerb von Antiquitäten ein Stück ihrer Kindheit zurück und leben dieses aus.

Damit dürfte auch schon der Hauptgrund für den Erfolg von antiken Teddybären und Sammlerbären genannt sein. Aus diesem Hobby-Gebiet hat sich in den letzten Jahren eine ganze Industrie entwickelt. Der Erfolg zeigt sich an der steigenden Nachfrage und somit auch an ständig steigenden Preisen für Original-Teddybären aus den Anfängen dieser Spielzeuggattung.

Fast jeder hat diesen Traum: Man durchforstet einen Dachboden, öffnet einen alten Koffer und findet dabei einen uralten Teddybären in sehr gutem Originalzustand. Dass dies nicht unbedingt ein Traum bleiben muss, zeigen die immer wieder auftauchenden Originale von Teddybären, die 80 Jahre oder sogar älter sind. Teilweise erzielen solche Originale auf speziell veranstalteten Auktionen mehrere Tausend Euro, somit sind sie als Spielzeug heute ganz und gar nicht mehr geeignet.

Unsere Ausführungen haben es bereits angedeutet: Je älter der Teddybär ist, desto wertvoller ist er in der Regel auch. Doch nicht nur auf das Alter kommt es an, auch die produzierte Auflage, der Zustand des Teddybären sowie die Marke spielen eine sehr große Rolle. Naturgemäß sind Einzelstücke und Kleinserien am begehrtesten, doch auch Teddybären, die ursprünglich in größerer Anzahl hergestellt wurden, von denen aber heute keine Exemplare mehr auf dem Markt verfügbar sind, haben bereits sehr hohe Preise erzielt.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Ihr Teddybär wert sein könnte, sollten Sie sich an einen ausgewiesenen Experten wenden. Das kann beispielsweise ein Sachverständiger für historisches Spielzeug sein, der sich auf den Bereich Teddybären spezialisiert hat. Für einzelne Marken - zum Beispiel Steiff – gibt es heute auch spezielle Kataloge, mit deren Hilfe man den Wert eines Stückes einschätzen kann.

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Die Geschichte des Teddybären

Teddybären kennt man bereits seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts, von wo an sie ihre einzigartige Erfolgsgeschichte antraten. Bis heute nicht eindeutig geklärt ist indes, wer den ersten Teddybären erfunden hat und wie dieser zu seiner ungeheuren Verbreitung kam. Unter Experten kursieren sowohl eine deutsche als auch eine amerikanische Version über die Entstehung des Teddybären. Da keiner zuverlässig sagen kann, welche dieser Versionen letztendlich stimmt, wollen wir Ihnen an dieser Stelle beide nicht vorenthalten.

Zunächst etwas Grundsätzliches zum Namen: Es gilt heute zumindest als zweifelsfrei erwiesen, dass der Teddybär seinen Namen vom amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt erhielt, dessen Spitzname „Teddy“ war. Damit hat es sich jedoch auch schon mit den Gemeinsamkeiten zwischen der deutschen und der amerikanischen Legende.

Die amerikanische Legende besagt, dass der Präsident Theodore Roosevelt im Jahr 1902 zu einer Jagd in Mississippi eingeladen war und dort einen Bären abschießen sollte. Da die Veranstalter der Jagd jedoch keinen ausgewachsenen Bären fanden, banden sie kurzerhand ein Bärenbaby an einen Baum und boten dem Präsidenten an, dieses mit seinem Jagdgewehr abzuschießen. Roosevelt weigerte sich jedoch, das zu tun.

Teilgenommen an dieser Jagd hatte auch ein Karikaturist der Zeitung „Washington Post“, welcher den Vorfall in selbst gezeichneten Bildern festhielt und in die Zeitung brachte. Der vom Präsidenten verschonte Bär wurde fortan zu seinem Markenzeichen und tauchte immer wieder in Verbindung mit seinen Fotos auf. Die Verbindung von „Teddy“ und „Bär“ ergab sich nun daraus, dass ein Ladenbesitzer in New York eine Bärenfigur als Dekoration für sein Schaufenster bastelte und den Präsidenten schriftlich darum bat, diese Figur „Teddys Bear“ nennen zu dürfen. Der Präsident gestattete ihm das. Da die Bärenfigur insbesondere bei Kindern so gut ankam, fertigte der Ladenbesitzer weitere Exemplare an und vergab diese an die Kleinen. Die Erfolgsgeschichte des Teddybären war geboren.

Wem diese Entstehungsgeschichte des Teddybären nun zu unrealistisch anmutet, der wird vielleicht an der deutschen Version mehr Gefallen finden.

Sie hat ihren Ursprung in Giengen an der Brenz. Dort begann eine junge Frau namens Margarete Steiff, zunächst Nadelkissen und anderes Nähzubehör herzustellen. Ihr Neffe, Richard Steiff, brachte sie schließlich auf die Idee, ein Nadelkissen in Form eines Bären anzufertigen. Aus dieser Idee entstand schließlich eine kleine Bären-Plüschfigur, die nicht mehr als Nadelkissen diente, sondern ein Spielzeug für Kinder darstellen sollte. Um ihre Idee in die Welt zu tragen, verschickte Margarete Steiff den kleinen Bären in die USA, erhielt ihn allerdings kurze Zeit später wegen Nichtgefallens zurück.

Einige Zeit später stellte sie den kleinen Bären auf ihrem Messestand auf der Leipziger Frühjahrsmesse aus. Der Fokus lag allerdings immer noch auf den von ihr hergestellten Nadelkissen. Ein amerikanischer Vertreter, der noch ein Mitbringsel für sein Kind zuhause suchte, kaufte Margarete Steiff den Bären ab und nahm ihn mit nach Amerika. Seinem Kind gefiel er allerdings nicht, weswegen er ihn weiter verschenkte. So gelangte der kleine Bär schließlich in die Auslage eines Geschäftes, wo er vom Sekretär des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt entdeckt wurde. Dieser kaufte ihn und schenkte ihn der Tochter des Präsidenten, die sich in den Bär verliebte und ihn nach ihrem Vater Teddy benannte.

Die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf, plötzlich waren die Amerikaner vom Teddybären begeistert und bestellten im Rahmen der nächsten Frühjahrsmesse gleich 3.000 Stück davon. Damit nahm die Erfolgsgeschichte des Teddybären ihren Lauf.

Nun können Sie selbst entscheiden, welche der beiden Versionen Ihnen besser gefällt. Fakt ist jedoch, dass ohne den amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt der Teddybär wahrscheinlich einen völlig anderen Namen bekommen hätte, und vielleicht gar nicht so erfolgreich geworden wäre. Es ist also vielen zufälligen Umständen zu verdanken, dass dieses Spielzeug zu einem der begehrtesten und meistverkauften überhaupt geworden ist.

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Psychologie des Teddybären - oder, die psychologische Erklärung über die Erfolgsgeschichte des Teddys

Was sehen Sie, wenn Sie einen Teddybären anschauen? Sie sehen zunächst nur wenige Zentimeter Plüschtier, ein paar Knöpfe oder Plastikscheiben als Augen, eine ebenso einfach gehaltene Nase und meist einen eingestickten Mund. Darüber hinaus verfügt der Teddybär über weiches, anschmiegsames Fell und eine knuffige Statur mit vielen Rundungen.

Nun stellt man sich jedoch die Frage, warum ein solch einfach gehaltenes Spielzeug eine derart große Bandbreite von Gefühlen bei Kindern (und natürlich auch bei Erwachsenen) auslösen kann. Was das Geheimnis des Teddys, welche Vorgänge löst er in unserer Psyche aus? Damit wollen wir uns hier einmal etwas näher beschäftigen.

Um den psychologischen Effekt zu verstehen, muss man den Teddybären zunächst mit den Augen eines Kindes betrachten. Diese Betrachtungsweise weicht sehr starke von den oben beschriebenen Fakten ab. Ein Kind sieht beispielsweise nicht, dass der Teddybär lediglich Knöpfe als Augen und einen eingestickten Mund hat. Für ein Kind ist ein Teddybär ein lebendiges Wesen, mit dem es vertraut ist und das stets an seiner Seite bleibt. Das Kind erlebt den Teddybär als Beschützer, schließlich handelt es sich dabei um ein starkes Tier, das viele Gefahren eigenständig von sich fernhalten kann. Gleichzeitig erweckt der Teddy aber auch einen Beschützerinstinkt im Kind, das fortan für ihn sorgen und ihn betreuen muss.

Seinem Teddybären kann das Kind alle Sorgen anvertrauen, er wird nicht mit ihm schimpfen und ihm keine Ratschläge erteilen. Er hört einfach zu, gibt Geborgenheit und das Gefühl, mit den Sorgen und Problemen nicht allein zu sein. Damit kann der Teddy viel mehr, als es die meisten Menschen für Kinder vermögen.

Da Kinder noch keine festen Wertvorstellungen und Erwartungen haben, sind sie oft unsicher. Der Teddybär an ihrer Seite nimmt ihnen etwas von dieser Unsicherheit und Dienst als Projektionsfläche für Erwartungen und Sehnsüchte. Oftmals sprechen Kinder ihrem Teddybären Fähigkeiten zu, die sie selbst gerne hätten, über die sie aber noch nicht verfügen.

Doch nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene hat der Teddybär einen besonderen psychologischen Effekt. Selbstverständlich dient er hierbei nicht mehr als Begleiter, den der Erwachsene als lebendig wahrnimmt. Vielmehr ist der Teddybär für Erwachsene ein Anker in ihrer Kindheit, mit dem sie dem hektischen Alltag sowie all ihren Sorgen und Problem für eine gewisse Zeit entfliehen können. Beschäftigt man sich als Erwachsener mit Teddybären, so werden Sehnsüchte nach unbeschwertem Spiel laut und man sieht die Welt mit etwas anderen Augen. Man konzentriert sich plötzlich auf Dinge, die einem als Kind wichtig waren, und blendet damit Tatsachen aus, mit denen man sich vielleicht in diesem Moment nicht auseinandersetzen will.

Erwachsene assoziieren mit ihrem Teddybär oftmals eine unbeschwerte Zeit, in der sie noch von den Eltern beschützt wurden und das Leben nicht in die eigene Hand nehmen mussten. Es gibt jedoch auch Erwachsene, den in ihrer Kindheit schwere Zeiten durchleben mussten, denen der Teddybär dabei große Hilfe leistete. Auch solche Menschen beschäftigen sich heute oftmals mit dem Teddybär, der ihnen das Gefühl von Stärke geben kann und aufzeigt, dass auch schwierige Situationen durchaus zu meistern sind.

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Verwendete Materialien der Teddybären-Herstellung

Die ersten Teddybären, welche zu Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellt wurden, waren im Bezug auf das verwendete Material eher Notlösungen als dauerhaft haltbare Spielzeuge. Oftmals wurden sie aus Stoffresten und anderen Abfallmaterialien hergestellt, als Augen dienten beispielsweise alte Knöpfe, für die man keine Verwendung mehr fand.

Erst nach und nach setzte sich der Gedanke durch, spezielle Materialien für die Fertigung von Teddybären zu verwenden, um diesen einerseits ein ansprechendes Äußeres zu geben und andererseits dafür zu sorgen, dass sie beim Spielen nicht gleich kaputtgingen. Schauen wir uns doch einmal an, welche Materialien früher und heute beim Herstellen von Teddybären zum Einsatz kamen beziehungsweise kommen, und welche individuellen Eigenschaften diese Materialien aufweisen.

Die ersten Teddybären glichen eher einfachen Puppen, deren Körper aus grobem Stoff hergestellt waren. Schnell fand man jedoch heraus, dass damit nicht das echte Fell eines Bären imitiert werden konnte und sich Kinder über diesen Umstand eher enttäuscht zeigten. Man suchte also ein Material, das dem echten Bärenfell möglichst nahe kommt. Schon nach kurzer Zeit verwendete man die Haare der Angora Ziege zur Herstellung von Teddybären-Körpern. Dieses Naturplüschmaterial ist besonders strapazierfähig und weist einen leichten Glanz auf, der dem Fell eines echten Bären sehr nahe kommt. Man gab diesem Material schließlich den Namen „Mohair“. Zur damaligen Zeit wurden Ziegen oftmals als Haus- und Hoftiere gehalten, weswegen der Weg zu ihrem Fell nicht weit war.

Heute sind Teddybären aus Mohair eine absolute Seltenheit, da die Angora Ziege inzwischen weit weniger verbreitet ist als zu Beginn des 20. Jahrhunderts, und das Fell dieses Tieres daher einen besonderen Wert darstellt. Die Industrie verwendet es eher für hochwertige Kleidung, als für Spielzeuge.

Für Sammler- und Künstlerbären, bei denen eine möglichst hochwertige Materialauswahl und Verarbeitung gefragt ist, verwendet man heute meist das so genannte Alpacca. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein natürliches Plüschmaterial, dessen Grundlage die Haare des Alpaccas sind. Doch auch diese Haare sind heutzutage äußerst selten, da es nur recht wenige Alpaccas auf der Welt gibt. Dieser Umstand ist auch ein Grund dafür, warum viele Künstler- und Sammlerbären so teuer sind.

Für einige Bereiche des Teddybären, die besonders beansprucht werden (zum Beispiel Pfoten und Sohlen) verwendet man seit jeher Filz. Heutzutage kommt jedoch fast immer Kunstfilz zum Einsatz, der einerseits günstiger und auf der anderen Seite beständiger gegen Abnutzung als natürlicher Filz ist.

Kommen wir zu einem ganz wichtigen Thema an: Die Füllung des Teddybären. Traditionell werden Teddybären mit Holzwolle gestopft, welche meist aus Fichtenholz gewonnen wird. Das Holz wird dabei so weit aufgefasert, dass eine feine Wolle entsteht, die dem Bären anschließend einen formstabilen, aber dennoch weichen Körper beschert. Allerdings ist das Stopfen von Teddybären mit Holzwolle eine Wissenschaft für sich, die heute nur noch sehr wenige Menschen beherrschen. Daher verwendet man heute zum Stopfen von Teddybären meist ein anderes Material, zum Beispiel Schaumgummi oder Polyesterwatte. Jedes Material hat dabei seine ganz eigenen Vor- und Nachteile.

Polyesterwatte ist heute das mit Abstand am meisten verarbeitete Material als Füllung für Teddybären. Der Stoff ist weich, hält trotzdem seine Form und kann auch mit Industriemaschinen sehr gut verarbeitet werden. Schaumgummi kam in der Vergangenheit dagegen hauptsächlich bei Teddybären zum Einsatz, die waschbar sein sollten. Dabei handelt es sich um kleine Flocken aus aufgeschäumtem Gummimaterial, mit denen der fertige Bär allerdings einen anderen, nicht so weichen Griff wie bei der Verwendung von Polyesterwatte bekommt. Da man Bären mit Polyesterfüllung heute auch oftmals waschen kann, kommt die Füllung mit Schaumgummi kaum noch zum Einsatz.

Zum Abschluss noch ein Wort zu den Augen des Teddys: Sie geben ihm seinen individuellen Charakter und sollten daher besonders sorgfältig ausgewählt werden. Heute gibt es verschiedene Form von Augen, z. B. solche aus Kunststoff oder echtem Glas. Für Bären, die als Kinderspielzeug dienen sollen, kommen meist die so genannten Sicherheitsaugen zum Einsatz. Sie werden fest in das Material eingenietet und lösen sich daher nicht so leicht ab.

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Einen Teddybär basteln

Sie möchten ein wirklich exklusives Einzelstück? Einen Teddybären, den sonst keiner hat? Warum basteln Sie sich nicht einfach Ihren Traumbären selbst? Das ist gar nicht so schwer, wie man zunächst denkt.

Im Fachhandel gibt es heute fertige Bausätze für Teddybären zu erwerben. Bei diesen sind bereits sämtliche Einzelteile vorgefertigt und müssen nur noch zusammengefügt werden. Wer das nicht will, der besorgt sich ein Schnittmuster und das entsprechende Material, schneidet dieses selbst aus und beginnt dann mit dem Nähen.

Wichtig ist, die einzelnen Teile so zuzuschneiden, dass die Florrichtung des Plüschmaterials nach unten zeigt. Nur so bekommt der Teddybär am Ende ein schön anzusehendes Fell. Zum Zuschneiden sollte unbedingt eine geeignete Schere verwendet werden, andernfalls fransen die Ränder aus und das fertige Endprodukt sieht nicht mehr schön aus. Die Nahtstellen sollten mit einer Bürste behandelt werden, so dass die Haare beim Nähen nicht im Weg sind.

Beim Zusammennähen der Einzelteile beginnt man immer mit dem Kopf. Idealerweise verwendet man einen Zickzackstich, der untere Teil des Kopfes bleibt dabei offen, damit dieser hinterher gefüllt werden kann. Nach dem gleichen Muster gehen Sie beim Nähen des Rumpfes sowie der Arme und Beine vor. Sind alle Einzelteile bis auf die Füllungsöffnungen genäht, können diese mit dem geeigneten Füllmaterial gestopft werden.

Anschließend werden die Füllstellen geschlossen und die Einzelteile zu einem kompletten Teddybären zusammengenäht. Dies geschieht in der Regel mit der Hand.

Nun müssen Sie lediglich noch die Filzteile für Pfoten und Sohlen annähen sowie das Gesicht des Teddybären gestalten. Nase und Mund werden in der Regel gestickt, für die Nase eignet sich ein trapezförmiges Muster am besten. Bei den Augen haben Sie Qual der Wahl: Soll der Teddybär lediglich als Dekoration ausgelegt sein, können Sie die attraktiveren Glasaugen verwenden, soll er dagegen für ein Kind als Spielzeug dienen, verwendet man besser Kunststoffaugen. Achten Sie darauf, die Kleinteile besonders sorgfältig anzunähen, damit sie das Kind nicht einfach abreißen und eventuell verschlucken kann.

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Teddybären reinigen bzw. waschen

Auch dann, wenn der Teddybär aus Ihrer Kindheit äußerlich noch unversehrt ist, wird er in der Regel stark verschmutzt sein. Schließlich werden diese Bären fast überall mit hingenommen, fallen häufig auf den Boden und nehmen somit Schmutz und Staub auf. Diesen Schmutz wieder aus dem Fell zu bekommen, ist gar keine so leichte Aufgabe.

Unbedingt abzuraten ist davon, einen alten Teddybären einfach in die Waschmaschine zu stecken. Die verwendeten Materialien vertragen sich oft nicht mit scharfen Waschmitteln, so dass der Bär hinterher zwar vielleicht sauber, aber nicht mehr schön anzusehen ist. Auch von der Verwendung anderer scharfer Reinigungsmittel ist abzuraten. Sie können das empfindliche Material schädigen und irreparable Stellen zurückgelassen.

In vielen Fällen ist es gar nicht nötig, den Teddybär komplett zu waschen. Hat sich lediglich Staub im Fell abgesetzt, sollten Sie den Bären zunächst mit einer weichen Bürste entlang der Florrichtung abbürsten. Idealerweise verwendet man dazu eine Bürste mit Naturhaaren, mit der das empfindliche Fell nicht so schnell beschädigt werden kann.

Etwas hartnäckigere Verschmutzungen kann man auch mit einem Staubsauger entfernen. Dazu sollte eine Polsterdüse eingesetzt werden, wobei der Staubsauger auf die niedrigste Stufe herunterzudrehen ist. Manche Bärensammler schwören auch auf die Behandlung mit einem Haarfön, mit dem sich der Staub einfach aus dem Fell herauspusten lässt. Man sollte jedoch darauf achten, dass der Luftstrom nicht zu heiß ist.

Ist eine Nassreinigung nicht zu vermeiden, sollte man den Bären mit einer milden Seifenlauge abwaschen, dafür aber nicht zu viel Wasser verwenden. Anschließend kann er mit einem weichen Handtuch abgetrocknet und an einen luftigen Ort gesetzt werden, damit der Rest von selbst trocknet.

Wer sich nicht zutraut, seinen Teddybären selbst zu reinigen, kann dies auch bei einem Experten, z. B. einem Bärenrestaurator, erledigen lassen.

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Teddybären reparieren

Wer heute noch einen alten Teddybär aus seiner Kindheit besitzt, kennt bestimmt das Problem: Durch das häufige Spielen wird der Bär mit der Zeit immer unschöner, Kleinteile lösen sich, Nähte platzen eventuell auf. Wer mit Nadel und Faden beziehungsweise einer Nähmaschine etwas umzugehen vermag, der kann seinen Teddybär oft selbst reparieren. Etwas anders sieht es bei wirklich antiken Bären aus, die einen großen Wert darstellen. Hier sind besondere Reparaturmethoden gefragt, damit sich die Reparaturstellen hinterher nicht unschön vom Rest des Bären abheben.

Je nachdem, wie stark der Teddybär abgenutzt ist, kann es sich empfehlen, diesen zur Aufarbeitung an einen Spezialisten zu geben. Heutzutage gibt es spezielle Restauratoren für Teddybären und eigene Bärenkliniken, die selbst auf den ersten Blick hoffnungslose Fälle wieder in altem Glanz erstrahlen lassen. Solche Experten sind in der Lage, fast jeden Defekt so zu reparieren, dass die betreffende Stelle sich anschließend wieder harmonisch ins Gesamtbild eingefügt.

Oftmals ist es heutzutage nicht mehr möglich, das originale Material für einen antiken Teddybären aufzutreiben. Daher müssen Reparaturen und Ausbesserungen sehr sorgfältig durchgeführt werden, damit der Bär seinen Charakter nicht verliert und die Reparaturstellen nicht zu sehr auffallen. Wesentlich einfacher gestaltet sich das Ganze, wenn lediglich Kleinteile wie Augen etc. fehlen oder Nähte aufgeplatzt sind. Ein guter Bären-Restaurator verfügt über ein großes Sortiment verschiedener Augen, idealerweise ebenfalls aus antiken Beständen. Er kann auch Nähte mit dem richtigen Garn schließen, so dass die Reparaturstellen kaum auffallen.

Um den richtigen Experten zu finden, können Sie sich entweder an ein Fachgeschäft wenden oder selbst im Internet recherchieren. Gibt man beispielsweise in eine Suchmaschine das Stichwort „Bärenklinik“ ein, so findet man viele Experten für die Reparatur und Restauration von Teddybären. Ein guter Weg kann auch sein, sich zunächst in speziellen Fachforen darüber zu informieren, welche Reparaturwerkstätten für Teddybären empfehlenswert sind.

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