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Makrofotografie Equipment

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Fotostative und Kugelköpfe

In der Fachsprache der Fotografen bezeichnet man das Stativ oftmals als „die dritte Hand des Fotografen“. Insbesondere in der Makrofotografie ist die Auswahl eines hochwertigen Objektivs - bevorzugt mit Kugelkopf - sehr wichtig. In fast keinem anderen Bereich der Fotografie kommt dem Stativ eine solch große Bedeutung zu. Dies ergibt sich u. a. daraus, dass Makroobjektive in der Regel sehr empfindlich gegen Erschütterungen sind. Daher sollte das Objektiv besonders standfest und hochwertig ausfallen.

Zunächst zum grundsätzlichen Aufbau eines Stativs. Es besteht aus einer in der Höhe verstellbaren Mittelsäule, die von drei Standbeinen umgeben ist. Am oberen Ende der Mittelsäule befindet sich die Befestigung für die Kamera, der so genannte Stativkopf. Besonders beliebt bei Anhängern der Makrofotografie ist eine Lösung zur Befestigung der Kamera, welche mit einem Kugelkopf realisiert wird. Dieser Kugelkopf bringt den Vorteil, dass die Kamera in einem extrem großen Verstellbereich justiert werden kann, der horizontal und auch vertikal kaum eingeschränkt ist. Des Weiteren ist der Kugelkopf bei hochwertigen Stativen sehr genau gearbeitet, so dass kein Spiel zwischen Kugel und Aufnahme vorhanden ist. Dies sorgt dafür, dass die Kamera fest und ohne Vibrationen gehalten werden kann.

Das Stativ mit Kugelkopf ist also die erste Wahl für die Makrofotografie. Der Fotograf sollte jedoch darauf achten, dass der Kugelkopf in seiner Dimension der verwendeten Kamera gerecht wird. Im Handel gibt es Stative mit verschieden großen Kugelköpfen. Bei Verwendung einer relativ schweren Spiegelreflexkamera, die vielleicht noch zusätzlich mit einem ebenfalls schweren Makroobjektiv ausgestattet ist, sollte der Kugelkopf in seiner Größe ausreichend bemessen sein. Andernfalls besteht die Gefahr, dass er das Gewicht der Kamera nicht dauerhaft halten kann, bzw. sehr schnell verschließt und anschließend ersetzt werden muss.

Weiterhin sollten die Standbeine des Objektivs für den Einsatz in der Makrofotografie besonders standfest sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Kamera so geschwenkt wird, dass sie nicht mehr mit der vertikalen Achse der Mittelsäule fluchtet.

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Blitzgeräte für die Makrofotografie

Grundsätzlich verfügte jede digitale Spiegelreflexkamera, so wie auch viele Kompaktkameras, über einen eingebauten Blitz. Hierbei ergibt sich allerdings oftmals ein Problem. Insbesondere bei der Verwendung von Makroobjektiven mit großen Brennweiten (z. B. 180 mm) hat die Verwendung des Kamera-internen Blitzes weniger Sinn, da das Objektiv hierbei für eine Abschattung sorgt. Der Blitz kann also nicht mehr den gesamten gewünschten Bereich ausleuchten, weil das Objektiv mit seiner Größe für einen entsprechenden Schattenwurf sorgt.

Als sinnvolle Alternative bietet sich die Verwendung eines externen Blitzgerätes an. Auch hier gibt es mittlerweile speziell für die Makrofotografie konzipierte Geräte auf den Markt. Allerdings sind auch diese nicht gerade billig, so dass insbesondere Einsteiger auch durchaus mit einem konventionellen, externen Blitzgerät gut beraten sind.

Allerdings kann es notwendig sein, für perfekte Makroaufnahmen mehrere Blitze zu verwenden. Diese können dann beispielsweise rechts und links vom zu fotografierenden Objekt positioniert werden. Außerdem gibt es speziell für diesen Zweck entwickelte Ringblitze, die besonders schattenfreie Aufnahme ermöglichen sollen. Ihr Einsatz ist allerdings unter Makrofotografie noch etwas umstritten, außerdem sind sie sehr teuer.

Die meisten Fotografen setzen daher auf die Verwendung mehrerer Blitze, sofern dies notwendig sein sollte. Hier ergibt sich allerdings das Problem des gleichzeitigen Auslösens. Doch auch dafür gibt es inzwischen eine Lösung. Auf dem Markt sind spezielle Funkblitzauslöser erhältlich, mit denen mehrere Blitzgeräte gleichzeitig ausgelöst werden können. Diese Blitzauslöser funktionieren meist bis zu einer Reichweite von 30 m und sind mit einem Empfänger ausgestattet, der mit fast allem auf dem Markt erhältlichen Blitzgeräten kompatibel ist.

Zusätzlich zu den verwendeten Blitzgeräten ist heute zahlreiches Zubehör auf dem Markt erhältlich. So gibt es spezielle Reflektoren und Diffusoren, mit denen die durch den Blitz generierte Beleuchtung nahezu beliebig variiert werden kann. Auch spezielle Softboxen und Wabenvorsätze für Blitzgeräte sind auf dem Markt erhältlich, sorgen für besondere Lichteffekte und ein weiches, natürlich wirkendes Licht.

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Einstellschlitten

Für Aufnahmen in der Makrofotografie, bei denen eine besondere Präzision gefordert ist, empfiehlt sich der Einsatz eines Einstellschlittens. Dabei handelt es sich um ein Spezialgerät, mit dem die Kamera für statische Aufnahmen entweder entlang ihrer optischen Achse oder auch auf horizontaler Ebene verschoben werden kann. Der Einstellschlitten ist für diese Aufgabe mit einer besonders präzisen Spindel ausgestattet, die es ermöglicht, die Kamera im Zehntel-Millimeter-Bereich zu verschieben.

Ein solcher Einstellschlitten wird zwischen Stativ und Kamera montiert. Er ist insbesondere deshalb notwendig, da die Schärfentiefe im Nahbereich oftmals nur einige Millimeter beträgt. Dadurch ist eine präzise Positionierung der Kamera für perfekte Makroaufnahmen unerlässlich. Erst durch den Einsatz eines Einstellschlittens wird dies in vielen Fällen problemlos möglich.

Vor dem Kauf eines solchen Einstellschlittens stellt sich zunächst die Frage nach dem notwendigen Verstellbereich. Hierbei sind verschiedene Modellvarianten im Handel erhältlich, einige davon sind in ihrem Verstellbereich sehr eingeschränkt, während andere einen Verstellweg von 100 mm oder sogar mehr bieten. Wer einen Schlitten mit großem Verstellbereich benötigt, sollte jedoch darauf achten, dass dieser mit einer Mechanik versehen ist, die größere Entfernungen beim Verstellen einfacher handhaben lässt. Ansonsten ist sehr viel Feinarbeit notwendig, um den Schlitten über eine größere Distanz zu verstellen, was wiederum einiges an Zeit kostet.

Außerdem sollte man darauf achten, dass der Stativkopf für die Aufnahme des Einstellschlittens ausreichend dimensioniert ist. Schließlich ergibt sich durch das Gewicht der Kamera selbst in Verbindung mit dem Einstellschlitten oftmals ein recht hoher Wert, den der Stativkopf anschließend zu tragen hat. Ist dieser nicht ausreichen dimensioniert, könnte es Probleme durch Vibrationen geben, beziehungsweise der Stativkopf nutzt sich schnell ab und muss daher frühzeitig ersetzt werden.

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Foto Fernbedienung

Insbesondere im Bereich der Makrofotografie ist der Einsatz einer Foto-Fernbedienung in fast allen Fällen sinnvoll. Dies gilt sowohl für die Bedienung der Kamera selbst als beispielsweise auch beim Benutzen externer Blitzgeräte. Letzteres wurde in diesem Ratgeber bereits angesprochen - erst mit einer Fernbedienung wird es möglich, mehrere Blitze synchron auszulösen und somit das gewünschte Objekt optimal auszuleuchten.

Kommen wir nun also zur Bedienung der Kamera selbst. Durch die extrem langen Belichtungszeiten bei der Makrofotografie ergibt sich das Problem, dass selbst kleinste Erschütterungen zu unprofessionellen Ergebnissen bei den Aufnahmen führen. Es muss also eine Lösung her, die Kamera möglichst völlig erschütterungsfrei auszulösen. Eine entsprechende Fernbedienung kann hier eine sehr gute Alternative zum Handauslöser sein.

Die etwas altertümlicheren Varianten arbeiten auch heute noch mit einer Kabelfernbedienung. Hierbei ergibt sich immer das Problem, die richtige Länge des Kabels zu wählen. Insbesondere dann, wenn beispielsweise Tiere mit natürlichem Fluchtreflex fotografiert werden sollen, muss ein entsprechend langes Kabel verwendet werden, um die Ruhe des Tieres nicht zu stören. Viele Kabelfernbedienungen verfügen allerdings nur über eine Länge von maximal 50 cm, was für diese Einsatzzwecke deutlich zu wenig sein kann.

Der Fotograf sollte außerdem darauf achten, dass seine Kamera die nötige Anschlussmöglichkeit für eine Kabelfernbedienung bietet. Besonders bei neuen Geräten verzichten die Hersteller zunehmend darauf, Anschlüsse für Kabelfernbedienungen zu installieren. Grund dafür sind die neuartigen drahtlosen Funkfernbedienungen. Mit ihnen stellt sich das Problem der Kabellänge naturgemäß nicht mehr, sie stellen also das Nonplusultra bei der Fernbedienung für die Makrofotografie dar. Allerdings ist auch hierbei darauf zu achten, dass die Kamera mit der gewählten Fernbedienung - sofern diese nicht bereits im Lieferumfang des Herstellers enthalten ist - kompatibel ist.

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Filter für die Makrofotografie

Der Einsatz von Filtern in der Makrofotografie ist - wie auch in der herkömmlichen Fotografie - immer dann notwendig, wenn unerwünschte Lichteinwirkungen beziehungsweise Lichtreflexe vermieden werden sollen. Grundsätzlich unterscheiden sich also die Filter, welche im Bereich der Makrofotografie verwendet werden, nicht von denen zum Einsatz in der konventionellen Fotografie.

Damit Sie einen ersten Überblick über die verschiedenen, im Handel erhältlichen Filtermodelle erhalten, haben wir diese nachfolgend kurz für Sie zusammengefasst.

Graufilter

Ein Graufilter kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Kamera mit Blitz in einem hellen Sonnenlicht zum Einsatz kommen soll. Hierbei sorgt der Filter für die notwendige Lichtreduktion. Außerdem trägt der Filter dazu bei, Objekte vom jeweiligen Hintergrund freizustellen. Filter sind im Handel in allen gängigen Größen erhältlich. Die Filterwerte ergänzen sich, so lassen sich beispielsweise ein 4-fach und ei 16-fach Filter kombinieren, woraus sich der Filterfaktor 64 ergibt.

Verlaufsfilter

Ein Verlaufsfilter wird bei Aufnahmen verwendet, auf denen Objekte enthalten sind, bei denen sich verschiedene Farbzonen harmonisch miteinander verbinden sollen. Grundsätzlich gibt es den Verlaufsfilter im Handel in verschiedenen Farben. Ist keine Farbeintensivierung gefragt, sollte ein grauer Verlaufsfilter verwendet werden. Zusätzlich gibt es für die Verwendung in freier Natur auch Verlaufsfilter in der Farbe Blau, die beispielsweise für eine deutliche Intensivierung des Himmels sorgen. Auch weitere Farben, zum Beispiel Orange, sind erhältlich. Ein Verlaufsfilter sollte also immer seinem speziellen Einsatzzweck optimal angepasst werden.

Polfilter

Der so genannte Polfilter ist eines der am häufigsten verwendeten Filtermodelle in der Makrofotografie. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn Oberflächenreflektionen vermieden werden sollen. Diese können sich beispielsweise beim Fotografieren von Glas, Metall oder auch Wasser ergeben. Außerdem dient der Polfilter dazu, die Farbkontraste zu intensivieren.

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Sonstiges Equipment für die Makrofotografie

Den größten Teil der für die Makrofotografie notwendigen Ausrüstungen haben wir im Rahmen unseres Ratgebers bereits hinreichend beschrieben. Trotzdem möchten wir in diesem Zusammenhang noch ein Wort zu den Ausrüstungsgegenständen verlieren, die für die Makrofotografie zwar nicht in jedem Fall notwendig, doch häufig durchaus sinnvoll sind.

Reinigungsset

Die optimale Bildqualität und eine ansprechende Schärfe bei Makro-Aufnahmen machen es zwingend notwendig, dass der Sensor der Kamera einwandfrei sauber ist. Durch das häufige Wechseln von Objektiven ergibt sich allerdings der Umstand, dass kleinste Staubpartikel auf dem Sensor enthalten sind, die sich später in der Aufnahme als dunkle Flecken abzeichnen. Normalerweise säubert der Fotograf den Sensor seiner Kamera mit einem Blasebalg, in manchen Fällen reicht dies allerdings nicht aus.

Hersteller und Dienstleister im Fotobereich bieten für solche Fälle eine Nassreinigung des Sensors an. Allerdings ist diese meist recht kostspielig, außerdem muss die Kamera dafür für eine gewisse Zeit abgegeben werden. Wer sich diese Aufgabe selbst zutraut, kann im Fachhandel ein Nassreinigungsset für Kamerasensoren als Zubehör erwerben. Allerdings sollte man sich vor dem Einsatz eines solchen Sets zunächst über den Prozess der Sensorreinigung ausreichend informieren.

Fototasche bzw. Fotorucksack

Immer wieder Diskussionen unter Experten und Laien gibt es über die am besten geeignete Fototasche für das gesamte Equipment der Makrofotografie. Hier bieten die Hersteller und Zubehörhändler mittlerweile tolle Lösungen an. Zahlreiche Taschen und Rucksäcke mit fester oder variabler Innenteilung sind im Handel erhältlich. Der Fotograf sollte hierbei insbesondere darauf achten, dass alle zur Kamera gekauften Objektive in der entsprechenden Tasche ausreichend Platz finden und gut vor Erschütterungen geschützt sind. Ein Rucksack bietet darüber hinaus den Vorteil, dass der Fotograf beim Tragen die Hände frei hat und das Gewicht besser am Körper verteilt wird. Wer zum sofortigen Anschauen und Bearbeiten seiner Bilder einen Laptop oder ein Netbook mitführen möchte, der sollte darauf achten, dass der gewählte Rucksack oder die Fototasche auch dafür genügend Stauraum bietet.

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Bildbearbeitungssoftware

Grundsätzlich ist für die Bearbeitung von Aufnahmen im Makrobereich keine besondere Bildbearbeitungssoftware erforderlich. Das bedeutet, Makroaufnahmen können mit jeder gebräuchlichen Bildbearbeitungssoftware bearbeitet werden. In den folgenden Abschnitten möchten wir Ihnen die gebräuchlichsten Bildbearbeitungsprogramme einmal kurz vorstellen.

Adobe Photoshop (Elements)

Die Software Adobe Photoshop ist heute sicherlich das am meisten verwendete und verbreitetste Bildbearbeitungsprogramm der Welt. Neben der normalen Version existiert auch ein abgespeckter Ableger namens Photoshop Elements. Daraus ergibt sich auch schon der größte Nachteil der vollwertigen Version von Adobe Photoshop, nämlich der enorm hohe Preis. Das Programm kostet - je nach Lizenzversion - deutlich mehr als 1.000.- Euro. Dafür bietet Photoshop aber absolut alles, was man sich für die Bildverarbeitung am PC wünschen kann. Sämtliche Werkzeuge sind sinnvoll geordnet, lassen sich äußerst präzise bedienen und individuell auf den jeweiligen Einsatzzweck abstimmen. Störende Bildelemente können völlig frei markiert, gelöscht und durch andere ersetzt werden.

Inzwischen ist Adobe Photoshop nur noch als Lizenzmodell erhältlich, was die Anschaffungskosten erheblich reduziert.

Makrofotografie
©: fannys-art-photos

Corel Paint Shop Pro

Wesentlich günstiger als die Photoshop-Software von Adobe ist „Paint Shop Pro“ des kanadischen Herstellers Corel. Diese Software benötigt jedoch sehr viel Speicherplatz - insbesondere hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Arbeitsspeichers - so dass die Arbeit an großen Aufnahmen je nach verwendetem PC-Modell teilweise Probleme bereitet. Auch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Werkzeuge reicht noch nicht an die des Marktführers heran, trotzdem bietet PSP für Preisbewusste genau das richtige Werkzeug.

GIMP

Eine echte Sonderstellung unter den Bildbearbeitungssoftwares nimmt das Programm GIMP ein. Es ist völlig kostenlos im Internet verfügbar, kann aber durchaus mit den teuren Bildbearbeitungsprogrammen mithalten. Auch GIMP bietet verschiedene Ebenen, Filter und Effekte zum Bearbeiten von Fotos an, allerdings ist die Benutzeroberfläche sowie die Bedienung der Werkzeuge nicht so ausgefeilt, wie es bei den kostenpflichtigen Softwares der Fall ist. Der Nutzer muss sich also die Zeit dazu nehmen, um sich zunächst einmal intensiv mit dem Programm beschäftigen, bevor das Bearbeiten von Bildern reibungslos klappt. Insbesondere für Anfänger im Bereich der Bildbearbeitung bietet sich GIMP geradezu an, verfügt es doch über alle notwendigen Werkzeuge, um beispielsweise den Kontrast oder die Helligkeit sowie die Bildgröße und viele andere Faktoren individuell zu verändern.

Magix

Relativ neu auf dem Markt ist ein Bildbearbeitungsprogramm namens Magix Foto Designer. Die Entwickler gaben sich viel Mühe, dem Benutzer das Arbeiten so leicht wie möglich zu machen. Fotos können bearbeitet, restauriert oder auch in Panoramabilder beziehungsweise Bildcollagen umgewandelt werden. Zahlreiche künstlerische Effekte stehen zur Verfügung. Der Preis für den Magix Foto Designer ist relativ günstig, so dass diese Bildbearbeitungssoftware insbesondere für den Hobby-Anwender kaum Wünsche offen lässt.

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Tipps und Tricks zur Makrofotografie

Man kann die Technik und die Grundlagen der Makrofotografie noch so detailliert beschreiben, das Salz in der Suppe machen immer die kleinen Tipps, Tricks und Kniffe der erfahrenen Fotografen aus. Diese möchten wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten. Wir wünschen viel Spaß beim Nachmachen und Ausprobieren!

Die geeigneten Motive finden

Bevor es überhaupt mit den ersten Makros losgehen kann, stellt sich zunächst die Frage nach den richtigen Motiven bzw. den zu fotografierenden Objekten. Unser Tipp: Fangen Sie klein bei sich zu Hause an. Makrofotografie ist einer der anspruchsvollsten und schwierigsten Bereiche in der Fotografie, insbesondere die Lichtverhältnisse sind hier von entscheidender Bedeutung. Bei sich zu Hause haben Sie die Möglichkeit, die Lichtverhältnisse optimal anzupassen, in der Natur ist dies in der Regel viel schwieriger. Machen Sie es sich daher leicht und wählen Sie die ersten Übungsobjekte bei Ihnen zu Hause. Das können ganz einfache Alltagsgegenstände, beispielsweise Streichhölzer, Wassertropfen und vieles mehr sein. Mit zunehmenden Fertigkeiten können Sie sich dann auch nach draußen trauen.

Passen Sie sich den Jahreszeiten an

Insbesondere die Makrofotografie bietet die einmalige Chance, die Motive je nach Jahreszeit individuell zu wechseln. So bietet jede Jahreszeit eine Fülle geeigneter Objekte für die Makrofotografie. Wählen wir als Beispiel den Winter: Eiszapfen, Schneeflocken, Hagelkörner, mit Reif überzogene Gegenstände und vieles mehr laden geradezu ein, faszinierende Makrofotos zu verwirklichen. Das Gleiche gilt natürlich ebenso für Frühling, Sommer und Herbst. Passen Sie sich also den Jahreszeiten an und nehmen Sie von jeder Jahreszeit so viel mit, wie es nur geht.

Probleme mit dem Autofokus im Nahbereich

Erfahrene Fotografen in der Makrofotografie kennen das Problem: Der Autofokus kann insbesondere im Nahbereich oftmals Probleme verursachen. Grund dafür sind die so genannten Messzonen, welche im Bildbereich eine Ellipse oder auch ein Kreuz bilden. Gerade bei guten Kameras befinden sich immer mehr solcher Messpunkte oder Messzonen auf der Linse, was allerdings bei der Makrofotografie störend sein kann. Einzelne Messfelder können sich hier überlagern und damit untereinander behindern. Die Entfernungen bei der Makrofotografie sind durchweg sehr gering, oft entscheiden nur wenige Millimeter über Schärfe oder Unschärfe. Ein nicht weich genug regelbarer Autofokus kann hierbei große Probleme verursachen.

Ein Ausweg aus diesem Dilemma ergibt sich durch die so genannte Ersatzmessung. Dabei hält der Fotograf den Auslöser halb gedrückt und visiert zunächst einen bestimmten Punkt an, den er problemlos scharf stellen kann. Erst dann schwenkt er auf das eigentlich zu fotografierende Objekt um und verändert den Abstand zu diesem. Somit kann der optimale Schärfepunkt gefunden werden.

Tricks zur Einstellung der Schärfe

Neben der richtigen Belichtung ist die korrekte Einstellung der Schärfe in der Makrofotografie die größte Herausforderung. Insbesondere bei Kameras mit Autofokus-System kann dies zum Problem werden. Im vorangegangenen Artikel haben wir bereits eine Möglichkeit vorgestellt, den Autofokus Ihrer Kamera quasi zu überlisten. Doch manchmal muss man das gar nicht. Viele moderne Kameras, die über zahlreiche Messfelder verfügen, bieten die Möglichkeit, einzelne Messfelder gezielt abzuschalten. So wird der Tatsache vorgebeugt, dass sich die Kamera oftmals nicht so recht entscheiden kann, welches Bildelement scharf gestellt werden soll. Das Ganze geht soweit, dass bei manchen Kameras die Messfelder so weit abgeschaltet werden können, dass nur noch eines übrig bleibt. Gerade im Bereich der Makrofotografie ist das sehr wertvoll.

Achtung beim Fotografieren mit geöffneter Blende!

Im Bereich der Makrofotografie gibt es ebenfalls Trends und Modeerscheinungen, wie in jedem anderen Bereich der Fotografie auch. In letzter Zeit lässt sich häufig beobachten, dass Fotografen bewusst mit offener Blende fotografieren und die Aufnahmen somit nur über einen ganz geringen Bereich optimaler Schärfe verfügen. Diese Technik wird bewusst als Stilmittel eingesetzt, die Unschärfe großer Bildteile ist also gewollt. Allerdings muss man sich in diesem Fall darüber bewusst sein, dass nicht jeder Betrachter der Aufnahme dies sofort nachvollziehen kann. Ist der Schärfebereich der Aufnahme also sehr klein, könnten die meisten Betrachter die Aufnahme für misslungen halten. Bedenken Sie dies.

Erzeugen Sie eine wahre Bilderflut

Die modernen digitalen Kameras machen es möglich, hunderte oder gar tausende von Bildern schießen zu können, ohne dass dies viel Geld, wie es früher zur Entwicklung der einzelnen Fotos notwendig war, kostet. Diesen Umstand sollten Sie - insbesondere als Anfänger - unbedingt ausnutzen. Lassen Sie doch einfach den Finger einmal für eine längere Zeit auf dem Abzug und schießen Sie von dem gewünschten Objekt eine ganze Bilderserie. Anschließend können Sie sich die besten Aufnahmen heraussuchen. Selbst Profis verfahren nach dieser Methode. Es ist keine Schande, wenn unter einhundert Fotos nur zwei oder drei Aufnahmen dabei sind, die Ihren Ansprüchen letztendlich genügen.

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Glossar Makrofotografie

Im Rahmen unseres Ratgebers wurden immer wieder einzelne Fachbegriffe verwendet, mit denen der Anfänger im Bereich Makrofotografie vielleicht auf Anhieb noch nichts anfangen kann. Damit Sie sich diese Fachbegriffe nicht mühsam aus Büchern oder dem Internet zusammensuchen müssen, haben wir sie im Folgenden noch einmal übersichtlich zusammengestellt.

Autofokus

Kameras mit Autofokus besitzen eine spezielle Technik, mit deren Hilfe sie sich selbst auf ein Motiv scharfstellen können. Für den Bereich der Makrofotografie ist dies allerdings oftmals hinderlich, da das Einstellen der Schärfe von Hand in der Regel schneller und präziser möglich ist.

Blende

Die Blende befindet sich im Objektiv und regelt, wie groß der Lichtdurchlass ausfällt. Je weiter die Blendegeöffnet ist, desto mehr Licht kann in die Kamera einfallen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Blendenzahl ausfällt, desto enger ist die Schärfentiefe. Dies gilt umgekehrt natürlich genauso.

Brennweite

Als Brennweite bezeichnet man den Abstand des Brennpunktes einer Linse zur entsprechenden Hauptebene. Dabei wirkt eine größere Brennweite wie eine Ausschnittsvergrößerung des jeweiligen Motivs. Beim Fotografieren mit unterschiedlichen Brennweiten ergibt sich also jeweils ein anderer Abbildungsmaßstab.

DSLR

Abkürzung für eine digitale Spiegelreflexkamera (Spiegelreflexkamera mit digitalem Sensor). Die vier Buchstaben stehen für den entsprechenden englischsprachigen Begriff „digital single-lens reflex“. Diese Kameras bilden heute den Standard in der Makrofotografie. Dem Fotograf bieten sie den Vorteil, dass er das zu fotografierende Objekt direkt in originaler Aufnahmegröße sehen kann. Außerdem ermöglichen sie das Aufnehmen nahezu beliebig vieler Bilder zu sehr geringen Kosten.

Einstellschlitten

Apparatur zur Feineinstellung einer auf einem Stativ angebrachten Kamera. Durch seine präzise Spindelmechanik ermöglicht es der Einstellschlitten, eine Kamera für den Bereich der Makrofotografie äußerst genau im Zehntel-Millimeter-Bereich zu justieren. Je nach Modell kann der Schlitten entweder nur in Richtung der Fotoachse oder auch horizontal verstellt werden.

Filter

Filter dienen im fotografischen Bereich dazu, unerwünschte Lichteffekte und Reflexe zu reduzieren bzw. komplett zu unterbinden. Dazu gibt es verschiedene Filtermodelle, zum Beispiel Graufilter zum Reduzieren von unerwünschten Lichteffekten bei starker Sonnenstrahlung, insbesondere beim Einsatz eines Blitzes. Verlaufsfilter kommen dagegen insbesondere für die Durchzeichnung von Wolken zum Einsatz. Oft eingesetzt werden in der Makrofotografie auch Polfilter zum Reduzieren von Reflektionen auf glatten Objekten wie Wasser, Metall oder Glas.

Kugelkopf

Der Kugelkopf ermöglicht die nahezu spielfreie Verbindung von Stativ und Kamera. Insbesondere in der Makrofotografie ist es wichtig, dass die Kamera möglichst spielfrei auf dem Stativ befestigt werden kann. Schon sehr geringe Erschütterungen können in der Makrofotografie ein unzureichendes Ergebnis hervorbringen. Der Kugelkopf ist daher die ideale Lösung zur Kamerabefestigung. Er ermöglicht es außerdem, die Kamera in jede gewünschte Richtung stufenlos zu justieren.

Makro

Der Begriff Makro entstammt der griechischen Sprache und bildet das Gegenteil von „Mikro“. Er bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie „groß“ oder „weit“. In Bereich der Makrofotografie steht er für Aufnahmen im Nahbereich, bei denen das Objekt in seiner natürlichen Größe oder nur wenig verkleinert aufgenommen wird.

Makroobjektiv

Ein Makroobjektiv ist ein spezielles Objektiv für die Makrofotografie. Die darin verbaute Technik ermöglicht es, Aufnahme aus extremer Nähe zum Objekt zu machen, ohne dass die Bildqualität darunter leidet. Grundsätzlich bezeichnet man Objektive ab einem Abbildungsmaßstab von 1:4 als Makroobjektiv. Herkömmliche Objektive besitzen dagegen einen Abbildungsmaßstab zwischen 1:7 und 1:9 – das gilt sowohl für Zoom-Objektive als auch für Objektive mit fester Brennweite. Durch die komplizierte Technik sind Makroobjektive recht schwer und teuer.

Nahlinse

Mithilfe einer Nahlinse lassen sich mit einem herkömmlichen Objektiv auch Makroaufnahmen verwirklichen. Dazu wird die Linse einfach auf das Objektiv gesetzt, ähnlich einem Filter. Ähnlich wie bei einer Lesebrille vergrößert die Nahlinse den Abbildungsmaßstab des Objektivs.

Schärfentiefe

Die Schärfentiefe gibt an, wie groß der Bereich eines Bildes mit exakt scharfer Abbildung ist. Bei einer geringen Schärfentiefe erscheint also nur ein sehr kleiner Bereich des Bildes für den Betrachter scharf. Großen Einfluss auf die Schärfentiefe einer Aufnahme hat die verwendete Blende.

Zwischenringe

Ebenso wie die Nahlinse werden auch Zwischenringe dazu genutzt, den Abbildungsmaßstab eines Objektivs zu vergrößern. Dazu wird der Ring zwischen Kameragehäuse und Objektiv gesetzt, um die Bildweite zu verlängern. Zwischenringe sind eine gute Lösung für Fotografen, die sich in der Makrofotografie versuchen möchten, aber den hohen Preis eines Makroobjektivs scheuen.

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