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Angststörungen: immer mehr Menschen leiden darunter

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Angststörungen
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Bei Angst handelt es sich um ein menschliches Urgefühl, das den Betroffenen hilft, Gefahren frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. In der Vergangenheit reagierte der Mensch auf diese Emotion mit Angriff oder Flucht, wobei die Körperreaktionen, die mit der Angst einhergehen, äußerst hilfreich waren: Der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskeln werden angespannt und Stresshormone ausgeschüttet. Sobald die Gefahr vorüber ist, klingen diese Symptome wieder ab und der Betroffene entspannt sich. Diese an und für sich gesunden Ängste können aber krankhaft werden, geraten sie außer Kontrolle. Und von diesem Problem sind in Deutschland immer mehr Menschen betroffen.

Wie die Barmer Ersatzkasse im Oktober 2017 berichtete, wurde beispielsweise in Sachsen im Jahr 2016 bei 6,6 Prozent ihrer Versicherten in Sachsen eine entsprechende Diagnose von ihrem Arzt gestellt bekommen. „Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung waren folglich rund 270.000 Menschen betroffen“, so die Krankenkasse. 2012 waren es hingegen lediglich 5,2 Prozent der Patienten. Das bedeutet einen Anstieg um 59.000 Betroffene innerhalb von fünf Jahren. Auffällig ist, dass wesentlich mehr Frauen als Männer betroffen sind.

Welche Ursachen können eine Angststörung verursachen?

Eine Angststörung kann durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden, wobei Experten davon ausgehen, dass mehrere Faktoren zusammenspielen dürften, damit eine Angststörung ausbricht. Verursacht werden kann dieses Problem etwa durch die Diagnose einer schweren Krankheit wie Krebs, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Atemwege. Darunter fallen auch Erkrankungen des Nervensystems, etwa bei Alzheimer oder Multipler Sklerose. Zu den auslösenden Faktoren gehören ferner der Konsum von Alkohol und Suchtmitteln sowie verschiedene Medikamente, vor allem Neuroleptika, die zur Behandlung von psychischen Erkrankungen verschrieben werden.

Auch eine Vielzahl von psychischen Ursachen kann die Angststörung – man unterscheidet zwischen generalisierten Angststörungen, Phobien und Panikstörungen – auslösen. Dazu gehören starke seelische Belastungen, etwa Stress oder ein Burnout, aber auch Belastungsstörungen, Zwangsstörungen und Depressionen.

Wie wird eine Angststörung therapiert?

Üblicherweise werden Angststörungen nach kombinierten Therapieplänen behandelt, wobei verhaltenstherapeutische Ansätze eine große Rolle spielen. So hilft es den Betroffenen bei leichteren Ängsten etwa schon, wenn sie mittels verschiedener Entspannungstechniken Stress abbauen.

In jedem Fall muss zunächst abgeklärt werden, ob die Ängste des Patienten in Zusammenhang mit einer Angststörung oder sonstigen psychischen Problemen steht. Steckt eine körperliche Erkrankung dahinter, äußert sich diese durch verschiedene andere Leitsymptome, wobei die Angst als Begleiterscheinung auftreten kann. Wird das körperliche Leiden diagnostiziert und entsprechend therapiert, legen sich in den meisten Fällen die Angstgefühle im Verlauf der Therapie. Gegebenenfalls wird die medizinische Therapie von einer Psychotherapie begleitet und unterstützt.

Gehen die Angstgefühle auf eine tiefe Lebenskrise wie eine Trennung oder eine Krankheit zurück, erweist sich eine Psychotherapie oft ebenfalls als hilfreich. In diesem Fall wird eine positive innere Haltung auch durch einen aktiven Lebensstil gestärkt.

Werden die Ängste durch psychische Störungen verursacht, richtet sich der Therapieweg nach dem Schweregrad der Störung. Genutzt werden verschiedene verhaltenstherapeutische Konzepte, die gegebenenfalls von Entspannungstechniken und medikamentös unterstützt werden.

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