
Der Inselstaat Mauritius im Herzen des Indischen Ozeans gilt als wahrhaft paradiesisches Urlaubsziel. Schließlich bietet die Hauptinsel alles, was das Herz für einen rundum gelungenen Urlaub verlangt. Vom erholsamen Strandurlaub bis hin zum anregenden Aktivurlaub oder zum faszinierenden Abenteuerurlaub ist auf der Insel alles möglich.

Palmenstrand | ©: il-fede - Fotolia
Die Möglichkeiten sind auf der nur rund 2.000 Quadratkilometer großen Insel sind grenzenlos. Traumhafte Badestrände mit endlosem weißem Sand vor türkisblauen Lagunen wechseln sich ab mit Küstenregionen, an welchen sich die Wellen des Indischen Ozeans mit aller Macht brechen. Völlig zu Recht gilt die Insel deshalb als Mekka für Wassersportler. Surfer finden im Wellengang des Ozeans ideale Bedingungen. Für Schnorchler und Taucher bieten sich einmalige Unterwasserwelten, wie kaum sonst irgendwo auf dem Planeten. Denn die Insel ist fast vollständig von Korallenriffen umgeben. Diese erholen sich diese gerade wieder von den Umweltsünden der Vergangenheit, unter denen sie massiv gelitten haben. Die Riffe offenbaren den Besuchern eine gleichermaßen faszinierende und geheimnisvolle Welt mit zahlreichen Fischen und Unterwasserpflanzen. Ein absolutes Highlight in den Gewässern von Mauritius ist das Schwimmen mit Delfinen.

Tolle Unterwasserwelt vor Mauritius | ©: Konstantin Kulikov - Fotolia
Nicht minder faszinierend ist die Insel an Land. Zahlreiche Naturparks präsentieren den Besuchern den Artenreichtum der Tropen. Darunter viele, die es nirgendwo sonst gibt, weil sich Flora und Fauna dank der abgeschiedenen Lage ungestört von äußeren Einflüssen entwickeln konnten. Denn die Insel befindet sich rund 870 Kilometer von der Küste Madagaskars entfernt. Die afrikanische Küste liegt etwa 1.700 Kilometer westlich des Inselstaates Mauritius.
Historisch interessierte Besucher finden auf Mauritius zahlreiche Zeugen der wechselvollen Geschichte seit der Entdeckung der Insel durch die Holländer zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Die ersten Versuche, die Insel zu besiedeln, scheiterten. Erst die Franzosen, welche 1598 die neuen Herren der Insel waren, führten diese Kolonie zu Reichtum. 1810 eroberten die Briten die Insel, die zum Britischen Imperium gehörte, bis sie am 12. März 1968 unabhängig wurde. Trotz der langen britischen Herrschaft ist Mauritius noch sehr französisch geprägt.

Fischer mit seinem Boot | ©: Louie Schoeman - Fotolia
Endlose Spaziergänge und traumhafte Sonnenaufgänge lassen sich auf dem kilometerlangen, weißen Sandstrand erleben, so dass der Gast den Alltag weit hinter sich lassen kann. Einsame Passagen wechseln sich mit belebteren Strecken an der Ostküste der Hauptinsel Mauritius zwischen den Ortschaften Belle Mare und Pointe de Flacq ab. Denn allgemein ist die Ostküste der tropischen Insel nur wenig bebaut und dünn besiedelt. Nicht zuletzt deshalb gilt dieser Strand als einer der schönsten auf der Insel, egal ob die Urlaubsgäste hier wohnen oder nur zu einer Stippvisite vorbei kommen.

Sonnenuntergang auf Mauritius | ©: dedalo03 - Fotolia
Wer Urlaub auf der Insel macht, sollte einen Besuch auf diesem Stück vom Paradies in jedem Fall einplanen, denn das Farbspiel der Natur ist in dieser Region unvergleichlich: Fast nahtlos geht die türkis-blaue Lagune in den weißen Strand über und lädt zum Plantschen, Schwimmen und Schnorcheln ein. Wer ein paar Stunden lang genießen möchte, findet einen idealen Platz unter den mächtigen Bäumen, die den Strand landeinwärts säumen. Wer in der Lagune schwimmen möchte, sollte allerdings darauf achten, dass hier eine sehr starke Strömung aus Norden herrscht. Ungeübte Schwimmer sollten sich also nicht zu weit ins Wasser wagen.

Kleine vorgelagerte Insel auf Mauritius | ©: Alexey Goosev - Fotolia
Vor allem die Möglichkeiten, Wassersport zu treiben locken alljährlich auch zahlreiche Touristen in die wenigen Luxushotels, die sich an der östlichen Küste der Hauptinsel des Inselstaates befinden. Selbst die Freunde des Golfsportes arbeiten im Indischen Ozean an ihrem Handicap. Zum Angebot der Luxushotels im Osten von Mauritius gehört deshalb neben der landestypischen Freundlichkeit und einem großen Angebot in Sachen Wassersport oft sogar ein hoteleigener Golfplatz für die Gäste.
Legendär ist nicht nur der kilometerlange, weiße Sandstrand, der sich entlang der Küste von Belle Mare bis Pointe de Flacq dahinzieht. Auch die Blue Bay Bucht, die ihren Namen vom Farbenspiel des Meeres mit unzähligen Blautönen ableitet und im Südosten von Mauritius liegt, zählt zu den sehenswertesten Buchten im Indischen Ozean. Vor allem bei Schnorchlern ist die Bucht beliebt.

Frau mit Fischen am Strand | ©: Louie Schoeman - Fotolia

Palme | ©: AMATHIEU - Fotolia
Das Besondere: Auf einer Fläche von 353 Hektar wurde 1997 ein großer Teil des öffentlichen Strandes als erster und bis jetzt einziger maritimer Nationalpark des Inselstaates eröffnet. Grund für die Errichtung des Nationalparks sind die Korallenbänke, die anders als auf anderen Inseln noch in einem hervorragenden Zustand sind. Mehr als 70 verschiedene Arten von Korallen und über 30 Arten von Fischen werden in diesem Gebiet gezählt. Teilweise stammen die Korallen sogar noch aus der Zeit vor der Entdeckung, sie sind bis zu 800 Jahre alt.

Vulkankrater Trou aux Cerfs auf der Hochebene bei Curepipe | ©: SPy - Fotolia
Die höchstgelegene Stadt von Mauritius, Curepipe, ist mit etwas mehr als 84.000 Einwohnern zugleich auch die viertgrößte. Sie liegt auf einer Höhe von rund 550 Metern im Zentrum der Insel auf einer Hochebene im Bezirk Plaines Wilhelms. Woher der Name kommt, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Allerdings, so die Legende, sollen Reisende auf ihrem Weg vom Hafen in Mahébourg in die Hauptstadt Port Louis hier Pause gemacht haben sollen, um ihre Pfeifen zu putzen. Anno 1878 erhielt die kleine Ansiedlung, die im Laufe der Jahre hier gewachsen war, den heutigen Namen.
Wegen des angenehm kühlen Klimas haben viele Maritianer hier ihren eigentlichen Wohnsitz und pendeln unter der Woche zur Arbeit in die Hauptstadt. Wie beliebt die Stadt bei den Einheimischen ist, zeigt sich schon an der Bevölkerungsentwicklung: Seit 1982 wuchs die Stadt um fast 25.000 Einwohner an.
Besucher, die Mauritius per Bus erkunden, steigen in Curepipe direkt im historischen Zentrum aus. Denn die beiden Busbahnhöfe der Stadt liegen in der Nähe des historischen Stadtkerns rund um das 1902 im Kolonialstil errichtete Rathaus L´Hôtel de Ville. Der Literatur ist ein Denkmal auf der kleinen Grünfläche zwischen den beiden Busbahnhöfen gewidmet: Eine Statue zeigt, wie Paul seine geliebte Virgine über den Bach trägt. Das Liebesdrama alá Romeo und Julia gehört sowohl in Frankreich als auch auf Mauritius zur Schullektüre und ist damit jedem Einheimischen bestens bekannt. Direkt neben dem kleinen Park liegt auch der Zentralmarkt, der für sein Design bekannt ist. Der nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernte botanische Garten gleicht einem Stadtpark und darf bei Regen sogar mit dem Auto befahren werden.
Besucher sollten sich die prächtige Kirche Ste. Thèrés d´Avila und die katholische Kirche nicht entgehen lassen, in der keltische, orientalische und römische Elemente vereint sind. Die kleinen Läden an der Royal Road werden auch sehr gern von Touristen besucht, die den erloschenen Vulkankrater Trou aux Cerfs besuchen. Der 85 Meter tiefe Krater hat einen Durchmesser von 200 Metern und heißt zu deutsch „Hirschloch“.
Eine der beliebtesten Hochburgen für den Tourismus ist der 11.000-Einwohner-Ort Grand Baie in der gleichnamigen Bucht im Norden von Mauritius. Sehenswert ist für die Besucher vor allem der kleine Hafen, von dem aus regelmäßig Katamarane zu den kleineren Inseln im Norden auslaufen. Direkt neben dem Hafen können Besucher am öffentlichen Strand in der Sonne relaxen. Jede Menge tropisches Grün erleben die Gäste in den drei Parks des Ortes, dem Daime des Pailles, dem Casela Bird Park und dem Domaine du Chasseur.

Beachvolleyball am Strand | ©: Konstantin Kulikov - Fotolia
Wer auf der Suche nach einem geeigneten Mitbringsel für Freunde und Bekannte ist, dürfte in den zahlreichen kleinen Läden und Boutiquen an der Küstenstraße fündig werden. In einem großen Einkaufszentrum werden vor allem Textilien von allen großen und namhaften Markenherstellern angeboten.
Für Aktivurlauber bietet die kleine Bucht jede Menge an Möglichkeiten zum Wassersport. Die Besucher können hier schwimmen oder in die faszinierende Unterwasserwelt des Indischen Ozeans eintauchen. Die Bucht ist deshalb ein beliebtes Ziel für Taucher und Schnorchler. Zum Angebot für die Urlaubsgäste gehören aber auch richtige Unterwasserspaziergänge oder Ausflüge mit kleinen U-Booten zu den Korallen. Hochseefischen und Segeln runden die Vielfalt der Möglichkeiten ab. Die örtlichen Hotels bieten zahlreiche Gelegenheiten an, den Indischen Ozean rund um Mauritius zu erleben und zu erkunden. Diese sind allerdings nicht exklusiv für Hotelgäste, sondern können auch von Besuchern im Ort gebucht werden.
Generell ist das Nachtleben auf Mauritius eher beschaulich, nur Grand Baie ist die große Ausnahme. In den Jazzclubs, Bars und Diskos des Ortes feiern nicht nur Urlaubsgäste, sondern auch viele Einheimische. Dieser Mix hat Grand Baie zum touristischen Zentrum der Insel gemacht. Dabei hat sich der Ort aber seinen ursprünglichen Charme bewahrt.

Catamarans nahe der Insel Gabriel, Mauritius | ©: Konstantin Kulikov - Fotolia
Der Ort Troux aux Biches, zu deutsch Rehloch, im Nordwesten der Insel Mauritius selbst gilt eher als unscheinbar. Dafür ist die Lage umso besser. Denn hier, im Nordwesten der Insel ist das Wetter immer einen Tick besser als andernorts. Neben der faszinierenden Bucht mit dem nahe gelegenen Riff dürfte das auch einer der Gründe dafür sein, dass hier der Tourismus auf der Insel seine Wurzeln hat.

Bunte Segelregatta | ©: paulbanton - Fotolia

Tolle Unterwasserwelt vor Mauritius | ©: Konstantin Kulikov - Fotolia
Dem glasklaren Wasser ist es zu verdanken, dass der öffentliche Strand von Troux aux Biches als einer der besten auf Mauritius gilt. Sonnenanbeter kommen im Nordwesten der Hauptinsel ebenso voll und ganz auf ihre Kosten wie Wassersportler. Obwohl am Strand auch dank des Wellenganges alle Arten von Wassersport möglich sind, darf Troux aux Biches als absolutes Mekka für Schnorchler gelten. Denn das nahe gelegene Riff bietet hervorragende Gelegenheiten, in die Fauna und Flora des Indischen Ozeans einzutauchen. Schon mit bloßem Auge sind die ersten kleinen Fische zu beobachten, die sich fast direkt an den Strand heran wagen. Größere Fische tauchen schon nach wenigen Metern auf und nach etwa 20 Metern im Wasser geht der weiße Strand in die Welt der Korallen über. Urlaubsgäste, die sich eher am Parasailing, Wasserski, Windsurfen oder Hochseefischen versuchen wollen, haben hier ebenfalls die besten Möglichkeiten dafür.

Bachlauf im Wald | ©: youpee2305 - Fotolia
In unmittelbarer Strandnähe gibt es übrigens auch eine Bushaltestelle, von der die öffentlichen Verkehrsmittel im 20-Minuten-Takt in Richtung Grand Baie oder Port Louis abfahren. Auch der wildere Steinstrand von Point aux Piments ist mit dem Bus in wenigen Minuten erreichbar. Dort ist Baden zwar verboten, dafür werden Naturfreunde jedoch von einem sehr ursprünglichen Wald entschädigt.

Brauner Rohrohrzucker und Gewürze zum Backen | ©: Heike Rau - Fotolia
Zucker war lange Zeit das wichtigste Exportgut der Insel Mauritius. Der Rohrzucker, der von den europäischen Kolonialherren eingeführt und angebaut wurde, nahm in der Blütezeit der Zuckerproduktion fast 90 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein. Dies änderte sich in den vergangenen Jahrzehnten. Die Europäische Union subventionierte den Zuckeranbau indirekt, indem sie den Zucker zu einem Preis abnahm, der um 36 Prozent über dem Weltmarktpreis lag. Dieses Privileg läuft jedoch bis 2015 allmählich aus. Wer wissen möchte, wie auf Mauritius einst Zucker hergestellt gestellt wurde, findet in Bel Ombre an der südlichen Küste der Insel eine der letzten Zuckermühlen des Landes, in der noch produziert wird.
Steile Küsten und einsame Buchten sind das Markenzeichen der südlichen Küste von Mauritius aus. Wer schwimmen möchte, findet auf der Insel geeignetere Stellen, zahlreiche Korallen und die starke Strömung machen Schwimmern zu schaffen. Doch im November und Dezember wird die Küste zwischen Bel Ombre und St. Fénix zum Mekka für Wellenreiter. Bei der kleinen Insel Ilôt Sancho, die vom Strand aus sogar zu Fuß erreicht werden kann, ist ein Surfspot für Wellenreiter. Anfänger sollten sich hier aber besser nicht am Wellenreiten versuchen. Unter anderem messen sich hier die besten Wellenreiter von Mauritius im Billabong und Quicksilver Surfwettbewerb.
Auch wenn die Strände rund um Bel Ombre traumhaft schön sind, ist keiner von ihnen zum Schwimmen wirklich geeignet. Bei einigen fehlt beispielsweise das schützende Riff, so dass der Sportler der Macht des Ozeans ausgesetzt. Bei anderen wiederum stehen dichte Korallenwälder unter der Wasseroberfläche, die unangenehme Bewohner beherbergen können. Hier wohnt nämlich unter anderem die giftige Fischart der Drachenköpfe. Auch die Strömung hat es an der südlichen Küste in sich.
Den längsten Strand auf Mauritius finden die Gäste im Westen der Insel beim ehemaligen Fischerdorf Flic en Flac: Er zieht sich auf einer Länge von sagenhaften acht Kilometern bis zur Ortschaft Wolmar. Der größte Teil des Strandes ist übrigens öffentlich, so dass das ungetrübte Naturempfinden kaum getrübt wird. Auf dem Naturstrand finden die Besucher deshalb unter anderem Korallen, Muscheln, aber auch Seeigel.

Traumhaft paradiesische Strände auf Mauritius | ©: Jörg Engel - Fotolia
Nach einer etwa eineinhalbstündigen Wanderung auf dem feinen Sand erreichen die Besucher die nächste Ortschaft Tamarin. Unterwegs können sie sich im Baden in der türkisblauen Lagune vom Fußmarsch erholen. Hier, an der westlichen Küste von Mauritius, wird das Badevergnügen übrigens nicht von einer starken Strömung beeinträchtigt. Der Strand von Flic en Flac ist auch bei den Mauritianern ein beliebtes Ausflugsziel am Wochenende.

Seen und tropische Bäume | ©: Konstantin Kulikov - Fotolia
Bekannt ist die Region Black River, in der Flic en Flac angesiedelt ist, unter anderem für die bekannten Tamarin-Wasserfälle. Naturfreunde können im Westen der Insel außerdem in die einzigartige Welt der tropischen Wälder eintauchen. Auch die Orte rund um Flic en Flac sind einen Besuch wert. So ist das Meer vor der ehemaligen Bezirkshauptstadt die einzige Region um Mauritius, in der auch im Juli und August gesurft werden kann.

Tropischer Baum | ©: Jean-Marie MAILLET - Fotolia
In der Bucht von Tamarin strömt auch der Black River, welcher der drittgrößten Region auf Mauritius den Namen gab, aus dem Landesinneren ins Meer. Auch der Strand in der Bucht von Tamarin wird von der einheimischen Bevölkerung gern zur Naherholung genutzt. Die Urlaubsgäste können also am Wochenende an der Westküste am besten und ungezwungendsten Land und Leute kennenlernen und mit ihnen feiern.

Strand im Norden von Rodrigues | ©: jeantrekkeur - Fotolia
Die ursprüngliche Lebensart der Mauritianer können Gäste wohl am unmittelbarsten auf der Insel Rodrigues erleben. Denn touristisch ist die zweitgrößte Insel des Staates Mauritius mit rund 40.000 Einwohnern noch kaum erschlossen. Auf dieser Insel können sie Urlaub machen wie vor Jahrzehnten die ersten Urlaubsgäste in den heute weltweit bekannten Destinationen: Die Fähre von der Hauptinsel legt nur dreimal im Monat an, für die Beförderung von Gästen stehen gerade einmal drei Taxen zur Verfügung. Doch die Zeiten ändern sich langsam, denn mittlerweile wurde ein Flughafen gebaut, der täglich von einer Propellermaschine von der Insel Mauritius angeflogen wird. Die Passagiere haben schon beim Anflug einen traumhaften Ausblick auf die Lagune.
Rodrigues konnte sich seine kreolische Prägung bis heute bewahren. Der Grund: Auf dieser Insel wurde niemals Plantagenwirtschaft betrieben. So war es nach dem Ende der Sklaverei auch nicht nötig, sogenannte Vertragsarbeiter aus Indien anzuwerben, deren Nachfahren auf der Hauptinsel heute einen Großteil der Bevölkerung ausmachen.
Schon während der Kolonialisierung war Rodrigues ein wenig das Stiefkind von Mauritius: Während die Hauptinsel schon besiedelt wurde, galt die Nachbarinseln nach wie vor nur als eine Landmarke zur Navigation der Schiffe in Richtung Goa. Erst am 1. Mai 1691 kamen die ersten Siedler, eine Gruppe von französischen Hugenotten, auf die Insel. Sie wollten hier eine Kolonie gründen.
Die schönsten Strände finden Urlaubsgäste übrigens im Osten der Insel. Darüber hinaus sind sie meist menschenleer, weil Besucher sie nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichen können. Für Angler und Fischer hat dafür der Süden seinen besonderen Reiz. Die raue Landschaft im Westen erinnert ein wenig an die irische Connemara, während der Norden das Tor zur Insel ist. Vor allem für Naturliebhaber ist Rodriguez ein ideales Reiseziel. Sie können in der vielseitigen Landschaft ausgedehnte Wanderungen unternehmen oder die Tropfsteinhöhlen besuchen. Von seiner Vielfalt her könnte man die Insel als kleinen Kontinent bezeichnen.
Der Ort Moka, ein Vorort der Hauptstadt Port Louis, ist gewissermaßen die architektonische Schatzkammer von Mauritius: So stammt beispielsweise das 1902 in Curepipe errichtete Rathaus eigentlich aus Moka. Der damalige Bürgermeister der Stadt im Herzen der Insel kaufte das Gebäude und ließ es in seiner Stadt Stein für Stein wieder aufbauen.
In Moka befindet sich außerdem noch heute eine der schönsten Kolonialvillen von Mauritius. Um 1830 wurde sie von einem Engländer namens Robinson erbaut, aber schon in den 1850er Jahren wechselte das Anwesen, die Villa Euréka, seinen Besitzer, als eine der einflussreichen Familien der Insel die Villa kaufte. Denn nach der Schlacht von Valmy hatte Francois Alexis Le Clézuio, ein Schiffseigner aus dem bretonischen Lorient, Frankreich verlassen und auf dem Weg nach Indien einen längeren Aufenthalt auf der Insel verbracht. Alexis Jules Eugéne Leclßezio, einer seiner Söhne. Dieser gründete die Zeitung Le Maruicien und wurde 1871 Direktor der Maruitius Comercial Bank. Es gab in den folgenden Jahrzehnten kaum eine politische Entscheidung, nicht von ihm oder seinen Söhnen maßgeblich beeinflusst wurde.
Die Villa Euréka wurde aufwändig restauriert und so vor dem Verfall gerettet. Seit 1986 ist sie ein öffentliches Museum und somit Gästen aus aller Welt zugänglich. Das beeindruckende Gebäude wurde auf einer Fläche von etwa 1.000 Quadratmetern errichtet und besitzt fast 100 Türen und Fenster. Der Grund: In der tropischen Hitze musste für eine ausreichende Belüftung gesorgt werden. Kunstfreunde kommen in der Villa ebenfalls auf ihre Kosten: Im ersten Stock befindet sich nämlich eine Wechselausstellung mit Werken von Künstlern aus Mauritius. Der gepflegte Garten ist ebenfalls eine Oase der Ruhe und bietet den Moka Wasserfall als Highlight.
Der kleine Küstenort Pereybere, nur wenige Minuten von Grand Baie entfernt, bietet sich als idealer Urlaubsort für die ganze Familie an. Das quirlige Leben im Ort setzt sich auch am Strand fort, denn der öffentliche Strand, der sich mitten im Ort befindet, zieht auch Mauritianer aus nah und fern zur Erholung an. Anders als in anderen Regionen der Inseln fällt der Strand hier flach ab und bietet sich deshalb als ideale Gelegenheit zum Baden auch für Anfänger und Kinder an.

Palmenstrand | ©: il-fede - Fotolia
Das türkisblaue Wasser der Lagune wird durch ein vorgelagertes Riff optimal geschützt, so dass sich auch der Wellengang in Grenzen hält. Vom Weißen Sandstrand und der dahinter liegenden Liegewiese unter Bäumen lässt sich das pulsierende Leben bestens beobachten. Wer aber beim Baden seine Ruhe haben möchte, sollte sich einen Abschnitt etwas außerhalb des Ortes suchen. Dafür kann man sich von morgens bis abends hier aufhalten, ohne den Strand verlassen zu müssen. Fastfood, Getränke und frisches Obst werden an zahlreichen Verkaufsständen angeboten. Darüber hinaus schließt das Restaurant „Cafe Preybere“ direkt an den Strand an, so dass die Badegäste auch komplette Mahlzeiten zu sich nehmen können.
Der Strand von Perebeye ist außerdem gesäumt von zahlreichen Bars und weiteren Restaurants. Der Ort selbst zieht sich an der Hauptstraße entlang und bietet neben zahlreichen Andenkenläden vor allem Restaurants mit internationaler Küche. Öffentliche Busse verkehren zu den Nachbarorten, aber auch zur Hauptstadt. Beliebt ist Perebeye vor allem bei Individualreisenden und Familien. Diese schätzen die günstigen Unterkünfte. Urlaubsgäste können sich an dem kleinen Küstenort auch selbst bestens versorgen.
Heute ist der Ort Cap Malheurex im Norden von Mauritius vor allem wegen der Kirche mit dem knallroten Dach, die auch ein beliebtes Motiv für Fotos und Postkarten ist. Der ruhige Fischerort lädt den Urlaubsgast förmlich dazu ein, die Seele baumeln zu lassen und ist vom öffentlichen Verkehrsnetz sehr gut angebunden. Alle 15 Minuten fährt ein Bus von der Haltestelle am Fußballplatz in Richtung Pereybere, Grand Baie und Port Louis. Kennzeichnend für die ruhige Lage ist der fantastische Blick auf die Inseln Ile Plate, Coin de Mire und Ile Ronde und die beschaulichen Buchten, wo die Fischer ihren Fang direkt fangfrisch am Strand verkaufen. Wer die kleineren Inseln erkunden möchte, kann mit einem Katamaran nach Ile Plate fahren.

Kirche auf Mauritius | ©: Adam Moskal - Fotolia
Mauritianer haben dem Kap den Spitznamen Unglückskap gegeben. Es gibt mehrere Erklärungsversuche, woher das rühren könnte. Eine Erklärung besagt, dass die Einwohner im Norden einst sehr arm gewesen seien. Eine andere Deutung geht auf das Jahr 1810 zurück. Denn hier gingen in diesem Jahr die Briten von Bord, um die Kolonie von den Franzosen zu erobern.
Die romantischste Deutung geht auf den Romancier Bernardin de Saint-Pierre zurück, der die tragische Liebesgeschichte von Paul und Virgine erzählte: Virgine wurde nach England verfrachtet, und das Liebespaar dadurch getrennt. Aus Sehnsucht nach dem Geliebten flüchtete die junge Frau und kehrte nach Mauritius zurück. Doch vor der Küste, etwa auf Höhe von Cap Malheureux, soll das Segelschiff, auf dem sie sich befand, gekentert sein. Weil sie außerdem so schüchtern war, dass sie sich weigerte, ihre Reifröcke vor den Matrosen auszuziehen, ertrank sie bei dem Versuch, sich schwimmend auf die Insel zu retten.

Hafen von Tamarin | ©: marvellousworld - Fotolia
Weit weg von der Hektik des Alltags und vom Trubel der Tourismus-Metropolen liegt der verträumte Ort Preneuse an der Westküste von Mauritius. Nur etwa fünf Kilometer südlich von Tamarin befindet sich der mehr als drei Kilometer lange und rund zwölf Meter breite Strand, dessen Markenzeichen das türkisfarbene Wasser und der mit kleinen Korallenstücken durchsetzte Sand, sind.
Sonnenanbeter können die Ruhe des relativ einsamen Ortes genießen und haben eine perfekte Aussicht auf die Berge und Inseln rundherum. Besucher erreichen den Strand am besten mit dem Auto, dem Bus oder dem Taxi. Allerdings sollten Badegäste, die schwimmen wollen, vorsichtig sein. Das Wasser ist schon in Küstennähe teilweise sehr tief und die Strömung ist nicht ungefährlich. Badegäste sollten eher im Süden des Strandes ins Wasser gehen, wo die Strömungen nicht so heftig sind.

Paradies Strand | ©: il-fede - Fotolia
Traumhafte Bedingungen herrschen dagegen für Schnorchler. Sie können direkt vor dem einsamen Strand hautnah erleben, wie eine neue Welt geboren wird. Denn die Korallen, die von den schädlichen Umwelteinflüssen fast komplett zerstört wurden, erholen sich inzwischen wieder, wachsen und breiten sich sogar wieder aus. Deshalb überlegt die Mauritius Marine Conservation Society, die ihren Sitz in La Preneuse hat, sogar, in dieser Bucht einen weiteren maritimen Nationalpark einzurichten.
Wer ungestört einen romantischen Sonnenuntergang über den Wellen des Indischen Ozeans erleben möchte, ist am Strand von Preneuse bestens aufgehoben. Zum Träumen lädt auch die Umgebung ein. So steht an diesem Strand ein Wachturm, der noch aus der Zeit stammt, als Piraten im Indischen Ozean ihr Unwesen trieben sowie zwei alte Kanonen.
Wer einen ruhigen Ort abseits des Trubels der touristischen Zentren sucht, ist in La Gaulette bestens aufgehoben. Denn der kleine Ort an der südwestlichen Küste von Mauritius, in der Nähe vom Le Morne Brabant gelegen, zeichnet sich vor allem durch Ruhe und Beschaulichkeit aus. Dafür können die Besucher die faszinierende Natur der Vulkaninsel mit all ihren Facetten genießen und vom Urlaubsort aus die ganze Insel und ihre Schönheiten entdecken.

Kitesurfen auf Mauritius | ©: Carina Hansen - Fotolia
Wer eher das pulsierende Leben eines Tourismusortes sucht oder einen Badeurlaub plant, ist in anderen Regionen der Insel sicher besser aufgehoben. Doch für Wassersportler ist La Gaulette ein wahres Paradies. Surfer und Taucher finden hier optimale Voraussetzungen. Auch Freunde des Golfsports kommen hier voll auf ihre Kosten. Sie können den 18-Loch-Golfplatz von Le Paradies gegen Gebühr nutzen und an der Verbesserung ihres Handicaps in ruhiger Urlaubsatmosphäre arbeiten.

Golfplatz für die Golfer | ©: goodluz - Fotolia
Urlaubsgäste, die sich für Geschichte interessieren, sollten unbedingt der nahe gelegenen Ortschaft Le Morne, die von Sklaven gegründet wurde, einen Besuch abstatten. Die Strände dieses Ortes liegen auf einer Halbinsel, auf der sich auch der Le Morne Brabant. Der Berg wurde wegen seiner tragischen Geschichte als Weltkulturerbe eingestuft: An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert flüchteten zahlreiche Sklaven auf den Berg. Ihre Herren folgten Ihnen, weil sie ihnen die Freiheitsmitteilung übergeben wollten. Aus Furcht vor einer strengen Strafe stürzten zahlreiche Sklaven jedoch vom Berg in den Tod. Seitdem gilt der Le Morne Brabant als Symbol für den Freiheitskampf der Sklaven. Interessierte Urlaubsgäste können übrigens auf der gesamten Insel auf die Spuren der wechselvollen Geschichte stoßen.

Port Louis | ©: peppi18 - Fotolia

Altes Fort in Port Louis, Mauritius | ©: Tarikh Jumeer - Fotolia
Etwa 170.000 der knapp 1,3 Millionen Einwohner von Mauritius leben in der Hauptstadt Port Louis. Die Stadt ist nicht nur von der Verwaltung her das Herz des Staates, sondern auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Urlaubsgäste finden hier zahlreiche Sehenswürdigkeiten und eine kulturelle Vielfalt auf kleinstem Raum, wie kaum sonst irgendwo.
Die Reste von Aapravasi Ghat wurden 2006 in die UNESCO-Liste als Weltkulturerbe eingetragen. Der Grund: Das ehemalige Lager für indische Vertragsarbeiter gilt als frühes Symbol für ein weltumspannendes Wirtschaftssystem und eine der größten Auswandererwellen in der Menschheitsgeschichte. Nachdem die Sklaverei auf Mauritius abgeschafft war, wurden hier rund 450.000 Menschen aus Indien durchgeschleust. Diese Arbeiter hatten sich in der Regel für fünf Jahre im Gegenzug für die Passage, Kost und Unterkunft sowie einen kleinen Lohn zur Arbeit auf den Plantagen verpflichtet – eine gängige Praxis zur Zeit der Kolonialisierung. Vom Lager ist bis heute das Eingangstor, die Mauer einer Wohnhütte sowie ein Bade- und Toilettenhaus erhalten.
Den Zauber von Mauritius erleben die Besucher in den engen Gassen zwischen den Ständen des Zentralmarktes, der von den Einheimischen Bazaar genannt wird, hautnah. Errichtet wurden die Markthallen, die montags bis samstags von 6.30 bis 17.30 Uhr geöffnet sind, anno 1840, jedoch wurden sie mehrfach von Bränden zerstört. Der Markt selbst teilt sich in insgesamt vier Bereiche auf: In den Gewürz- und Souvenirmarkt, den Obst- und Gemüsemarkt und den Fleisch-, Fisch- und Geflügelmarkt, der aus Respekt vor den Muslimen einen eigenen Bereich für Schweinefleisch hat. Wichtig für die Urlaubsgäste: Um den Preis zu feilschen wird von den Marktbesuchern ausdrücklich erwartet.

Le Caudan Water Front, Port-Louis | ©: Pascal Kryl - Fotolia
Wer seinen Urlaub mit einem ausgedehnten Einkaufsbummel abrunden möchte, sollte sich das Caudan Waterfront nicht entgehen lassen. Denn das Einkaufszentrum für den gehobenen Bereich bietet alles, was das Luxus-Herz begehrt, vom Kaschmir-Pullover bis hin zum Kunstobjekt. Dazu bietet das Zentrum mit klimatisierten Kinos, Spielhallen und sogar einem Spielcasino jede Menge Unterhaltung. Das Casino hat übrigens einen echten Schiffsbug als Eingang. Auch nach dem offiziellen Ladenschluss ist das Caudan Waterfront noch ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Feriengäste. Das Einkaufszentrum ist täglich geöffnet und bietet auch jede Menge kurzweiliger Unterhaltung für Kids, wer shoppen will, sollte allerdings die unterschiedlichen Öffnungszeiten der Geschäfte beachten.
Besichtigen können Urlaubsgäste das Fort Adelaine, das auch unter dem einfachen Namen Citadelle bekannt ist, nicht. Aber die historische Festung, die über der Hauptstadt des Landes wacht, bietet dafür atemberaubende Ausblicke über Port Louis. Der etwa einstündige Aufstieg ist allerdings beschwerlich und steil. Weil die Festung, die normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, auch für Veranstaltungen genutzt wird, lässt sie sich auch mit Mietwagen oder Taxi erreichen. Errichtet wurde die Anlage 1834, also 24 Jahre, nachdem die Briten Mauritius von den Franzosen erobert hatten.
Der britische Einfluss ist unverkennbar, wenn ganz Port Louis zwischen Mai und Anfang Dezember im Wettfieber ist. Dann finden nämlich die renommierten und hoch dotierten Pferderennen statt. Schon seit 1812 werden diese vom Mauritius Turf Club veranstaltet, damit gilt der Champs de Mars als zweitälteste Pferderennbahn der Welt. Die Briten hatten die Rennen ursprünglich eingeführt, um sich bei der Bevölkerung nach der Eroberung beliebt zu machen. Heute sind die Rennen wahre Volksfeste für die Massen, das sich dank zahlreicher kostenloser Plätze auch jeder leisten kann. Dazu gibt es eine kleine Stadt von Buden mit Leckereien und Unterhaltung für Groß und Klein.

Pferderennen auf Mauritius | ©: Tarikh Jumeer - Fotolia
Die wohl bekannteste der drei Pagoden ist die achteckige Thien Thane Pagode in Port Louis. Anders als man vermuten könnte, liegt sie nicht in Chinatown, sondern im Süden der Stadt, wo auch die meisten Chinesen leben. Ursprünglich wurden in Pagoden die Überreste erleuchteter buddhistischer Mönche aufbewahrt. Nachdem sich die Religion aber immer weiter ausgebreitet hat, wandelte sich die Bedeutung. Pagoden gelten heute im Volksmund als typische Beispiele für die chinesische Architektur. Entwickelt haben sich diese Gebäude aus chinesischen Wohnhäusern und der indischen Stupa. Typisch für den Baustil ist, dass die einzelnen Stockwerke durch Dachvorsprünge voneinander getrennt sind.
Urlaubsgäste, die Port Louis auf einer Rundreise per Bus erkunden wollen, können nur 100 Meter vom Busbahnhof entfernt eines der faszinierendsten muslimischen Bauwerke besichtigen: Die Jummah-Moschee wurde zwischen 1850 und 1890 errichtet und erinnert von außen dank seiner Pracht eher an einen orientalischen Palast. Andersgläubige dürfen das Gotteshaus zwar betreten, allerdings nur bis zum inneren Vorhof, von dem aus Touristen einen Blick ins Innere Erhaschen können. Auf dem Vorhof befinden sich ein kleiner Fischbrunnen sowie ein Mandelbaum, der wohl älter als das Gebäude sein dürfte. Die Jummah-Moschee ist das religiöse Zentrum für alle Moslems, die auf Mauritius leben.
Besucher fühlen sich vom vielfältigen Nebeneinander der Kulturen auf engstem Raum im Mauritius im ersten Moment oft etwas überfordert. In unmittelbarer Nähe von Busbahnhof und Jummah-Moschee offenbart ein kleiner Torbogen den Eingang zur kleinen Chinatown von Port Louis. Dort erleben die Besucher den typischen Lebensstil der chinesischen Einwanderer mit zahllosen kleinen Läden in den Straßen. Vor allem im 19. Jahrhundert wuchsen in allen Städten, die Einwanderer anzogen, die typischen chinesischen Stadtviertel, die meist von Händlern begründet wurden. Während die Chinesen damals gern unter sich blieben, lebt heute der größte Teil von ihnen über die ganze Stadt verstreut.
Der hölzerne Regierungspalast mit seinen prächtigen Flügelbauten ist das älteste noch erhaltene Gebäude in Port Louis. Der Kern des Gebäudes wurde 1740 von den französischen Gouverneuren errichtetet. 1806 wurde der Bau nur vier Jahre, bevor die Insel von den Briten erobert wurde, noch einmal erweitert. Feriengäste können jedoch die Kulisse des Palastes nur von außen betrachten, der Eingang bleibt Besuchern verschlossen. Eine Ausnahme bilden Staatsempfänge, die in den prächtigen Räumen der früheren Residenz abgehalten werden. Auch dem Parlament bleibt der Palast für seine Sitzungen verschlossen, es tagt in einem Neubau hinter dem historischen Gebäude.
Das Stadttheater in der Ramboolam Street geht neben den zahlreichen, prächtigen und großen Bauten fast unter. Obwohl es seine große Zeit schon längst hinter sich hat, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Wo einst – finanziert von den reichen Zuckerbaronen – internationale Stars auf der Bühne standen, werden heute nur noch kleine Unterhaltungsshows aufgeführt. Das restaurierte Gebäude wurde im Kolonialstil errichtet, das architektonische Highlight ist ein Deckenfresko, auf dem die bedeutendsten Komponisten der klassischen Musik zu sehen sind.
Dieses Gotteshaus ist die älteste katholische Kirche auf Mauritius. Sowohl die Fassade, die aus grünem Stein besteht, als auch das Innere der Kirche sind eher schlicht und einfach gehalten. Berühmt ist sie aus einem anderen Grund: Hier befinden sich die sterblichen Überreste von Mahé Labourdonnais und seines Sohnes. Der französische Admiral zeichnete sich vor allem bei der Eroberung des indischen Mahé aus und lenkte ab 1734 als Gouverneur die Geschicke von Mauritius. Unter seiner Regentschaft wurde der Grundstein für den späteren Reichtum der Kolonie gelegt. In Auseinandersetzungen mit den Briten fügte er dem französischen Erzfeind auch in späteren Jahren beträchtlichen Schaden zu.
Mit der Eroberung der Insel Mauritius durch die Briten im Jahr 1810 brachten die neuen Herren auch ihre Religion mit und vollendeten 1828 den Bau der St. James Kathedrale als bedeutendste anglikanische Kirche der Insel. Diese Kirche war zu dem Zeitpunkt erst etwa 300 Jahre alt. Unter der Regentschaft von Heinrich VIII. sagte sich England von der römisch-katholischen Kirche los. Der König wollte sich von Katharina von Aragón scheiden lassen, um die Ehe mit Anne Boleyn nachträglich zu legalisieren. Der Papst verweigerte jedoch die Scheidung. Seit dem Act of Supremacy, der am 3. November 1534 vom Parlament verabschiedet wurde, galt der König auch als geistliches Oberhaupt der Anglikanischen Kirche.
Bertrand Francoois Mahé de La Bourdonnais ist in Port Louis fast allgegenwärtig. Beim Bummel durch die Stadt können Besucher eine Statue des französischen Admirals und früheren Gouverneurs der Insel bewundern. Der Platz, zu Deutsch Paradeplatz, ist nicht nur das historische Zentrum der Hauptstadt, auch die Regierung und wichtige Unternehmen haben sich hier angesiedelt. Der Besucher erlebt also einen faszinierenden Mix aus historischen Gebäuden und Neubauten. Die Statue wurde zu Ehren des Gouverneurs errichtet, der Mauritius und Réunion zur Blüte führte. Trotz seiner Erfolge auf dem Schlachtfeld wurde er 1748 für drei Jahre in der Bastille in Paris inhaftiert.
Eine originale Rote und Blaue Mauritius, die wohl bekanntesten Briefmarken überhaupt, sind die Glanzstücke in der Sammlung des Blue Penny Museums. Das Museum öffnete 2001 auf dem Gelände des Caudan Waterfront seine Pforten. Gegründet wurde das Blue Penny Museum von der Mauritius Commercial Bank. Exponate wie Landkarten, Dokumente, Drucke, Skulpturen und Gemälde sowie weitere Kunstobjekte gewähren dem Besucher einen tiefen Einblick in Kultur und Geschichte der Insel.
Direkt an der malerischen Hafenkulisse von Port Louis befindet sich das Postmuseum. Neben einer Kopie der legendären Blauen Mauritius gibt es zahlreiche Briefmarken aus anderen Ländern zu sehen. Exponate wie etwa ein alter Telegraf bieten einen Einblick in die Geschichte des Postwesens und der Kommunikation.
Dieses Museum ist in den Räumlichkeiten einer Villa aus der Kolonialzeit im Herzen von Port Louis untergebracht. Die Besucher tauchen in der umfangreichen Sammlung in die faszinierende Tierwelt auf der Insel und unter Wasser ein. Ein eigener Raum ist übrigens dem mittlerweile ausgestorbenen Wahrzeichen von Mauritius, dem Dodo gewidmet. Das Museum ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet, samstags von 9 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Masken zählen weltweit zu den ältesten Objekten, die zu kultischen Zwecken eingesetzt wurden. Vor allem bei den afrikanischen Stämmen war der Maskenkult weit verbreitet. Überall, wo die Menschen afrikanische Wurzeln haben und das Wissen der Vorväter pflegen, spielen Masken bis heute eine große Rolle, so auch auf Mauritius. Faszinierende Masken aus aller Welt erleben die Besucher im World Wide Mask Museum.
Auch für den Laien ist das Zeitalter der Entdeckungen faszinierend. Aus heutiger Sicht mutet es mehr als abenteuerlich an, mit welchen Schiffen die Entdecker das Wagnis der Reise in unbekannte Welten auf sich genommen haben. Historic Marine in Goodlands lässt mit seinen Modellen von historischen Schiffen diese Zeiten zumindest in der Phantasie wieder lebendig werden. Die Modelle können in einem großen Schauraum besichtigt oder als Souvenir erworben werden.
So vielfältig wie der Inselstaat Mauritius ist, so reich ist auch seine Museumslandschaft. Die Häuser befinden sich meist in der kulturellen und politischen Hauptstadt des Landes. Sie geben einen Überblick über die Geschichte, Land und Leute, aber auch über die Seefahrt und das Postwesen im Laufe der Geschichte. Besonders Besucherfreundlich: Meist ist der Eintritt frei oder kostet nur ein paar Rupien.
Das Fotografiemuseum befindet sich in einer kleinen Seitenstraße gegenüber des Theaters. Das Museum basiert auf einer privaten Sammlung und gewährt dem Besucher einen Einblick in die Geschichte der Fotografie, sowie über aktuelle Kameras und Verfahren zur Entwicklung der Bilder im Laufe der vergangenen zwei Jahrhunderte. Abgerundet wird die Sammlung mit vielen Fotos und Postkarten von beliebten Motiven auf Mauritius.
Einen tiefen Einblick in die Geschichte der Insel und das Zeitalter der Entdeckungen und weltweiten Eroberungen gewährt das Musée Nautique. Zu den Exponaten zählen neben alten Seekarten und Schiffsmodellen auch Möbel aus der Kolonialzeit sowie eine Sammlung von Büsten der Gouverneure, die im Namen des jeweiligen Herrschers die Geschicke der Kolonie gelenkt haben.

Ile aux Cerfs | ©: christophe - Fotolia
Als ideales Ziel für den Urlaubsgast auf Mauritius präsentiert sich die Insel Ile aux Cerfs. Denn die meisten der kleineren Eilande rund um die Hauptinsel sind unbewohnt, viele stehen unter Naturschutz. Neben traumhaften weißen Stränden und einem glasklaren Wasser, wie es selbst auf Mauritius nur selten zu finden ist, bietet die kleine Insel auch einige Restaurants, einen Golfplatz und zahlreiche Angebote für Wassersportler. Tagesausflüge in dieses kleine Paradies im Paradies werden von den meisten Hotels angeboten, aber auch Individualreisende kommen ohne Probleme auf die kleine Insel. Von Pointe Maurice aus, das direkt gegenüber von Ile aux Cerfs auf der Hauptinsel liegt, setzen beispielsweise Boote im Halbstundentakt über.
Kreolisches Essen und Fischspezialitäten werden in den Restaurants direkt bei den Bootsanlegestellen angeboten, darüber hinaus bieten viele Händler ihre Waren, in der Regel kleine Souvenirs, feil. Wer sich für Wassersport interessiert, kann sich ebenfalls hier umsehen. Besonders begehrt ist das Parasailing. Die Teilnehmer werden per Boot zu einem Floß auf dem Meer gebracht, von wo aus sie von einem Boot gezogen werden und entlang der Küstenlinie durch die Lüfte segeln.
Die Besucher finden auf Ile aux Cerfs vor allem an der Ostküste einsame, weiße Sandstrände. Vor allem Kinder können hier unbeschwert plantschen, weil das Wasser flach ist. Erst nach etwa 100 Metern reicht es einem Erwachsenen bis über die Knie. Hinter dem Strand ist Ile aux Cerfs von dichten Mangrovenwäldern bedeckt.

Tropischer Baum | ©: Jean-Marie MAILLET - Fotolia
Wer den Ausflug auf Ile aux Cerfs mit einem kleinen Abenteuertrip abrunden möchte, kann von hier aus per Speedboot zur Mündung des Grande Rivière Sud-Est fahren, der in der Bucht Anse Cunat als breiter Strom ins Meer fließt. Die Mündung des Flusses erinnert ein wenig an tropische Regenwälder im Miniaturformat. Die Bootstour wird schließlich am Ende des Tales vom Besuch an einem Wasserfall gekrönt.
Der unscheinbare Ort Chamarel, der nur wenige Kilometer im Landesinneren liegt, lädt nach der Fahrt über die Hochebene des Black river Gorges National Park zu einer kurzen Rast ein. Stärken kann sich der Reisende in einem der kleinen Restaurants entlang der Hauptstraße. Kaffeetrinker sollten sich auf jeden Fall eine Tassse Kaffee gönnen, denn der Kaffee aus Chamarel ist wegen seiner Qualität weit über die Grenzen von Mauritius hinaus bekannt. Wer genügend Zeit mitgebracht hat, kann auf der örtlichen Kaffeeplantage auch den Arbeitern über die Schulter schauen. Darüber hinaus hat der Ort gleich zwei einmalige Naturschauspiele zu bieten:
Der Chamarel Wasserfall liegt im Südwesten der Hauptinsel Mauritius und wurde nach einem französischen Offizier benannt. Beim Wasserfall stürzt der Rivière de Cap über eine Felskante rund 100 Kilometer in die Tiefe. Besucher können den Fuß des Wasserfalls über einen schmalen Fußweg erreichen. Die Besucher erreichen den Wasserfall von einem Parkplatz nahe der Ortschaft Chamarel nach einem kurzen Fußmarsch und haben von einer Plattform aus eine direkte Aussicht. Weil sich das Land auf Privatbesitz befindet, müssen die Besucher aber einen kleinen Obulus als Eintrittsgeld entrichten.

Chamarel | ©: ste67 - Fotolia
Ganz in der Nähe, nicht einmal einen Kilometer entfernt, gibt es auch die siebenfarbige Erde zu bestaunen: Die Erde schimmert auf einer riesigen Fläche in allen erdenklichen Farben. Das Spektrum der Farben reicht von gelb bis violett, das Farbspiel richtet sich nach dem Winkel der Sonneneinstrahlung. Woher dieses einmalige Phänomen der Natur kommt, ist noch nicht endgültig geklärt. Man vermutet, dass die siebenfarbige Erde schlicht und ergreifend das kuriose Ergebnis ist, dass Vulkangestein lange der Witterung ausgesetzt war. Ursprünglich war das Gelände übrigens eben, die scheinbare Mondlandschaft auf einer Fläche von etwa einem Hektar wurde künstlich angelegt, um den Besuchern ein faszinierenderes Erlebnis bieten zu können.
Früh aufstehen lohnt sich, wenn die Gäste auf Mauritius einmal leibhaftige Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten wollen. Denn die nachtaktiven Tiere kehren in den frühen Morgenstunden von ihrer nächtlichen Jagd zu ihren Schlafplätzen entlang der Westküste von Mauritius zurück. Zum größten Teil besteht die Population aus ostpazifischen Delfinen, etwas seltener sind die größeren Tümmler.
Eine Tour mit dem Boot lohnt sich auf jeden Fall, denn die Teilnehmer können die im Wasser lebenden Säugetiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten und mit ihnen Spielen. Allerdings sollten sie darauf achten, mit einem tierfreundlichen Unternehmen zu fahren. Denn manche Skipper verfolgen die Tiere und versuchen so nah wie möglich an sie heranzukommen. Doch das ist eigentlich völlig überflüssig. Denn die Delfine sind von Haus aus neugierig. Wenn man etwas Geduld mitbringt, schwimmen sie von sich aus zu den Booten um die Fremdlinge in ihrem Revier genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein positives Beispiel ist die Firma Dolswim ltd., die sich für den Schutz des maritimen Lebensraumes einsetzt.
Die Abfahrt zu den Delfinen ist um 8 Uhr ab Black River, die Teilnehmer sollten also um 7.45 am Treffpunkt sein. Nachdem die Skipper eine jahrelange Erfahrung haben, kennen sie die Plätze, an welchen sich die Delfine normalerweise aufhalten, bestens. Und mit etwas Glück sind auch nicht zu viele andere Boote in der Nähe.
Sobald das Boot einen Schwarm Delfine gesichtet hat, können die Teilnehmer, ausgestattet mit einer Schnorchelausrüstung in den Ozean eintauchen und mit den Delfinen schwimmen. Die neugierigen Tiere sind alles andere als menschenscheu und spielen gern mit den Besuchern. Mit etwas Glück kann man sogar kleine Delfine beobachten, die noch in der Nähe der Mutter schwimmen.
Eine normale Tour dauert etwa zwei Stunden. Es ist aber auch möglich, eine längere Tour zu buchen. Beispielsweise mit einem Barbecue auf Ile aux Bénitiers zum krönenden Abschluss.
Ein Highlight der besonderen Art erwartet die Besucher im Casela Nature & Leisure Park zwischen Flic en Flac und Tamarin. Auf einer Fläche von insgesamt 4.500 Hektar erlebt der Besucher die ganze Welt der Tropen im Miniaturformat. So beheimatet ein Teil des Areals auf 14 Hektar mehr als 1.500 Vögel aus 150 Arten sowie Riesenschildkröten.

Ein heißer Ritt auf einer Schildkröte | ©: BlueOrange Studio - Fotolia

Schildkröten füttern | ©: BlueOrange Studio - Fotolia
Besonders eindrucksvoll sind für die Besucher jedoch die Großkatzen des Parks. Neun Löwen und vier Geparden wurden gezähmt, so dass die Besucher in direkten Kontakt mit den wilden Katzen kommen können. Nachdem die Gäste die Tiere auf einer hölzernen Plattform beobachtet und viel Wissenswertes über die Tiere erfahren haben, können sie direkt ins Gehege gehen und die Tiere auch einmal anfassen und streicheln. Bei einem Spaziergang mit den Löwen können sie den König der Tiere auf seinen Streifzügen begleiten und ihn beim Spielen und Klettern beobachten. Natürlcih werden die Gäste dabei von erfahrenen Guides begleitet.
Abenteuer für Wagemutige verspricht der Rando Fun. Beim Wandern und Klettern können sich die Besucher wie Entdecker im unbekannten Regenwald fühlen. Die Teilnehmer bekommen eine kurze Einführung und werden dann auch schon in Begleitung eines Guides mit dem Bus ins Hinterland des Parks gefahren. Wer hier eine normale Wanderung erwartet, täuscht sich gründlich. Denn der Weg wird immer wieder von abenteuerlichen Herausforderungen unterbrochen. Wacklige Brücken über Schluchten, nepalesische Brücken und vieles mehr erwartet die Abenteurer. Ein Highlight ist das Barbecue zur Halbzeit an einem Wasserfall, das die Guides auf einer hölzernen Plattform servieren. Die Wanderung dauert etwa von 9 bis 16 Uhr.
Wer den Park und seine Tierwelt mit allen Sinnen erleben möchte, kann ihn auch mit einem bequemen Segway befahren. Das Segway ist ein Elektrofahrzeug, das sich auf zwei Rädern fortbewegt, der Benutzer muss sich auf dem einachsigen Gefährt selbst in Balance halten. Auf dieser geführten Tour erfahren die Besucher viel über die Tiere und ihren Lebensraum. Abenteuerlustige Entdecker können das Hinterland des Parks außerdem auf drei Touren mit einem Quad erkunden.
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Osterinseln
Die Osterinseln befinden sich im Pazifischen Ozean und gehören zu Chile. Nur die Hauptinsel Rapanui ist von Menschen bewohnt und wegen der Moais bekannt.
Insel La Réunion
Réunion gilt nicht nur als absolutes Mekka für Wassersportler, sondern auch für alle Arten von Aktivurlaub. Wegen der Gewürze gilt Réunion nach wie vor auch als eine Insel der Genüsse.
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